Nachhaltig

Firma Gamstätter mit Geschichte Eines der ältesten Familienunternehmen im mittelfränkischen Raum hat sich bis heute bewährt. Tatsächlich lässt sich die ganze Geschichte der Firma Gamstätter Raumausstattung GmbH auf das Jahr 1800 zurückdatieren. Mit einer Sattlerei fing alles an. Das Einzige was von dem ursprünglichen Handwerksgebäude der Familie Gamstätter in Uffenheim heute noch übrig ist, sind zwei alte Türen aus der Gründungszeit. Im Frühjahr 1945 lag der ganze Ort nach einem Luftangriff in Schutt und Asche. In dem eher ländlichen Städtchen Uffenheim gab es damals viel Arbeit für das Sattlerhandwerk. Es bestand großer Bedarf an Ochsengeschirren für Ackergeräte und Erntewagen in der Landwirtschaft. „In Großstadtnähe waren natürlich eher Reitsattel gefragt“, erzählt Jürgen Gamstätter ein wenig verschmitzt. Eine Kutsche, die heute noch im Museum „Achse, Rad und Wagen BPW Bergische Achse KG“ bei Siegen zu sehen ist, zeugt von dem handwerklichen Geschick der Gamstätters auch für Produkte der damaligen „Haûte Couture“. „Die Kutschen wurden als Rohgestell geliefert und bei uns mit ledernen Sitzpolstern, Pferdegeschirr und gegebenenfalls mit einem Faltdach ausgestattet“, weiß Jürgen Gamstätter aus Erzählungen seiner Vorfahren. Die ersten drei Generationen im Sattlerhandwerk hießen „Meck“ mit Nachnamen. Urgroßvater Christian Meck hat in die Familie Gamstätter eingeheiratet und übernahm als Sattler zusätzlich die Werkzeuge und das Inventar einer ehemaligen Nürnberger Polsterei. Auch Vater Christian (so hießen fast alle Gamstätterjungs mit Vornamen) war noch Sattlergeselle, der sich jedoch schon damals in Richtung Polsterei und Tapezierarbeiten umorientierte. Erst in den 60er Jahren wurde die Firma ein Geschäft für Raumausstattungen. Im Jahr 1991 übernahm Jürgen Gamstätter das heute 220 Jahre alte Unternehmen mit Polsterei, Gardinen, die maßangefertigt werden, und Bodenbelägen in der Hauptsache. Das ganze Repertoire wurde schon von seinen Eltern angeboten. Allerdings standen zusätzlich Kinderwägen und Nähkörbe zum Verkauf. Nicht nur das Portfolio änderte sich, sondern auch die Art...

Fit und gesund in kurzer Zeit

Die EMS-Lounge in Rothenburg bietet individuelles Körpertraining Es ist fast zu schön um wahr zu sein. Effektives Fitnesstraining mit wenig Zeitaufwand ist der Traum eines Jeden, der dauerhaft gesund und fit bis ins Alter bleiben will. Mit dem sogenannten EMS-Training (Elektronische Muskel Stimulation) ist das möglich. „Die Idee eine EMS-Lounge in Rothenburg zu eröffnen kam auf der „Fibo“– Fitnessmesse in Köln“, erzählt Martin Hanselmann, der mit seinem Bruder Stefan seit Jahren den „ctk-sportpark“ in Rothenburg betreibt. „Ein Profiboxer erzählte mir an einem Messestand von der Effektivität und vor allem von der eher therapeutischen Seite dieser Trainingsform“, so Hanselmann weiter. EMS, was ist das Bei der EMS geht es darum, die Muskulatur bzw. einzelne Muskelfasern mittels elektrischer Impulse gezielt von außen anzusteuern und zu stimulieren. Ein im Grunde simples und anerkanntes Prinzip, das von Physiotherapeuten schon seit den 1970er Jahren unter anderem in der Rehabilitation eingesetzt wird. Therapieziele wie die Behandlung von Zerrungen, Muskelfaserrissen oder den Aufbau geschwächter Muskulatur nach Operationen stehen im Vordergrund. Aus dem etwas umständlichen und angestaubten Begriff Reizstromtherapie wurde vor einigen Jahren dann die deutlich griffigere Abkürzung EMS. Die EMS–Lounge in der Ansbacher Straße ist eine Alternative für eher weniger Sportbegeisterte. Hierbei braucht man weder Hantelbank noch Beinpresse. Stattdessen arbeitet die „Elektronische Muskel Stimulation“ mit Reizstrom, die im Gegensatz zum klassischen Gerätetraining die tieferen Muskelschichten erreicht und aufbaut. Carina Treu, Studentin für „Fitness-Ökonomie und -Wissenschaft“ leitet das Studio mit der Assistenz von Nina Brandt. Beide sind bereits im „ctk-sportpark“ aktiv. „Ich begleite das Training mit einer Studie, um eigene Ergebnisse für meine Bachelor Arbeit zu bekommen“, erzählt die junge Trainerin. Für wen ist EMS gut? Martin Hanselmann konnte eine deutliche Schmerzreduktion bei seiner 85-jährigen Tante durch das EMS-Training feststellen. Innerhalb weniger Wochen konnte durch gezieltes Rückentraining und gleichzeitigem Ganzkörpertraining der Schmerz um Einiges reduziert werden“, so Hanselmann weiter. Apropos ältere Generationen: das gelenk- und schmerzschonende Training ermöglicht es, individuelle Problemzonen zu trainieren und geschwächte Muskulatur wieder aufzubauen. Gerade für Untrainierte und ältere Menschen ist das EMS-Training eine gute Alternative zu regelmäßigem Sport in nur 20 Minuten pro Woche für 19,95 Euro pro Trainingseinheit. Für diese Art Training braucht man keine angesagte Sportbekleidung. Eine Radlerhose und ein Kurzarmshirt aus elektrisch leitfähigem Material kann in der EMS-Lounge gestellt oder mitgebracht werden. Über die Kleidung werden eine leitfähigen Weste und entsprechenden Manschetten im Gesäßbereich, an Armen und Oberschenkeln mit Klettbändern befestigt (Bild links). Mit Kabeln an einem Trainingsgerät verbunden, werden die Stromfrequenzstärken für die einzelnen Körperzonen festgelegt. Das eigentliche Training besteht darin, in der Körperanspannungsphase, wie zum Beispiel in einer Kniebeuge, die Tiefenmuskulatur elektronisch über vier Sekunden zu stimulieren und anschließend über weitere vier Sekunden zu entspannen. Carina Treu stellt das 20-minütige Trainingsprogramm auf individuelle Wünsche, wie Schmerzlinderung oder Muskelaufbau der zu trainierenden Körperpartien zusammen. Körperlicher Effekt Schneller Muskelaufbau, Lösen von Verspannungen, Durchblutungsförderung, Linderung von Rückenschmerzen aber auch die Stärkung des Bindegewebes und des Herz-Kreislaufsystems sind Effekte des EMS. „Besonders nachhaltig wirkt die EMS Methode im Bereich Beckenbodenstärkung“, weiß Nina Brandt als Trainerin zu berichten. Sporteln in privater Atmosphäre, immer mit Trainerbegleitung und einer maximalen Besetzung von zwei Sportlern im Raum, machen das EMS-Training zu einer echten Alternative für Sportmuffel, Menschen mit Bewegungseinschränkungen oder solche, die sich beim Sport nicht gerne präsentieren wollen....

Gigantische Erdbewegungen

Die Firma DoBra aus Insingen ist Vorreiter für den Einsatz von Traktoren auf Großbaustellen in der Region Das hätte er nicht gedacht. Daniel Brand aus Insingen hat schon als kleiner Junge von einem eigenen großen „Bulldog“ geträumt. Heute hat er sich nicht nur seinen größten Wunsch erfüllt, sondern bewegt jährlich bis zu einer Million m³ Erde mit Traktoren und anderen Großmaschinen in seiner eigenen Firma. Sein Lebensmotto: „Wenn man etwas will, geht alles“, gab ihm die Kraft nach seinem Unfall nicht einfach nur im Rollstuhl sitzen zu bleiben. Als KFZ-Mechaniker konnte er nicht mehr arbeiten. Sein enger Freund Heinz Dollmann stand ihm zwei Jahre nach dem Ereignis treu zur Seite. „Ich brauche eine Aufgabe“, wurde ihm im Jahr 2007 immer klarer. Daniel Brand und sein 20 Jahre älterer Freund kauften sich einen Fendt 926 mit dazugehörigem Tridem-Abschiebehänger – was soviel bedeutet wie ein dreiachsiger Erntehänger. Die Gründung der Firma Dollmann & Brand GbR vollzog sich noch im selben Jahr. Vom Kindheitstraum zur Firma Die ersten Einsatzorte zeigten sich bei der Maisernte umliegender Bauern, mal für einen Zeitraum von zwei oder maximal vier Wochen. „Durch Zufall hatte die Firma Leonhard Weiss GmbH & Co. KG von unserem Einsatz gehört“, erzählt Brand. Die Firma engagierte den Traktor inklusive Fahrer für die erste Baustelle in der Region, bei der ein Bulldog mit Straßenzulassung eingesetzt wurde. Um selbst als Fahrer tätig zu werden, konstruierte sich Brand eine Hebefunktion, um in seinen Schlepper selbstständig einsteigen zu können. Was zuerst mit einem Zeitvertreib begann, wurde zum Vorzeigeobjekt einer neuen Ära für den Einsatz von Traktoren auf Großbaustellen, wie den Straßenbau und in Steinbrüchen. Bis dato wurden Traktoren auf Baustellen nur in Norddeutschland verwendet. Der enorme Zuwachs an Dienstleistungsunternehmen, nicht nur in der Landwirtschaft, brachte immer stärkere Traktoren auf die Straßen. Im Jahr 2009 wurden die ersten Vollzeitfahrer in der Firma Dollmann & Brand engagiert. Auch die Anschaffung von Traktoren mit Hängern und immer größerer Leistungsfähigkeit wuchs. Von anfänglich fünf stieg die Zahl bis ins Jahr 2017 bis auf 23 Gespanne. Die große Nachfrage hielt den jungen Mann aufrecht. Mit der Unterstützung seines Bruders, der mit ihm eine Werkstatt für zunächst kleinere Reparaturen am Insinger Ortsrand aufbaute, startete der Jungunternehmer weiter durch. Unterbrochen wurde der wirtschaftliche Aufschwung durch den plötzlichen Tod seines Freundes Heinz Dollmann – ein weiterer Schicksalsschlag für den 36-Jährigen. Aufgeben war für Daniel Brand dennoch keine Option. Die wachsende Zahl an Aufträgen für Erdarbeiten machten erste Investitionen in die eigenen Baumaschinen notwendig. Der erste Bagger mit 25 Tonnen Gewicht wurde unter dem neuen Firmennamen DoBra GmbH eingesetzt. Es folgte die Anschaffung eines 65-Tonners und weiteren Maschinen wie drei Muldenkippern und einem zusätzlichen Bagger mit 70 Tonnen, womit Arbeiten nicht nur in Steinbrüchen bewältigt werden. Nach den zwischenzeitlichen wirtschaftlichen Einbrüchen galt es für Daniel Brand neue branchenspezifische Wege zu erschließen. Zu seinen neuen Kompetenzbereichen gehörte mehr und mehr der Abbau und Vertrieb von Natursteinen aber auch dessen Verwendung im Mauerbau, Beet-Einfassung oder zur Sicherung von Hanglagen. „Wir übernehmen auch den Erdaushub für den Bau von Gebäudebodenplatten oder für den Pool- und Teichbau in Privatanlagen. Auch die Herstellung mineralischer Baustoffgemische individuell nach Kundenwunsch mit einem ‚Prallmühlenbrecher‘ setzen wir in die Tat um“, beschreibt Brand das Wirkungsspektrum seiner Firma. Der Einstieg in den Autobahnbau verschaffte der Firma DoBra GmbH die Baubeteiligung der Autobahn A3 zwischen Nürnberg und Würzburg. Innovativ in die Zukunft Ein echter Glückstreffer ist die Erweiterung der Leistungspalette im Bereich Vermessungstechnik durch seinen Mitarbeiter Markus Kilian aus Hartershofen. Mit seiner zwölfjährigen Erfahrung im Tiefbau und Vermessung wird das Portfolio seiner Firma enorm erweitert. Die gesamte Autobahnbaustelle auf der A7 zwischen Rothenburg und Wörnitz obligt der Verantwortung des neuen Vermessungsfachmannes. Um den gesamten Maschinenpark mit mittlerweile GPS-gesteuerten Großgeräten einsatzbereit zu halten, muss der Mitarbeiterstamm von 20 um weitere Fahrer und Mechaniker erweitert werden. „Wir sind ein gut eingespieltes Team, das mit seinen Herausforderungen wächst und ausbaufähig bleibt“, schaut Brand zuversichtlich in die Zukunft. Die Einsatzorte liegen...

Voller Energie

„Schöpper & Knoll“ ist seit Jahrzehnten ein wohnortnaher Energielieferant Vier Männer, zwei Generationen, ein Ziel. „Wir sind ein Familienunternehmen. Das war schon immer unsere Stärke“, sagt Hans Schöpper. Eigentlich haben er und sein Kompagnon, Herbert Knoll, schon vor Jahren die Geschäftsführung an ihre Söhne übergeben. Beratend und unterstützend wirken sie aber noch im Hintergrund mit. Markus Schöpper und Andreas Knoll sind seit Mitte der 1990er Jahre im Familienunternehmen tätig und seit 2001 die Geschäftsführer. Was die Väter aufgebaut haben, das führen nun die Söhne weiter. Stärke durch Vertrauen Das Unternehmen hat sich in der Mineralölbranche über Jahrzehnte etabliert – in einer Zeit, in der sogar große Konzerne verschwunden sind. Ein Grund dafür mag die Bereitschaft der Rothenburger Firma sein, sich stetig und erfolgreich dem Wandel in der Energiebranche anzupassen. Der Ursprung des Unternehmens liegt in der Erfahrung der beiden Senioren. Ende der 70er Jahre waren Hans Schöpper und Herbert Knoll als Filialleiter und Tankwagenfahrer bei der damaligen „Esso-Taubertal-Filiale“ angestellt. Im Juli 1990 übernahmen sie die Esso-Filiale in Eigenregie und bauten nur wenige Jahre später in Rothenburg „Am Igelsbach“ das eigene Firmengebäude, wo das Unternehmen seitdem ansässig ist. Wenn die beiden Unternehmer in Erinnerungen schwelgen, dann geht es neben Erfolgen auch um den harten Preiskampf in der Mineralölbranche. „Diese Zeit überlebte die junge Firma nur, weil langjährige Kunden verstanden, dass nicht das letzte Zehntel beim Preis wichtig ist, sondern auch die Qualität und der Lieferservice“, so Hans Schöpper. Ein Familienbetrieb ist eben auch mal nach Feierabend erreichbar. „Wir haben auch schon am Heiligen Abend an ein Hotel Heizöl geliefert“, erinnert sich Herbert Knoll. Klimaneutral heizen Was dereinst für das Wachstum des Unternehmens gut war, ist auch heute die Prämisse der nachfolgenden Generation: Qualität, Service und Flexibilität. Daher war auch der Wechsel zu Avia-Deutschland, einem der am weitesten...

Ein nachhaltiges Konzept

Silvia Inglis bietet mit „Scarlett“ ausgewählte Secondhandkleidung an Ein beiger Rock mit luftig-leichtem Tüllüberwurf, ein gemusterter Vintage-Blazer mit dreiviertel langen Ärmeln oder Cowboystiefel in hellblauem Schlangen Print – Mode wird bei „Scarlett“ ganz groß geschrieben. Was hier auf den Kleiderstangen hängt, sucht „frau“ in den großen Modehäusern vergeblich. „Vintage, Fashion and More“ ist das Motto im Secondhandladen von Silvia Inglis in Rothenburg. Vintage ist Trend. Kaum eine Großstadt kommt ohne Läden der neuen Güteklasse aus. Wer nachhaltig leben will, repräsentiert dieses Statement auch mit seinem Outfit. Für Silvia Inglis ist der Trend jedoch nicht neu, sondern ein Herzensanliegen: Secondhandkleidung und die leidenschaftliche Schatzsuche in der Welt des Gebrauchten begleiten sie schon ein Leben lang. Offen für das Leben Silvia Inglis kam mit ihren Eltern vor dem Mauerfall aus dem Osten Deutschlands – mit nur einem Koffer pro Person. Über viele Stationen, darunter einige Jahre mit ihrem Exmann auf der kleinen Antilleninsel St. Luca und der Geburt ihrer Tochter Shiva (mittlerweile 16 Jahre alt) in New York, hat es sie zurück nach Franken verschlagen. Der Spaß an Flohmärkten und prinzipiell an Dingen, die eine Geschichte haben, war immer mit im Gepäck. „In meiner Wohnung gibt es nichts Neues“, erzählt Silvia Inglis. Nach der Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau in einem Würzburger Modehaus, mit intensivem Einblick in die Schauwerbegestaltung, ihrem eigentlichen Traumberuf, hat sie mit 34 Jahren noch eine Umschulung zur Reiseverkehrsfrau gemacht und einige Jahre in dem Beruf gearbeitet. Mittlerweile ist sie als Sachbearbeiterin im Landratsamt Ansbach an drei Tagen die Woche tätig. Die restliche Zeit widmet sie sich ihrem Ladengeschäft in Rothenburg. Endlich angekommen Die langjährig gehegte Idee, einen Secondhandladen zu eröffnen, nahm erstmals im Jahr 2014 Gestalt an. In der Änderungsschneiderei von Mirjana Neumeister im Alten Keller in Rothenburg war ihr erster Secondhandladen integriert. Nach drei Jahren klappte die Kooperation nicht mehr und Silvia Inglis machte sich auf die Suche nach einem neuen Ladengeschäft. „Ein Jahr dauerte es, bis ich den Laden in der Galgengasse gefunden habe“, erzählt sie glücklich. Hier ist es nun perfekt: Drei Schaufenster zur Präsentation der Mode, Parkplätze vor der Türe und die Miete ist erschwinglich. Seit zwei Jahren ist „Scarlett: Mode, Vintage and More“ hier unübersehbar. An den beiden geöffneten Tagen (Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr) lädt ein roter Teppich zum Eintreten ein. Der muffige Kellerduft, der einst gebrauchter Kleidung angehaftet hat, ist längst verflogen. Bei „Scarlett“ verströmen Kerzen ihren sanften Duft, die Kleidung ist natürlich gewaschen und das Auge erfreut sich über ein klares, aber nicht steriles Ordnungskonzept. „Ordnung ist für mich ganz wichtig“, sagt die Ladeninhaberin mit Nachdruck. Etwa 2 000 Artikel hängen auf bordeauxfarbenen Kleiderbügeln mit Samtüberzug. Alles ist sortiert: Einerseits nach Farbgruppe und darin wiederum nach Größe. Es gibt rote, schwarze, blaue, cremefarbene Ständer mit Kleidern, Blusen, Shirts oder Röcken, zu deren Füßen sich die farblich passenden Schuhe finden. An einem separaten Ständer hängen die Neueingänge. Hosen sind nach Größe in Körben sortiert. Strickwaren präsentiert Silvia Inglis ebenfalls nach Größe sortiert in Schränken und Regalen, stets mit kleinen Schildern ausgepreist. In zwei geräumigen Umkleidekabinen kann alles probiert werden. Ein Ständer mit Jacken steht vor einem wandgroßen Porträt von Scarlett O‘Hara und Rhett Buttler. „Eigentlich wollte ich meinen Laden schon immer ‚Einzigartig‘ nennen“, erzählt Silvia Inglis schmunzelnd. Nun gab es schräg gegenüber schon das gleichnamige Café und sie brauchte einen anderen Namen. So fiel die Wahl auf Scarlett, die Hauptfigur ihres Lieblingsfilms „Vom Winde verweht“. Eine Frage treibt aber alle um: Woher bekommt sie eigentlich die tollen Modeteile? „Ich habe mittlerweile rund 450 Damen, die mir ihre Sachen bringen“, sagt sie. Darunter sind Arbeitskolleginnen, Freundinnen verschiedener Nationalitäten und viele Rothenburgerinnen, aber auch Frauen aus Creglingen und der Umgebung. „Die Jüngste, die Ware bringt, ist 11 Jahre, die Älteste über 80 Jahre alt“, erzählt sie. Silvia Inglis nimmt die Textilien, maximal fünf Teile, auf Kommissionsbasis. Besondere Fundstücke für jeden Stil „Ich mag außergewöhnliche Sachen“, erzählt sie. Es...

Lebenswert

Den ländlichen Raum gestalten Hinter engagierten Regionen stehen engagierte Ortsgemeinschaften, die durch das Förderprogramm „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE) finanzielle und organisatorische Unterstützung für den Erhalt und die Gestaltung des ländlichen Raumes erfahren. Zwei kommunale Gemeinschaften arbeiten seit 2016 gemeinsam daran, die Infrastruktur zu verbessern, leerstehende Gebäude mit neuen Wohn- oder Wirtschaftsräumen zu füllen, den Tourismus in der wunderschönen Landschaft stark zu machen und den Lebensraum „Land“ wieder attraktiver zu gestalten. Colmberg, Buch am Wald, Geslau und Windelsbach arbeiten schon seit 1994 in der Kommunalen Allianz „Obere Altmühl“ zusammen. Mit der Kommunalen Allianz „Rothenburger Land“ vergrößerte sich die „ILE-Region“ – so die amtliche Bezeichnung – um die Stadt Rothenburg sowie die Gemeinden Adelshofen, Gebsattel, Insingen, Neusitz, Ohrenbach und Steinsfeld. Damit umfasst die „ILE-Region“ elf Kommunen mit insgesamt knapp 24 000 Einwohnern. Bei der Konzeption und Umsetzung können sich die Kommunalen Allianzen für eine sogenannte Umsetzungsbegleitung im Hinblick auf Planung und Förderung entscheiden. Die Planung betrifft einen Zeitraum von sieben Jahren. Hannes Bürckmann und Linda Kemmler von der Integrierten Ländlichen Entwicklung sind die persönlichen Beauftragten, die mit 20 Stunden monatlich an der Projektplanung und Ausführung mit einem „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept“ (ILEK) unterstützend zur Seite stehen. Die Kosten für die Erstellung eines ILE-Konzepts wird zu 65 Prozent gefördert. Pro Jahr stehen den ILE-Regionen 100 000 Euro zur Verfügung, die sich aus Mitteln des Bundes, des Freistaates Bayern und der Kommunen der jeweiligen ILE-Regionen zusammensetzen. Im Jahr 2016 kamen die Kommunen, Institutionen, Vereine, Interessengruppen und die Bürger der Kommunalen Allianz „Rothenburger Land“ zusammen. „Bei der Planung neuer Projekte und der Prüfung vorhandener Gebäude- und Flächenpotenziale für Wohn- und Gewerbezwecke sowie Einrichtungen der Grundversorgung, liegt das Potenzial darin, voneinander zu lernen und die geplanten Ziele gemeinsam umzusetzen“, so Hannes Brückmann bei einem Interview. Die Beteiligung der Öffentlichkeit sei dabei ein wichtiger...