Zuverlässig und professionell

Der Sicherheitsdienst Gundel & Böhm setzt auf Qualität und Deeskalation Sicherheit ist ein hoch geschätztes Gut und die Sicherheitsbranche wächst seit Jahren. Damit einher geht ein Wandel im Image der Branche und bei den Einsatzgebieten. „Deeskalation ist das A und O“, sagt Michael Gundel. „Und wir setzen auf zertifizierte Qualitätsstandards in möglichst vielen Bereichen“, fügt Pascal Böhm an. Michael Gundel und Pascal Böhm haben im Januar 2019 ihr Unternehmen Sicherheitsdienst G & B (SGB) in Lohr gegründet. Mit einer Handvoll freier Mitarbeiter sind sie an den Start gegangen. Mittlerweile haben sie 67 Mitarbeiter, darunter 25 in Vollzeit, und sind ein von der IHK anerkannter Ausbildungsbetrieb. Schrittweise Annäherung Die Firmenzentrale befindet sich auf dem landwirtschaftlichen Hof in Lohr, den die Familie Gundel seit vier Generationen bewirtschaftet. Michael Gundel ist gelernter Landwirtschaftsmeister. Als Junge hat er den Kampfsport für sich entdeckt hat und ist als Jugendlicher darüber zu ersten Einsätzen bei einem Sicherheitsdienst gekommen. „Ich bin in die Branche regelrecht hineingewachsen“, erzählt er. Ähnlich ging es Pascal Böhm, der aus Petersaurach stammt. Der mit einem Staatspreis ausgezeichnete Industriemeister hat ebenfalls nebenher bei einer Sicherheitsfirma gejobbt. Dort haben sich die beiden Unternehmer auch kennengelernt. Pascal Böhm war beim Terroranschlag in Ansbach im Jahr 2016 im Einsatz. Er hatte dabei eine tragende Rolle. Die Bildzeitung betitelte ihn als „Held von Ansbach“. „Die Sensationspresse nach dem Anschlag hat mich enorm gestört“, erzählt er. Das war ein einschneidender Moment in seinem Leben und hat dazu geführt, dass er sich hauptberuflich weg von der Industrie und hin zur Sicherheitsbranche orientiert hat. Michael Gundel und Pascal Böhm stiegen daher 2017 als Assistenten der Geschäftsleitung in die Sicherheitsfirma ein, für die sie zuvor tätig waren. Nach eineinhalb Jahren entschieden sie sich, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Mit einem Businessplan, einem guten Konzept und viel Herzblut sind sie durchgestartet. Das Portfolio von SGB ist breit aufgestellt. „Wir übernehmen sowohl den Werk- und Objektschutz als auch den klassischen Revierdienst“, erklärt Böhm. Dazu gehören Schließdienste bei Unternehmen, die Fenster, Türen, Licht im Blick haben und sich vergewissern, dass keine unerlaubten Personen im Gebäude sind. Baustellen- und Außen- oder Präventionskontrollen am Wochenende gehören auch dazu. „Wir arbeiten mit einem Onlinewächterkontrollsystem“, erklärt Michael Gundel. Der mit dem Auftraggeber abgesprochene Kontrollgang ist mit digitalen Punkten gekennzeichnet, die vom Mitarbeiter abgescannt werden und online abrufbar sind. „Das gibt Transparenz für den Kunden“, erklärt Pascal Böhm. Ebenso gehört die Alarmverfolgung zum Angebot des Unternehmens. „Der Alarm läuft bei einer Serviceleitstelle auf, mit der wir kooperieren“, so Böhm. In maximal 30 Minuten ist einer ihrer Mitarbeiter zur Kontrolle am entsprechenden Objekt, meist sind das Lebensmittelläden oder Discounter. „Wir haben Alarmverfolgungsverträge mit 25 Objekten im Raum Rothenburg“, so Gundel. Seit gut einem Jahr sorgt die Lohrer Sicherheitsfirma auch für den reibungslosen Ablauf im Jobcenter und im Landratsamt in Würzburg. Dazu gehören Rundgänge, Pförtnerdienste inklusive Einsatz von Scannern und die Kontrolle der Zugangsberechtigung. „Behörden engagieren für diese Aufgabe externe Dienstleiter und es ist schon eine Auszeichnung, dass ein so junges Unternehmen die Ausschreibung für sich entscheiden konnte“, macht Frank Flörchinger deutlich, der die beiden Geschäftsführer seit November 2019 im Controlling und Projektmanagement unterstützt. Ein weiteres Einsatzgebiet des Sicherheitsdienstes G & B ist das Bezirkskrankenhaus in Ansbach. „Unsere Leute sind auf mehreren Stationen im Einsatz“, sagt Michael Gundel. „Das Bezirkskrankenhaus hat im Rahmen der Ausschreibung ein individuelles Konzept von uns gefordert“, fügt Frank Flörchinger an. Bis zu zehn Mitarbeiter von SGB sind täglich vor Ort. Fingerspitzengefühl ist sowohl bei einem sensiblen Einsatz wie dem in Ansbach als auch prinzipiell im Hinblick auf Deeskalation in der Sicherheitsbranche wichtig. Böhm, Gundel und Flörchinger setzen daher auf eine umfassende Schulung und qualitative Ausbildung ihrer Mitarbeiter. Die Stärken der Mitarbeiter „Man muss bei uns schon wissen, wann und wie man eingreifen kann“, so Pascal Böhm. „Wir streben daher an, dass unsere Mitarbeiter alle eine Sachkundeprüfung haben“, fügt Michael Gundel an. Üblicherweise reicht eine einfache Unterrichtung, um in der Branche arbeiten zu können. Die Sachkundeprüfung geht noch einen Schritt weiter und...

Ein meisterhaftes Quartett

Im Hause Korder sitzen vier Schreinermeister am Frühstückstisch „Oh ja, bei uns wird viel fachgesimpelt“, erzählt Claudia Korder. Sie ist Schreinermeisterin, ebenso ihr Mann Rainer Korder und nun auch Tochter Laura und deren Lebensgefährte Stefan Berndlmaier. Alle vier leben aktuell unter einem Dach und arbeiten gemeinsam im Familienbetrieb der Schreinerei Korder in Lohr. Ein besonderes Händchen für Holz zu haben, liegt den Korders offensichtlich in den Genen. Seit 1935 ist die Schreinerei in Familienhand und stets mit den Anforderungen der modernen Zeit gewachsen. Ausgezeichnete Leistung Die Statistik des Handwerksbetriebs ist beeindruckend: Seit 1970 über 60 ausgebildete Lehrlinge, darunter zahlreiche Innungssieger, Kammersieger, fünf Landessieger und einen Bundessieger. Zusätzlich gab es Auszeichnungen im Bereich Lehrlingsausbildung und „Frauenpower“ im Handwerk. Und nun steht mit Tochter Laura die vierte Generation in den Startlöchern, die auch schon ein „Highlight“ zu bieten hat. Laura Korder ist Jahrgangsbeste in der Ausbildung der bayerischen Schreinermeister. „Da sind wir natürlich sehr stolz“, sagt Rainer Korder. Ihre Lehre hat die 26-Jährige in einer Schreinerei in Seon nahe dem Chiemsee gemacht und dort auch ihren Lebensgefährten Stefan Berndlmaier kennengelernt. Nach der Ausbildung ging es für beide weiter zur Meisterschule nach Garmisch, die sie im vergangenen Herbst abgeschlossen haben. Der Geschenkkarton mit Meisterschal, Konfettibombe und „Moasta-Hoiba“ ist noch ungeöffnet. Wegen Corona ist sowohl die offizielle Abschlussfeier als auch die Party der Klassenkameraden ausgefallen. „Das holen wir aber nach sobald es Corona zulässt“, freuen sich Laura Korder und Stefan Berndlmaier. Seit Oktober ist Stefan Berndlmaier im Lohrer Unternehmen als Bereichsleiter für den Maschinenraum zuständig. Laura Korder hat nach der Meisterschule gleich noch eine zweijährige Ausbildung an der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Garmisch angehängt. Im Sommer 2022 wird sie dort den staatlich geprüften Abschluss ablegen und dann ihr Wissen und ihre Tatkraft im Familienbetrieb einbringen. Vier Meister am Küchentisch und noch dazu zwei weitere Meister im Betrieb, wer hat da eigentlich das Sagen? Ganz klar, Rainer Korder. Da sind sich alle einig. Laura Korder wird ihre Mutter Claudia, die ebenfalls zusätzlich zur Schreinermeisterin die gestalterische Ausbildung absolviert hat, zukünftig im Küchenstudio unterstützen. „Die Visualisierung wird bei individuellen Kundenaufträgen immer wichtiger“, erklärt Rainer Korder. Eine räumliche Zeichnung und bei der Küchenplanung eine digitale 3D-Darstellung gehören für den Meisterbetrieb zur kompetenten Beratung dazu. Mit Laura Korder und Stefan Berndlmaier kommt nun wieder frisches Blut in das Unternehmen. „Was heute in der Meisterausbildung gelehrt wird, ist ein Quantensprung zu früher“, stellt Rainer Korder fest. Für das Fachsimpeln am Küchentisch gibt es also genügend Bedarf....

„Lola“ im neuen Outfit

Der Modeladen „Lola“ ist umgezogen und erstrahlt in frischem Glanz Alles neu macht der Mai… – Und ganz in diesem Sinne braucht Frau natürlich auch ein passendes neues Outfit. Nach der langen Corona-Dürre ist das dringend notwendig. Genau zur richtigen Zeit hat Heidi Treiber daher ihren Modeladen „Lola“ neu aufgestellt. „Wir wollten ein Wohlfühlambiente schaffen“, erzählt sie. Heidi Treiber führt das Familienunternehmen (bekannt unter dem Namen „Haller“) in der vierten Generation. Neben dem Stammgeschäft „Drunter & Drüber“ gab es „Haller 2“ und seit 19 Jahren „Lola“. Alle Geschäfte befinden sich in der Hafengasse in Rothenburg. Als nun der Mietvertrag für das Modegeschäft „Lola“ auslief und Corona die Modebranche heftig durcheinander gewirbelt hat, stellte sie sich die Frage, wie man ein Traditionsunternehmen für die Zukunft sicher aufstellt. Investition in die Zukunft „Ich fühle mich in der Verantwortung und will das Unternehmen bewahren“, so Heidi Treiber. Also hat sie sich entschlossen, sich auf zwei Modeläden zu konzentrieren und „Lola“ neu zu erfinden. „Drunter & Drüber“ besteht unverändert und aus „Haller 2“ wurde so die neue „Lola“. Heidi Treiber wollte aber nicht nur ein bisschen ummodeln, sondern hat das Modegeschäft komplett neu entwickelt. Nach etwa zwei Monaten ging die neue „Lola“ Anfang März an den Start und hat die Kundinnen begeistert. In warmen Farben und mit einem stimmigen Raumkonzept wird das Einkaufen zum Erlebnis. „Wir haben hier mehr Platz“, erklärt Heidi Treiber. Der großzügige Raum ist wie in einzelne Inseln unterteilt. Tische, auf den sich Jeans, Pullover, Shirts präsentieren, stehen auf schicken Teppichen. Eine bequeme Sitzgruppe lädt vor den Umkleidekabinen zum Verweilen ein. Ein Bartisch vor stimmungsvoller Goldtapete und einem Spiegel, der ein Familienerbstück ist, machen das harmonisch aufeinander abgestimmte Ambiente perfekt. Außerdem wurde der Schaufensterbereich durch ein erweitertes Podest vergrößert. Heidi Treiber selbst hat die Gestaltung des neuen Ladengeschäfts konzipiert, unterstützt von Freunden und natürlich von ihren engagierten Mitarbeiterinnen. Mit einem schwebenden Ladensystem, das individuell für „Lola“ geplant und von einem Rothenburger selbst gefertigt wurde, werden Kleider, Blusen und vieles mehr präsentiert. Mit dem neuen Konzept erweitert Heidi Treiber auch das Größenangebot von „Lola“. „Wir haben Mode von Größe 34 bis 44 und teilweise sogar bis Größe 46 eingekauft“, sagt die Unternehmerin und zeigt einen der angesagten Hoodies. Lässige, moderne Mode kennt längst keine Größengrenzen mehr. Wichtig sind Heidi Treiber und ihrem Team, dass „Lola“ für handverlesene, tragbare Mode steht. Zusätzlich zu zwei großen Marken finden sich in dem Modeladen besondere Labels, unter anderem die australische Marke „Orientique“ oder „Armedangels“, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen. „Wir haben schon bei der Auswahl unsere Kundinnen im Blick“, erklärt Treiber. Präsentiert wird die Mode anhand von individuellen Kombinationen, die verschiedene Kollektionen einbeziehen. Je nach Typ, Haarfarbe, Figur und Stil kann sich Frau hier in ihrer Einzigartigkeit ausleben....

Digitale Kommunikation

Das Startup „Nineone“ realisiert Bestellplattform für Rothenburg Was macht ein Unternehmen, wenn wenige Wochen nach der Gründung Corona auf den Tagesplan kommt? Ganz klar, eine Lösung finden. Michael Kloppe und Martin Herrlein schreckt so schnell keine Herausforderung ab. Ganz im Gegenteil. Im Februar 2020 gründeten sie ihr Unternehmen „Nineone“ und starteten mit „RotToGo.de“ ihr erstes, in gewisser Weise von Corona initiiertes Projekt. Kloppe und Herrlein arbeiten bereits seit fünf Jahren mit ihren jeweils eigenen Firmen „Kloppe Media“ in Rothenburg und „Herrlein IT“ in Würzburg gut zusammen. „Wir wollten jetzt gemeinsam etwas aufbauen“, erzählt Michael Kloppe. Also gründeten sie „Nineone“ mit Firmensitz in den Geschäftsräumen in der Ansbacher Straße 85 in Rothenburg (Gebäude der Schmidt Stiftung). „Nineone“ steht dabei nicht nur für den Postleitzahlenbereich 91 als Firmensitz, sondern ist auch als Bekenntnis zur Region zu verstehen. „Mit unserem Einstiegsprojekt ‚RotToGo.de‘ wollen wir die regionale Gastronomie unterstützen“, so Herrlein. Regionale Bestellplattform In wenigen Wochen haben die beiden Geschäftsführer des neu gegründeten Unternehmens das Projekt realisiert. „RotToGo.de“ ist eine Bestellplattform für die regionale Gastronomie. Sowohl die Programmierung der digitalen Plattform als auch das Marketing kommen von „Nineone“. „Wir haben rund 80 Briefe an die Gastronomie verschickt und auf das Angebot aufmerksam gemacht“, erzählt Kloppe. In der Anfangszeit war dies kostenlos für die Beteiligten, mittlerweile fällt eine vom Umsatz abhängige, kleine Gebühr an. Etwa zehn Gastronomen gingen bei „RotToGo“ im März an den Start. „Die Einträge und Speisekarten pflegen wir für die Gastronomen in die Plattform ein“, erzählt Kloppe. Mitarbeiterin Stefanie Gabriel, die auch für die Buchhaltung und Verwaltung zuständig ist, übernimmt das. „Eine große Frage war, wie kommt die Bestellung ins Restaurant?“, erinnert sich Martin Herrlein. Als versierter Programmierer ist er stets auf der Suche nach der praktikabelsten Lösung. Neben dem Weg per E-Mail oder SMS-Nachricht haben sich die Unternehmer dazu entschieden, die Bestellung auch per Bondrucker (die in der Gastronomie üblich sind) in die Restaurants zu übermitteln. „Die Bondrucker verleihen wir“, so Kloppe. Der digitale Infofluss findet über eine App statt, die Herrlein eigens für die Geräte entwickelt hat. Geht über „RotToGo“ eine Bestellung ein, meldet sich der Bondrucker mit einem Signal und der Auftrag wird ausgedruckt. „Aus der Bezahlung halten wir uns komplett heraus. Das wird im Restaurant direkt abgewickelt“, ergänzt Michael Kloppe. Die beiden Unternehmer können sich eine regionale Erweiterung der „RotToGo.de“-Plattform im Bereich Einzelhandel, Getränkeshop oder anderen online-Handel-Angeboten vorstellen. Die Stärke der Region könnte hier gebündelt werden und der Verbraucher hätte somit einen digitalen Zugriff auf die Vielfalt des vorhandenen Angebots. „Nineone“ sieht sich als Ansprechpartner für die Digitalisierung von Prozessen aller Branchen. Ihr Lösungsansatz ist stets an individuelle Anforderungen gekoppelt. Für das nahe Schillingsfürst ansässige Unternehmen „Fleximaus“, das sich dem Fledermausschutz bei Windparkanlagen verschrieben hat, haben sie ein digitales Kundencenter programmiert und realisiert. Martin Herrlein hat beim Programmieren Unterstützung von Oliver Körber. Der Wunsch von „Fleximaus“ war, dass sowohl die Betriebsführung der Windräder als auch die Landwirte über die neue Website eine Bodenbearbeitung anmelden können und das jeweilige Windrad standortspezifisch zum Vogelschutz gestoppt wird. Neben den technischen Anforderungen steht beim digitalen Zugriff aber auch immer der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. „Wir sehen uns als Kommunikator für digitale Lösungen“, sagt Martin Herrlein. Wichtig ist ihm und seinem Kompagnon dabei, dass nach der Ausnahmezeit aufgrund der Coronapandemie nun der Datenschutz wieder in den Blick kommt. „Ab jetzt müssen wir wieder zurück zu den datenschutzkonformen Lösungen“, so Michael Kloppe. „Nineone“ bietet dafür passende Lösungen u.a. im Bereich des SMS-Newsletter an. Über Einladungslinks muss der Bezug bestätigt werden. „So bleiben hochsensible Daten wie Handynummern sicher und der Datenschutz ist gewährleistet“, erklären die Profis. Auch für die neuen Herausforderungen in den Schulen wäre dies eine praktikable Lösung: Statt unsicherer WhatsApp-Gruppen können sich die Schüler für den gewünschten Info-Kanal mittels QR-Codes registrieren und sich so für einen SMS-Newsletter oder für entsprechendes Unterrichtsmaterial anmelden. „Durch die Freiwilligkeit wird der Datenschutz eingehalten und die Handynummern der Kinder bleiben anonym“, erklärt Michael Kloppe. Vielfältige Einsatzmöglichkeiten Neben dem...

Eine Welt

Fairer Handel in Rothenburg „Jute statt Plastik“, „Brot für die Welt“ und der berühmte „Nicaragua-Kaffee“ sind Worte, die die 60er und 70er Jahre geprägt haben. Vor etwa 50 Jahren forderten christliche Jugend- und Studentenorganisationen während der sogenannten „Hungermärsche“ faire Handelsbeziehungen zu Produzenten des Globalen Südens (ein gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich benachteiligter Staat). Dazu gehören faire Lebens- und Arbeitsbedingungen mit angemessenen Löhnen, damit sich die Länder aus eigener Kraft eine wirtschaftliche Zukunft aufbauen können. Die jungen Menschen wollten die Welt zum Positiven verändern und gründeten die „Aktion Dritte Welt Handel“. In den folgenden Jahren wurden unterschiedliche Faire-Handelsorganisationen wie zum Beispiel El Puente und GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH) gegründet. 1973 öffnete der erste deutsche Weltladen in Stuttgart. Auch die evangelische Jugend in der Rothenburger St.-Jakobs-Kirche schloss sich in den 90er Jahren der Initiative mit dem Ausschank von fair gehandeltem Nicaragua-Kaffee an. „Pfarrer Hans-Jörg Meyer unterhielt unterdessen in der Kirche ein kleines Schränkchen mit fairer Handelsware, die nach den sonntäglichen Gottesdiensten gekauft werden konnten“, erinnert sich Axel Pauli, Erster Vorsitzender des Trägervereins „Dritte-Welt-Partner Rothenburg e.V.“, der am 12. November 1992 von Diakon Thomas Raithel gegründet worden war. Im Januar 1993 eröffnete dann der Weltladen in der Klostergasse 20 mitten im Herzen der Altstadt. Das Angebot hielt sich mit dem vielerorts bekannten Nicaragua-Kaffee, Tee, Schokolade, bunten Stofffiguren und der Jutetasche aus Bangladesh noch in Grenzen. „Geschmeckt hat der Kaffee nicht wirklich“, so Pauli lächelnd. Wenn man heute den kleinen Laden gegenüber von der St.-Jakobs-Kirche betritt, entsteht der Eindruck von einer riesigen Schatzkiste voller Überraschungen. Kleine Haarseifen und andere Körperpflegeprodukte, Filztiere, Taschen und Geldbeutel, Haarspangen und Halstücher aber auch Postkarten und Frühstücksgedecke von der Tasse bis zum Brotkörbchen. Auf dem Regal, gleich gegenüber der Eingangstür reihen sich Tragetaschen aus Moskitonetzresten und Handtaschen,...

Von der Weide auf den Teller

Die Metzgerei Horn in Kreuth hat eigene Piemonteser-Rinder und stellt alle Wurstwaren selbst her Normalerweise ist im kleinen Ort Kreuth bei Geslau nichts los. Entspannt stehen muskulöse Rinder im Frühsommer auf der Weide und die Landwirte gehen ihrem Tagwerk nach. Am Freitag und Samstagvormittag ist dagegen reger Verkehr in Kreuth, denn dann hat der Hofladen der Metzgerei Horn geöffnet. Roastbeef, Rinderrouladen und -braten liegen ebenso wie Aufschnitt, Schinken, fränkische Bratwürste und vieles mehr in der Theke. Dahinter hängt das deftig Geräucherte. Die Familie Horn hat sich bereits 1996 mit der Eröffnung des Hofladens zur Direktvermarktung entschieden und das Konzept über die Jahrzehnte stets den zeitgemäßen Wünschen angepasst. „Fleisch“ wird hier gelebt. Der Ursprung des Unternehmens ist dabei ganz klassisch: Die Familie betreibt seit Generationen in Kreuth Landwirtschaft, also Ackerbau und Viehzucht. Erwin Horn, der 2019 verstorben ist, hat dann mit den Hausschlachtungen begonnen und gemeinsam mit seiner Frau Cornelia Horn den Hofladen etabliert. Echter Familienbetrieb Mittlerweile sind alle drei Kinder im Familienunternehmen angekommen: Toni Horn, gelernter Schreiner, kümmert sich um die Landwirtschaft, Metzgermeister Maximilian Horn ist für die Metzgerei zuständig und Nina Pfeiffer (Bürokauffrau) organisiert Büro und Verwaltung. Mutter Cornelia schmeißt den Verkauf und den Partyservice. Die Hinterlassenschaft des Vaters halten sie mit viel Engagement in Ehren, denn darin steckt dessen ganz besonderes Herzblut: Die Rinder der Rasse Piemonteser. „Unser Vater hat immer Rinder verschiedener Rassen vom Viehhändler gekauft“, erzählt Maximilian Horn, „Und eines Tages war ein Piemonteser darunter.“ Die haben es Erwin Horn dann angetan. Zweimal ist er nach Italien gefahren, wo die Rasse ihren Ursprung hat. Mit zwei Tieren hat er dann 2006 die Zucht angefangen. „Mittlerweile haben wir zwischen 100 und 150 Piemonteser, darunter 50 Kühe“, sagt Maximilian Horn. In drei Herden mit drei Zuchtbullen stehen die Rinder im Winter in zwei Freilaufställen und von April bis November auf der Weide. „Unsere Kunden sehen die Tiere in natura“, fügt Cornelia Horn an. Verbundenheit mit Tieren Alle Kälber kommen auf natürliche Weise auf die Welt und bleiben ein Jahr bei der Mutter. Den Großteil des Futters produziert Toni Horn selbst. Ach ja, und jedes Tier hat einen Namen. „Auch wenn die Tiere geschlachtet werden, werden sie geliebt. So hat uns unser Vater erzogen“, merkt Nina Pfeiffer an. Das Fleisch der Piemonteser hat es nicht nur der Familie Horn angetan, sondern begeistert auch die Kunden. Niedriger Fettgehalt, weniger Cholesterin und der gute Geschmack überzeugen. Die Horns vermarkten im Hofladen in Kreuth und in der seit 2019 bestehenden Filiale in Leutershausen ausschließlich das eigene Rindfleisch. Auch am Wochenmarkt in Rothenburg ist der Familienbetrieb seit Jahren mit dem eigenen Rindfleisch und den Wurstwaren vertreten. Die Horns sind seit mehreren Jahren Mitglied im Regionalbuffet und bodenständige Direktvermarkter. „Wir schlachten schon immer auf dem Hof“, erklärt Cornelia Horn. Ihr Mann Erwin hat bereits 2004 ein Schlachthaus mit EU-Zulassung in Kreuth gebaut. Als 2014 klar war, dass Sohn Maximilian in seine Fußstapfen tritt, wurde nochmal größer investiert. „Wir schlachten in der Woche etwa 25 Schweine und ein Piemonteser-Rind“, erzählt Maximilian Horn. Die Schweinemast hat die Familie eingestellt und bezieht die Tiere von fünf bis sechs kleineren Mastbetrieben in der Nachbarschaft von Kreuth. Unterstützung bekommt Maximilian Horn im Schlachthaus dabei von vier weiteren Metzgern. Insgesamt beschäftigt das Familienunternehmen in Kreuth 25 Mitarbeiter und bildet regelmäßig Azubis zum Fleischer (Metzger) aus. Die Rinder sind im Alter von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren schlachtreif. „Wir wissen genau, was wir verkaufen“, erklärt Maximilian Horn, „Wir wissen wie die Tiere leben, was sie fressen und wie sie sterben – nämlich ohne stressigen Tiertransport.“ Für die Metzgerei stellen Horn und seine Mitarbeiter das komplette Sortiment her: Bratwürste, verschiedene Arten von Salami, rund 16 Sorten Aufschnitt, Kochschinken, sämtliche Sorten Geräuchertes und Braten. Zusätzlich gibt es Dosen unter anderem mit Sauerbraten und Schaschliktopf. Die beiden Rewe-Märkte in Rothenburg und Wörnitz werden von der Metzgerei Horn mit einem Dosensortiment und ausgewählten Wurstsorten beliefert. Regional und nachhaltig Mit der Zeit zu gehen, ist für...