Sehnsucht nach Einfachem

Daniela Wattenbach erdet den Alltag mit altbewährten Rezepten Ihre Küche ist modern und traditionell zugleich: Ein Herd wie aus Großmutters Zeiten, daneben eine Küchenmaschine im schicken Design. Daniela Wattenbach packt das Beste aus zwei Welten in eine neue Sichtweise. Sie lebt mit ihrem Mann auf einem 400 Jahre alten, selbst renovierten Bauernhof in Burgbernheim, ist ausgebildete Hauswirtschafterin, Kräuterpädagogin, Bio-Imkerin, Heilkräuterexpertin in der BR-Sendung „Wir in Bayern“ und Autorin von zwei Büchern. 2018 erschien ihr Buch „Heimat im Glas“, wo sie alte und bewährte Rezepte zum Haltbarmachen erklärt. 2020 kam dann „Sauerteig und Wadenwickel – das 1×1 für einen nachhaltigen Haushalt“ auf den Markt. Sie ist eng verbunden mit ihrer Heimatstadt und weiß, Burgbernheim, die Streuobstwiesen, das Leben in einer großen Familie und vor allem das Wissen ihrer Großmutter haben sie geprägt. „Kind, das müssen wir nicht kaufen, das machen wir selbst“, ist ein Ausspruch ihrer Oma Else, den sie im Vorwort ihres Buchs zitiert. Die Frauen damals haben ihren Haushalt nachhaltig, achtsam und regional geführt. Und das war zu dieser Zeit kein Trend, sondern ganz normal. Gleichwohl weiß Daniela Wattenbach, dass es zeitaufwendig ist, einen Haushalt nach dieser Prämisse zu führen. Sie selbst arbeitet neben all ihren Aktivitäten auch als Schulsekretärin. „Aber gerade, weil ich Dinge selber mache, habe ich vielleicht mehr Zeit“, ist ihr Credo. Dem hektischen, konsumorientierten Alltagsleben hat sie abgeschworen. Sie hinterfragt Inhaltsstoffe, kauft gezielt und nutzt ansonsten ihre Zeit, um Produkte selbst herzustellen. „Und das macht unheimlich Spaß“, sagt sie. „Sauerteig & Wadenwickel“ ist aufgebaut wie ein Fahrplan durch ein Jahr Haushaltsführung. Von der Organisation der Küche (mit Rezepten) über die Speisekammer bis hin zu Tipps für einen gelungenen Gemüsegarten, für die eigene Hausapotheke oder auch für Kosmetik im Badezimmer und selbstgemachte Putzmittel finden sich allerlei Anregungen, die stets einfach und ohne viel Schnickschnack sind. Auch die beiden Rezepte auf Seite 97 für das vollwertige Knäckebrot und die Schüttelbutter sind darin enthalten. Übrigens ist es sehr wichtig, für die Butter Sahne in Bio-Qualität zu verwenden. Konventionelle Sahne enthält oft ein Verdickungsmittel, das die Rahmbildung verhindert. „Ich verzichte auf nichts, aber ich verweigere manches“, stellt Daniela Wattenbach fest. Der Verbraucher habe es in der Hand, was er konsumiert und was somit den Weg in das Supermarktregal findet. Dabei geht es ihr einerseits um natürliche, regionale und unverfälschte Lebensmittel und andererseits um ökologische Nachhaltigkeit wie Müllvermeidung und Ressourcenbewusstsein. Authentische Strahlkraft Was mit Rezepten wie fränkischen Oliven aus Schlehen, Giersch-Limonade oder fermentierten Walnüssen in „Heimat im Glas“ startete, wird nun mit den Tipps rund um den Haushalt abgerundet. Dabei ist es Daniela Wattenbach wichtig, das nicht ihre Bücher eine Initialzündung zum bewussten Leben waren, sondern sie ihren Haushalt schon immer so geführt hat. Authentizität ist die Basis ihrer Strahlkraft. Sich selbst versorgen, mit den Händen arbeiten, das erfüllt sie mit Glück. Mit ihren Büchern möchte sie gerade auch junge Menschen motivieren. „Ich habe das Gefühl, die nächste Generation will die Umwelt bewusst schützen“, sagt sie. Daniela Wattenbach bietet auch Führungen an. Normalerweise wird sie von einzelnen Gruppen gebucht, aber am 5. Mai gibt es eine von der Stadt Burgbernheim initiierte öffentliche Führung. Die „Kräuterführung im Tiefenbachtal“ startet um 14.30 Uhr am Wildbad Burgbernheim (Anmeldung unter www.burgbernheim.de/Tourismus und Natur/Online-Buchungen Führungen)....

Schneller Überblick

Mit neuer Rothenburg-App die Tauberstadt erkunden Gerade im Hotel angekommen gilt es sich erst einmal zu orientieren. Einchecken, das Zimmer beziehen und dann? Rothenburger Touristen übernachten meist nicht länger als zwei bis drei Nächte. Es ist unmöglich, die vielen historischen und kulturellen Schätze der Tauberstadt in so kurzer Zeit zu entdecken. Die neue Augmented-Reality-App schafft Abhilfe und verbindet bereits vorhandene analoge Informationsquellen, wie die Infotafeln auf dem Turmweg mit der Digitalen Welt und liefert zusätzliche virtuelle Führungen in 3-D-Optik. Seit Mai kann sich der Gast den neuen digitalen Gästeführer kostenlos über den App-Store herunterladen.„Unsere neue Anwendersoftware mit Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungshöhepunkten des Jahres, wie die Reichsstadtage, die Festtage zu Pfingsten, Gästeführungen, Anfahrtswegen, Parkplätzen, einer digitalen Stadtkarte und vier Turmwegen soll ein Willkommensangebot für unsere Gäste sein“, so Robert Nehr vom Rothenburger Tourismus Service (Bild unten). Nicht nur Urlauber, sondern auch Einheimische haben durch die neue digitale Plattform die Möglichkeit, Freunde und Gäste 365 Tage im Jahr durch die heimische Tauberstadt zu führen und dabei selbst mehr zu erfahren. „Es soll allerdings nur eine Ergänzung zu den touristischen Angeboten sein und kein Ersatz“, erklärt Claudia Weisbrod vom RTS-Rothenburg (re. im Bild unten). Technisch funktioniert die Informationsplattform ähnlich wie die bereits bestehende „RothenburgMuseum-App“. Allerdings sind die Darstellungen und Bilder im 3-D-Modus zu sehen. Der Betrachter bekommt den Eindruck, mitten im Geschehen zu stehen. Sehr schön dargestellt wird dies im berühmten Rothenburger Kaisersaal, der nicht immer für Gäste zugänglich ist. Per Tipp auf das Smartphone-Display oder auf den Laptop-Bildschirm kann man virtuell durch die Tür ins Rathaus eintreten, den Raum über die Treppe erreichen und sich umsehen, als wäre man selbst gegenwärtig. Aber nicht nur Innenräume, sondern auch vier Turmwege sind barrierefrei zu erkunden. Das Burggartentor im Norden, das Rödertor im Osten, das Kobolzeller-Tor im Süden und das Klingentor...

Zink, Psalter & Harfe wach auf

Erhard Reichert: Ein Leben für Mensch, Musik und die Handwerkskunst In sich ruhend wirkt der pensionierte Lehrer, Musikant und Hobbykünstler Erhard Reichert. Zu Hause an seinem Wohnzimmertisch, wo sich nicht selten seine Kinder mit den vier Enkelkindern versammeln, erzählt er aus seinem recht erfüllten Leben. Gegenüber sitzt seine Frau, die alle seine nebenberuflichen Aktivitäten mit getragen und teilweise auch gemeinsam mit ihm geteilt hat. Einen vollen Alltag kennt er seit jeher. Wenn es einmal nichts zu tun gab auf dem kleinen landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in Bettwar, dann saß Erhard Reichert nach der Schule gerne im Wald und hat einfach vor sich hin geschnitzt. Meist waren es kleine Flöten, die aus dem Schnitzwerk entstanden sind. Für Musikinstrumente interessierte sich Erhard Reichert schon früh. Die ganze Familie war kirchenmusikalisch in der heimischen Gemeinde aktiv. „Mein Bruder ist seit 60 Jahren Organist in Bettwar“, erzählt er.„Mit zehn Jahren habe ich angefangen, im Bläserchor mitzuspielen“, sagt Erhard Reichert. Im Musikunterricht am Rothenburger Gymnasium lernte er auch die Geige und Bratsche zum Klingen zu bringen. „Hier habe ich die Liebe zur klassischen Musik von Händel, Bartók und Schütz entdeckt“, so der Musikfreund. Das handwerkliche Geschick dagegen hat er an sich selbst entdeckt. Mit seinem Taschenmesser in der Hosentasche oder einem Skizzenblock unter dem Arm genoss er es, nach der Schule die Natur auf einem Bild mit Farbe und Pinsel festzuhalten. „Bis ich eines Tages von der Mutter eines Kameraden einen Malkurs mit Horst Rosemann aus Rothenburg gesponsert bekam“, freut sich der Hobbykünstler heute noch. Wie sein Vorbild und Lehrer Rosemann wollte sich der junge Reichert folgerichtig wie es schien, nach seinem Abitur an der Kunstakademie in München einschreiben lassen. Musik liegt in der Luft Wider Erwarten hatte es nicht geklappt. Im Nachhinein ist er froh darüber, denn in seiner Heimat im Taubertal haben sich im Laufe seines Lebens so viel mehr Gelegenheiten geboten, sich in der Musik auch im Kunsthandwerk zu entwickeln, als er es als Kunstlehrer je hätte tun können. „Künstlerische Freiheiten gibt es als Kunstpädagoge nicht wirklich“, erzählt er. Die Reise ging stattdessen nach München, um ein Studium auf Lehramt zu absolvieren. Zurück im schönen Taubertal fand Erhard Reichert seine „bessere Hälfte“ und heiratete im Jahr 1973. Ein Berufsleben lang arbeitete der heute 72-Jährige mit Herzblut als Grundschullehrer in Uffenheim und hat so manch einen seiner Sprösslinge zur Musik geführt. Auch seine kunsthandwerkliche Gabe konnte er zum Beispiel beim Bau von Segelfliegern mit seinen Schülern samstags in seinem Garten weitergeben. Über 35 Jahre und ebenso lange leitete Reichert den Musikverein Tauberzell und den örtlichen Frauenchor. „Es war eine erfüllte Zeit mit Proben, Auftritten und der Ausbildung von Jungbläsern“, schwärmt er mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. Alle diese Erfahrungen waren nur Vorboten von dem, was noch kommen würde. „Völlig unverhofft kam ich zur ,Rothenburger Stadtpfeifferey‘ durch deren Gründerin Gudrun Schneider ich einen tiefen Einblick in die spätmittelalterliche Musik bekam“, erzählt der spätere Instrumentenbauer. Die Musikgruppe besteht nunmehr seit 50 Jahren und knüpft an die Stadtpfeiferzünfte deutscher Reichsstädte des ausgehenden Mittelalters an. „Den ersten Eintrag über die Einstellung eines Rothenburger Stadtpfeifers findet man in den Chroniken der Stadt aus dem Jahre 1405“, so Reichert. „Item wir haben bestellet barhoolmeus heken zu eyn statt pfeffer“, heißt es wörtlich. Märchenaufführungen wie Aschenputtel und König Drosselbart und Konzerte wie „Kirche, Kemate Kneipe“ oder das „Hochzeitsfest um 1600“ gehörten auch zum Repertoire. Höhepunkte dieser Zeit waren Aufführungen zum 700-jährigen Geburtstag der heiligen Elisabeth, Pilgerlieder aus den „Cantigas de Santa Maria“ und das 500-jährige Gedenken an die Reformation. Historische Instrumente „Können sie auch das Zink spielen?“, fragte Gertrud Schneider eines Tages den begabten Lehrer Reichert. Das war der Startschuss nicht nur zum Spielen und Sammeln von spätmittelalterlichen Instrumenten, sondern forderte den handwerklich talentierten Hobbykünstler auch zum Eigenbau der Klangkörper heraus. Eines seiner selbst gebauten Instrumente ist die gotische Harfe (Foto: Seite 88). Sie ist mit dem Motiv eines Kopfes verziert, der auch auf dem Torbogen der...

Der Baumflüsterer

Historische Obstsorten in Neusitz Immer wenn der Baumwart und Landschaftspfleger Clemens Nähr mit seinem Crossbike an der Neusitzer „Berghang-Flurfläche 289“ unten vorbeikam, hatte er das fertige Bild eines „North-Shore“-Mountainbike-Parcours vor Augen. Schnell war er aus – der Traum, denn wie es sich herausstellte, handelt es sich bei diesem überwucherten „Baameländle“ um ein Landschaftsschutzgebiet. In den 50er und 60er-Jahren hatte der 1. Bürgermeister Johann Vogel auf seiner 1,2 ha großen Fläche neben 320 historischen Obstbaumsorten auch Beerenfrüchte angebaut und regional verkauft. Noch heute kennzeichnen Metallrohre im Boden befindliche Wasseradern, auf denen, laut des Altbürgermeisters, Apfelbäume sehr schlecht wachsen können. Älteren Neusitzern ist der „Unkraut-Vogel“, wie er auch von seinen Schülern in der Landwirtschaftsschule liebevoll genannt wurde, noch gut im Gedächtnis. Seit 2016 ist Clemens Nähr (in der Landwirtschaftlichen Hochschule Triesdorf) als zertifizierter Baumwart damit beauftragt, die Berghangfläche zu „entbuschen“. Mit seinem Fachfreund und Pomologen Jürgen Mortag aus Thüringen entdeckte er unter den Apfelbäumen die noch Früchte tragende, fast in Vergessenheit geratene Sorte „Ananasrenette“ aus dem Jahre 1820 und die englische „Galloway Pepping“ (1871). „Die musst Du retten“, meinte Mortag. Anzucht von Jungpflanzen Die Vision einer Schau-Baumschule mit historischen Apfelsorten war geboren. Gemeinsam mit dem Gartenbauverein Neusitz und der örtlichen Gemeinde wurde das Projekt in die Tat umgesetzt. Finanzielle Unterstützung kommt auch aus dem Regionalbudget der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE). Clemens Nähr wurde damit betraut, historische Apfelsorten aus dem „Flurgelände 289“ in seiner ganzen genetischen Vielfalt und Biodiversität wieder zu vermehren und abgestorbene Bäume auf dem Grundstück zu ersetzen. „Die widerstandsfähigen und vitaminreichen Apfelsorten vermehre ich in meiner Garage“, erzählt der Naturfreund, der im Rothenburger Hochzeitswald 822 Obstbäume pflegt und für die Landschaftspflege von 2,8 ha Land in der Region zuständig ist. In der heutigen Zeit gibt es immer mehr Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Dazu gehören auch al­lergische Reaktionen...

Mensch und Natur

Die Naturpark-Ranger der Frankenhöhe schaffen Bewusstsein für Natur Mit dunkelbrauner Outdoor-Uniform, einheitlichem Rucksack und entsprechendem Werkzeug ausgestattet, ziehen die Naturpark-Ranger der Frankenhöhe auf einer Gesamtfläche von 110 450 Quadratmetern und maximal 554 Höhenmetern durch Wiesen und Wälder, vorbei an Flüssen und Feldern. Ein Naturpark mit Rangern ist seit 2018 nicht mehr wegzudenken. Die Initiative „Naturoffensive Bayern“ richtete im Jahr 2018 neue Stellen für die Naturpark-Hüter ein. Die Geschäftsführung des Naturparks Frankenhöhe obliegt dem mittelfränkischen Landespflegeverband unter der Leitung von Johanna Sieger. Mit anfangs zwei Rangern (2019), dem Rothenburger Benjamin Krauthahn und Jennifer Klemm, die in einen Naturpark im Allgäu gewechselt ist, wurde der Grundstein für die Hüter im Naturpark Frankenhöhe gelegt. Wolfgang Wenk und Joshua Blank sind neu im Bunde. Gemeinsam leisten sie nun zu dritt wertvolle Arbeit im Park. Dazu gehört der Artenschutz, Bildungsangebote zum Thema Naturschutz für Schüler und Naturfreunde, die Unterstützung ehrenamtlicher Wanderwarte sowie die enge Zusammenarbeit mit den 42 umliegenden Gemeinden, Tourismusverbänden (Romantisches Franken und Steigerwald) und dem „Amt für Ländliche Entwicklung“ (ALE). Dabei behalten sie immer die Ausgewogenheit zwischen der Nutzung des Parks von Erholungssuchenden und dem Naturschutz im Auge. Sie bringen die Themen Wandern und „Natur bewahren“ in Einklang. Zu den fünf von 44 Wandertouren zählt der zertifizierte Europäische Wasserscheideweg, ein quellenreiches Gebiet, das die Altmühl (fließt über die Donau ins Schwarze Meer) mit der Tauber (fließt in die Nordsee) verbindet. Weitere Wanderhöhepunkte sind der Dottenheimer Hutewald, das sagenumwobene „Bodenlose Loch“ (Unteroestheim), der Petersberg bei Marktbergel und der Wanderweg an der Kreuzeiche. Gut vernetzt Das gesamte Wege-Netzwerk wird von ehrenamtlichen Wanderwarten gepflegt und wenn nötig, neu beschildert. „Nur, wenn Not am Mann ist, sind wir Ranger gefragt.“, so der studierte Geologe und Baumwart Wolfgang Wenk. Der „Allrounder“ unter den Rangern kümmert sich seit Juli 2021 um die Bildungsarbeit mit...

Der Realisierer

Daniel Kübler macht Unmögliches wahr: Auf der Erde und im All Was ist er nun genau? Er ist kein Koch, kein Gastronom, kein Hotelier, kein Wirtschaftsboss und kein Erfinder. Und gleichzeitig ist er all das in einem. Daniel Kübler passt einfach in keine Schublade. Er ist ein smarter Typ, perfekt gestylt, aber nicht zu perfekt, mit sympathischem Lächeln und bodenständigen Ansichten. „Schwäbisch betrachtet kann man alles, was man denken kann, auch machen“, sagt er. Auf dem Handy hat er Fotos aus der ISS. Darauf sieht man Matthias Maurer, aktuell als Astronaut im All, mit den eingeschweißten Essensdosen, produziert von Küblers Firma. Von der Pike auf gelernt Nun könnte man meinen, Kübler sei einer dieser stets wichtigen Trendsetter. Das ist er nicht. Er stammt aus dem Schwarzwald. Die Familie hat seit Generationen dort einen Landgasthof und betreibt Forst- und Landwirtschaft. „Ich bin mit Gästen und Tieren aufgewachsen. Was anderes habe ich nicht gekannt“, erzählt er. Wer mitten im Gourmet-Mekka Baiersbronn aufwächst und diese familiäre Prägung hat, der geht in die Gastronomie. Daniel Kübler hat in der „Traube Tonbach“, wo Harald Wohlfahrt im Restaurant Schwarzwaldstuben drei Sterne erkocht hat, Hotelkaufmann gelernt. Das ist schon was, aber es kam noch besser. Danach ging er nach Oxford ins „Le Manoir aux Quat‘ Saison“. Queen Elizabeth und Prinz Philip gehörten dort zu den Gästen. „Ich wurde nach der ‚Traube‘ da hingeschoben“, erzählt er, „Man war dankbar, dass man dort arbeiten durfte.“ Kübler hält den Ball stets flach. Kein Wort davon, dass er in seinem Job wahrscheinlich ganz gut war. Gipfel der Perfektion Von Oxford ging es weiter nach Paris ins Restaurant „Pierre Gagnairs“, weltweit unter den Top 10. „Man bleibt meist ein gutes Jahr in einem Haus“, erzählt er. Um die Karriereleiter hochzuklettern, steht dann ein Wechsel an. Mit...