Zeitlose Ästhetik

Thomas Geißler schöpft die gestalterischen Möglichkeiten mit Fliesen aus Mit der klassischen weißen Fliese im Bad macht man zwar nichts falsch, aber die gestalterischen Möglichkeiten dieses Gewerks werden verschenkt. Die Kunst des Fliesenlegers ist heutzutage nicht mehr nur ein reines Handwerk, hier ist Kreativität und Ästhetik gefragt. Thomas Geißler hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt. Er kennt die klassische weiße Fliese ebenso wie deren moderne Version, die auch schon mal bis zu 2,40 m groß sein kann. Legt er erst mal richtig los, wird die Welt der Fliese zum Dorado für jeden Bauherrn oder Planer einer Renovierung. Neue Wege gehen Thomas Geißler hat sich im April diesen Jahres im Alter von 46 Jahren selbstständig gemacht. Knapp 30 Jahre war er als Geselle bei seinem einstigen Ausbildungsbetrieb angestellt. Nun wollte er „noch mal was reißen“ und zeigen, was die Fliese in seinen Händen alles vermag. Mit der neu gegründeten Firma „Fliesen Geißler“ bietet er alle Sparten seines Handwerks an: Fliesen, Platten, Mosaik, Naturstein. Sein Herz schlägt aber besonders laut für ganz spezielle Herausforderungen, die auch gerne ins Künstlerische gehen dürfen. Sein iPad hat er bei der Erstberatung immer griffbereit. Thomas Geißler hält sich stets auf dem aktuellen Stand. Nicht weil er muss, sondern weil er will. Mit klaren Worten umreißt er die Möglichkeiten, wie das neue Bad aussehen könnte und hat die passenden Bildbeispiele auf dem Bildschirm parat. In der Dusche kann der Fliesenleger Nischen einbauen, gefliest oder auch aus Edelstahl. „Durch die LED-Technik kommt immer mehr Licht in Kombination mit Fliesen“, erklärt er. Ganz begeistert ist er von einer neuen Systemlösung für Duschabtrennungen. Eine beidseitig geflieste und dennoch filigrane Trennwand baut er als Design orientierte Abtrennung in Bäder ein. „Außerdem gibt es integrierte Kosmetiktuchspender, die sich hinter einer Fliese verbergen, oder auch...

Ein Paradies für Stilvolles

Anita Mendt lebt für ihren „Edengarten“ in Herrnberchtheim Mit dem Wechsel der Jahreszeiten ist sie aufgewachsen. Auf dem elterlichen Bauernhof in dem kleinen Ort Herrnberchtheim, nahe Uffenheim, hat Anita Mendt gelernt mit der Natur zu leben. Die Einzigartigkeit der vier Jahreszeiten mit seinen unterschiedlichen Gesichtern fiel ihr besonders beim „Schoppen in der Natur“ auf. Mit Schere und Korb bewaffnet, sammelte sie erste Boten des Frühlings, Rosen- und Staudenblüten des Sommers, Hagebutten im Herbst und Winteraccessoires, die auf ihren Spaziergängen ins Auge fielen. Für jede Blume, jede Baumrinde, Moos oder Zweige mit ihrer ganz individuellen Struktur hatte Anita Mendt ein fertiges Stillleben im Kopf. Daraus entstanden immer ganz eigene Arrangements für Haus und Garten, die schnell Beachtung bei Freunden und Nachbarn fanden. Sie gab Landfrauenkurse für Trockensträuße und selbst gemachte Bindehilfen für Blumengebinde, Kränze und Tischgestecke. Die Nachfrage nach den Kursen zog damals Kreise von Würzburg über Ansbach bis nach Rothenburg und Umgebung. Bei ihren Streifzügen in der Natur kam sie des Öfteren an einem alten Bauernhaus vorbei, das irgendwann zum Verkauf stand. „Das oder keines sollte es sein“, dachte sie sich vor mehr als 30 Jahren. Der geheimen Sehnsucht nach einem eigenen Anwesen als Schauplatz für Dekorationsideen, für Innen und Außen, für Hochzeiten oder auch für private Feste rückte vor ihrem inneren Auge fassbar nahe. Das 123 Einwohner große Seelendorf hatte so seine besonderen Ortsteile. Einer davon wurde der „Edengarten“ genannt; ein Grundstück, auf dem das Haus ihrer Träume stand. Ein altes Hofgebäude, das nicht wie ein fränkisches Bauernhaus, sondern eher wie die Villa von Scareltt O‘Hara in dem Filmklassiker „Vom Winde verweht“ anmutete – Das perfekte Ambiente für ein eigenes Areal, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Auch die drei Reitpferde und ein Pony haben Platz in den ehemaligen Stallungen gefunden. Heute hat sich die Naturfreundin auf nur ein Reitpferd beschränkt. Ihr Wunsch zu einer Ausbildung zur Dekorateurin sollte sich allerdings nicht erfüllen. Anita Mendt arbeitete als ausgebildete medizinisch-technische Assistentin (MTA) zehn Jahre lang in Labors. Ihren Traum vom eigenen Dekorationsgeschäft erfüllte sie sich nach und nach als Ehefrau und Mutter ganz nebenbei in ihrem „Edengarten“. Geht man heute ein paar Schritte durch das schmiedeeiserne Portal, ist es, als taucht man in ein verwunschenes 2 000 Quadratmeter großes Paradies ein. In jedem Winkel zeigt der Garten ein anderes Gesicht. Umsäumt von Rosen, Stauden, Steinskulpturen und kunstvoll bepflanzten Gefäßen, liegt die kleine Villa. Ihr Inneres gilt es ebenso zu entdecken wie den ehemaligen Pferdestall, der als Kreativwerkstatt und Dauerausstellung für die neuesten Dekorationsideen aus der Fantasiewelt von Anita Mendt dient. „Ich legte immer schon meinen Fokus auf die Wertigkeit meiner Produkte und bezahlbar muss es sein“, betont sie weiter. Über Jahre hinweg inszenierte die Gestaltungskünstlerin Osterausstellungen, ein Rosenfest im Juni, das Lichterfest im Herbst bis hin zum mittlerweile traditionellen Weihnachtsmarkt. Aber auch den „Edengarten“ hat die Pandemie verändert. Zurück zu den Wurzeln Was einmal mit individuellen Kundenberatungen zur Raumausstattung, Gartendekoration und der Ausgestaltung von Festivitäten verschiedenster Anlässe begann, hat heute wieder Priorität. „Ich komme zu den Menschen nach Hause und nehme mir Zeit, um die Stilrichtung des Kunden aufzunehmen“, erzählt sie. Es liegt ihr fern, die eigenen Gestaltungsvorlieben in den Häusern, Gärten oder Festdekorationen umzusetzen. Viele suchen sich schöne Dinge aus ihrem Repertoire aus und stellen mit Anita Mendt eine ganz eigene Kreation zusammen. Dabei gehört der Stilbruch wie die Kombination von Gold und Silbernuancen oder des Barock, mit dem geradlinigen Designerstil zur Handschrift der „Mendt-Gestaltung“. „Ich arrangiere gerne viele Dinge, die augenscheinlich nicht zusammenpassen“, erzählt sie lächelnd. Pflanzen für perfekte Deko Im Moment boomt der „Dschungelstil“ mit Pflanzen aus dem sogenannten „Easycare“-Programm. Dazu gehört zum Beispiel die Bepflanzung von hochwertigen Gefäßen mit pflegeleichten Gewächsen wie spezielle Sukkulenten, die auch einen zweiwöchigen Sommerurlaub ohne Wasser überleben. Ein Urlaub zu Hause wird für die Menschen nicht nur wegen Corona immer wichtiger. Um dem Namen gerecht zu werden, bietet der „Edengarten“ auch Zimmer- und Gartenpflanzen an. Wer einmal eine ganz individuelle...

Lebenstraum erfüllt

Veganes Café und viel mehr erwartet Besucher im Geyer-Schloss In die Ritterzeit zurück versetzt fühlt man sich, wenn man auf das schmiedeeiserne Tor des Geyer-Schlosses in Reinsbronn zugeht. Kein schwerer Türklopfer, sondern ein Strick, der die Torglocke zum Klingen bringt, bietet Einlass in das aus dem 13. Jahrhundert stammende Domizil. Die beiden Schlossherren, Uwe Ottmar (li.) und Thomas Beez haben sich mit dem Erwerb der Burganlage einen Lebenstraum erfüllt. Ottmar als ehemaliger Pflegeheimleiter und sein Partner Thomas Beez, der zuvor eine leitendene Position als Therapeut inne hatte, teilen die Liebe für hilfebedürftige Menschen aber auch zu allem „Gegenständlichen“ aus der Zeit des Mittelalters. „Bevor wir das Geyer-Schloss im Jahr 2014 beziehen konnten, machten uns die Bedingungen, das denkmalgeschützte Anwesen zu erwerben, über drei Jahre hinweg, Probleme“, erzählt Thomas Beez. „Ohne sein Durchhaltevermögen hätten wir unseren Lebenstraum anderswo suchen müssen“, ist sich Ottmar sicher. Aus einer Neubauwohnung in Dainbach nahe Bad Mergentheim zogen die beiden beruflich sozial engagierten Visionäre mit samt dem vorhandenen, über Jahre zusammen getragenen Mobiliar im mittelalterlichen Stil in ihre neue Lebens- und Wirkungsstätte. Als begeisterte Flohmarktjäger erstanden sie alle Einrichtungsgegenstände vom original getreuen Wandteppich bis hin zur eisernen Laterne aus zweiter Hand. Im passenden Ambiente finden auch ihre „mitgebrachten“ Talente Raum zur Entfaltung. Café mit Ambiente aus der Ritterzeit Uwe Ottmar ist der kreativen Küche verfallen und Thomas Beez liebt es, alte Einrichtungsgegenstände zu restaurieren oder nach Originalvorbild selbst nach zu konstruieren – eine geniale Ergänzung für das gemeinsame Projekt. Seit dem Jahr 2012 haben sie sich für eine vegane Ernährung entschieden. Kein Café oder Restaurant hatte damals vegane Kost auf der Karte. „Es gab einfach nix. Also mussten wir unsere Torten selber backen,“ erzählt der Hobbybäcker. Jetzt in Besitz passender Räumlichkeiten, bot sich der Rittersaal als das Herzstück des Schlosses...

Das perfekte Fest

Lisa Glogger organisiert „Traumtage“: Hochzeiten und andere Events Rothenburg hat eine Hochzeitsplanerin: Lisa Glogger ist die erste ihrer Art in der Tauberstadt. Im Herbst letzten Jahres ist sie mit ihrer Hochzeits- und Eventplanung „Traumtage by Lisa“ an den Start gegangen. Mitten in der Pandemie. Was im ersten Moment als schwieriges Unterfangen aussieht, hat sich als Startpunkt mit besonderen Qualitäten erwiesen. Lisa Glogger, die aus Bettwar im Taubertal stammt, war 15 Jahre lang Verlagskauffrau bei einem Verlag und davon 13 Jahre als Medienkauffrau in Dinkelsbühl angestellt. Organisieren gehörte zu ihrem Alltag. Dann kam die eigene Hochzeit, Ehe, Kind und somit die Frage: Wo liegen meine Kernkompetenzen und was will ich in Zukunft beruflich machen? Sie hat schon damals die Hochzeit ihres Bruders, ihrer Freundin und diverse private Feiern organisiert. Und zwar mit Begeisterung. „Bei uns gab es immer die besten Feste“, sagt sie lachend. So kam die Idee einer beruflichen Zukunft als Hochzeitsplanerin auf. Fundiertes Wissen Aber wie wird man eigentlich Hochzeitsplanerin? Lisa Glogger hat recherchiert und im Juni 2020 eine Fortbildung zur Eventmanagerin Hochzeit bei der Agentur Traumhochzeit in Düsseldorf mit Abschlussprüfung und Präsentation eines umfassenden Hochzeitskonzepts bei der IHK absolviert. „Corona hatte zu diesem Zeitpunkt die Branche fest im Griff und alle dachten, 2021 wird DAS Hochzeitsjahr“, erinnert sie sich. Dem war leider nicht so und nun liegen alle Hoffnungen auf dem Jahr 2022. Lisa Glogger konnte also nicht sofort durchstarten. Das war zwar nicht ideal, aber so hatte sie etwa ein Jahr Zeit, ihr Unternehmen auf ein festes Fundament zu stellen. Die Homepage (www.traumtage-lg.de) steht und sie hat einen prall gefüllten Instagram-Account. Lisa Glogger hat in den vergangenen Monaten nämlich acht Styleshootings konzeptionell geplant, organisiert und durchgeführt. Ebenso, wie sie es für eine tatsächlich stattfindende Hochzeit getan hätte. Mit den entstandenen Fotos...

Besondere Küche

Drei Bib Gourmand Restaurants Gut essen kann man in Franken vielerorts. Aber in manchen Gaststuben darf es besonders gut sein. Seit dem Jahr 1900 gibt es den Restaurantführer „Guide Michelin“, der einst den ersten Autopionieren neben Infos zu den Kraftstoffdepots auch Restauranttipps an die Hand gegeben hat. Die Idee war ein Erfolg und mit der Einführung der Sternebewertung im Jahr 1926 wurde der „Guide Michelin“ zur „Bibel der Gastronomie“. Im Jahr 1997 kam mit der Bib Gourmand-Empfehlungen für Restaurants eine weitere Sparte dazu. Das Kennzeichen des „Bib Gourmand“ ist das Gesicht des Michelin Männchens „Bibendum“, das sich genussvoll die Lippen leckt. Jedes Jahr erscheint eine neue Ausgabe des BiB-Gourmand-Führers. Unter den insgesamt 327 ausgezeichneten Häusern in ganz Deutschland sind drei Restaurants im direkten Einzugsgebiet von ROTOUR vertreten: Das „Rote Ross“ in Marktbergel, das Gasthaus „Zum Falken“ in Tauberzell und das „Landhaus Lebert“ in Windelsbach. Manfred Lebert vom gleichnamigen Landhaus ist der „alte Hase“ unter den Köchen mit BiB Gourmand-Auszeichnung. Seit 29 Jahren hat er jedes Jahr den kulinarischen Ritterschlag erhalten. Noch vor der flächendeckenden Internetpräsenz war die Auszeichnung in dem Gourmet-Führer eine wichtige Plattform – und ist es noch heute. „Sowohl Wanderer als auch Fahrrad- oder Motorradfahrer finden uns über den BiB-Gourmand-Führer“, so Lebert. Dass man etwas Besonderes dafür bieten muss, gehört für ihn selbstverständlich dazu. „Der Bib Gourmand ist für uns so etwas wie ein halber Stern“, sagt Britta Bogner vom „Roten Ross“ in Marktbergel. Seit acht Jahren haben sie und ihr Mann Thomas Bogner die Auszeichnung. Der „Guide Michelin“ selbst klassifiziert getestete Restaurants mit Sternen der Kategorie eins bis drei. Direkt unterhalb des Sternespektrums wird die Auszeichnung Bib Gourmand vergeben. Versierte Profis in der Küche Lars Zwick vom Landhaus „Zum Falken“ in Tauberzell hat den Bib Gourmand nun im fünften Jahr in...

Sommer, Sonne, Bender-Eis...

Familie Bender in Sechselbach setzt auf Eiscreme als zweites Standbein So langsam wird´s eng bei den Bauern im schönen Frankenland. Seit der Europäischen Gemeinschaft Mitte der 80er Jahre haben Landwirte in Deutschland nicht mehr viel zu lachen. Die extrem hohen EU-Auflagen (Cross-Compliance-Richtlinien) für Landwirte machen den Bauern bürokratisch gesehen mehr Arbeit und die Tierhaltung extrem kostspielig. Die Familie Bender in Sechselbach betreibt ihren Milchviehbetrieb mit rund 70 Tieren in der dritten Generation. Siegfried Bender machte sich schon länger Gedanken über zusätzliche Einkünfte, um den Betrieb finanziell abzusichern. Viele Landwirt betreiben deshalb Hofläden, gehen mit ihren Produkten auf Bauernmärkte oder verdienen nebenberuflich hinzu. Anders geht es heute oft nicht mehr und das bei einem „rund um die Uhr“-Job von Sonntag bis Sonntag, 365 Tage im Jahr. „Gerade jetzt, während der Pandemie nimmt die Nachfrage an Produkten ab Hof zu“, stellen Konrad und Petra Bender (Bild oben) fest. Vater Siegfried Bender schmökerte in einer Fachzeitschrift, als er auf die holländische Franchise-Firma „Ice Delite B.V.“ für die Produktion und Verkauf der eigenen Eiscreme ab Hof stieß. Siegfried und Sohn Konrad Bender waren sich einig – die neugegründete „Bender Eis GbR“ im Jahr 2004 sollte das zweite Standbein neben der Land- und Milchviehwirtschaft werden. Mit dem Ausbau von Räumen für die Eisproduktion und Kühlung wurden freistehende Nebengebäude genutzt. „Oben drüber haben wir dann gleich eine Altenteilerbwohnung für meine Eltern eingerichtet“, erzählt Sohn Konrad Bender. Die Familie muss zusammenhalten Allerdings ist ein derart arbeitsaufwendiges Unterfangen nur möglich, wenn die Generationen gemeinsam mit anpacken. Siegfried und Mutter Margrit kümmern sich um die Milchkühe. Die Bürokratie und der Ackerbau liegt in den Händen von Konrad Bender. Nebenberuflich ist er im Sommer sechs Tage pro Woche im Bereich Qualitätssicherung im Bereich Landwirtschaft unterwegs. Seine Frau Petra ist Mutter von drei Kindern, verarbeitet...