Umwelt selbst gestalten...

Klimabündnis für bessere Lebensqualität aller Bürger „Time is running out“–„Die Zeit drängt“, lautet der aktuelle Ausruf des „Klimabündnisses Rothenburg“. Die starke Ausdünnung der Ozonschicht, wie sie 1985 erstmals am Südpol über der Antarktis festgestellt wurde, zeigte sich am Anfang des Jahres 2020 nach einem Bericht des Alfred-Wegener-Instituts zum ersten Mal auch über der Arktis (Nordpol), so der Wikipedia Eintrag über die aktuelle Situation der Ozonschicht. Die Aktion „Fridays for Future“, zu Deutsch: „Freitage für die Zukunft“ ist der Name einer Bewegung von Schülern und Studenten auf der ganzen Welt. Ihr Ziel ist es, die Politik dazu zu bewegen, mehr in den Klimaschutz zu investieren. Auch Rothenburger Schüler sind mit von der Partie. Was die jungen Menschen bereits vor Corona begonnen haben, hat auch bei den Eltern Anklang gefunden. Aus einer losen Gruppe Erwachsener haben sich bis heute 20 aktive Klimaschützer zusammengetan, um zu zeigen, dass der Einsatz für die Umwelt in der Region Spaß machen kann und für alle Bürger eine bessere Lebensqualität mit sich bringt. „Die generationsübergreifenden Gemeinschaftsaktionen verbinden und motivieren dazu, an einem Strang zu ziehen, so die Motivation des „Klimabündnis Rothenburg“. Um der Klimaproblematik vor Ort fachkompetent begegnen zu können, hatte sich die Interessengemeinschaft mit einem Antrag bei der Stadt um einen „Klimamanager“ bemüht. „Es geht uns vor allem darum, Gelder sinnvoll einzusetzen und gemeinsam mit der Stadt Rothenburg für möglichst schnelle Lösungen für eine Klima freundlichere Umwelt zu sorgen“, so das Ziel der engagierten Gruppe. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, bis ein Klimamanager eingesetzt werden kann, hat sich das „Klimabündnis Rothenburg“ in drei offene Arbeitsgruppen aufgeteilt und schon so einige Projekte auf den Weg gebracht: Die Gruppe Klimapolitik unter dem Motto „Global denken, lokal handeln“, eine Fahrradgruppe für fahrradfreundliche und sichere Radwege in Rothenburg und die Gruppe Stadtgrün namens...

Der amerikanische Europäer...

James Derheim kennt ganz Europa – aber leben will er nur in Rothenburg Er hätte Paris, Rom, London, Venedig oder auch ein irisches Dorf mit Blick über das Meer auswählen können. Hat er aber nicht. James Derheim hat sich für Rothenburg entschieden. Seit den 90er-Jahren lebte er stets ein paar Monate im Jahr in der Tauberstadt. Seit 2020 ist er nun das ganze Jahr über hier. Er hat ein Appartement mit sonniger Terrasse mitten in der Altstadt – und er findet sein Leben in der Tauberstadt einfach genial. Wer ist dieser James Derheim, den gefühlt jeder in Rothenburg kennt? Das steife deutsche „Sie“ hat bei dem smarten Amerikaner keine Chance; er spricht zwar recht gut deutsch, aber lieber ist ihm englisch – und er hat die Gabe, das Leben zu nehmen, wie es kommt. Chancen sehen, zupacken, etwas daraus machen. Und genau das hat ihn auch nach Rothenburg geführt. James Derheim erinnert sich noch an seinen ersten Aufenthalt hier. Es war Winter, Februar 1990. „Keine Ahnung, warum wir zu so einer Zeit hierhergekommen sind“, sagt er rückblickend. Derheim war Fotograf für „The Stars and Stripes“, eine Zeitung, die für die Truppen der US-amerikanischen Streitkräfte publiziert wird. Gemeinsam mit einem Redakteur hat er an einer Story über Rothenburg gearbeitet. Derheim hat damals ein Foto von einem Mann mit Roller und Anhänger gemacht, als dieser im Schneegestöber durch den Siebersturm gefahren ist. Das Bild wurde groß gedruckt. „Später habe ich den Mann noch öfter gesehen“, sagt er. An diesem kalten Februartag war das „Stars and Stripes“-Team aber schnell wieder weg. Vielleicht ging es weiter nach Paris oder sogar nach Afrika oder Asien. „Das war damals einfach ein Job für mich. Ich bin so viel gereist“, so Derheim. Über die Navy in die Welt James Derheim ging...

Heilkraft des Lachens...

Lydia Opfer ist Lachyogatrainerin Haben Sie heute schon mal herzhaft gelacht? Nein, dann wird es Zeit für Lachyoga. Und bevor Sie nun denken, das ist ja albern, braucht doch keiner – lassen Sie sich kurz eines besseren belehren. Lydia Opfer aus Uffenheim ist Lachyogatrainerin. „Ich bin über Umwege zum Lachyoga gekommen“, erzählt sie. Lydia Opfer hat seit 2006 ein eigenes Kosmetikstudio in Uffenheim. Während einer ayurvedischen Ausbildung in Bad Meinberg wurde auch Lachyoga angeboten. Die sehen verrückt aus, sei ihr erster Gedanke damals gewesen. Dennoch hat sie sich getraut und an einem Lachyogakurs teilgenommen. „Ich war danach total begeistert und wollte das unbedingt weitergeben“, erinnert sie sich. Das war 2009 und es hat noch knapp zehn Jahre gedauert, bis sie 2018 die einjährige Ausbildung zur Lachyogatrainerin in München absolviert hat. Als sie 2019 fertig war, kam leider Corona auf. „Ich konnte daher noch keine fortlaufenden Präsenzkurse anbieten“, so Lydia Opfer. Sobald es Planungssicherheit gibt, will sie aber damit starten. Bereits in den Genuss der Heilkraft des Lachens sind aber Uffenheimer Kinder gekommen, denn sie hat im Rahmen des Ferienprogramms 2019 einen Lachyogakurs mit Schülern gemacht. Ebenso gab es einen Online-Kurs. „Das geht besser als ich dachte“, so die Trainerin. Und die Diakonie hat die Lachyogaspezialistin für ein Seminar für ehrenamtliche Mitarbeiter gebucht. Es darf also trotz Corona noch gelacht werden. Lydia Opfer baut ihre Kurse in vier Etappen auf. Nach einer Begrüßung mit Klatschen und dem traditionellen Hoho Hahaha-Ruf starten erste Atemübungen, gefolgt von positiven Verstärkungen und dem spielerischen Herangehen an die ersten Lacher. „Man denkt, das ist total peinlich, aber in der Gruppe entfaltet sich eine eigene Dynamik“, erklärt sie. Lachyogatrainer arbeiten mit speziellen Ankern, die die beim Lachen erfahrenen Emotionen in den Alltag transportieren sollen. Beispielsweise gibt es das Verlegenheitslachen: Wie eine...

Dirndl von der Weinprinzessin...

Selina Wehr schneidert individuelle „Taubertal Dirndl“ Als Selina I. kennt man sie allerorts. Im Jahr 2018 wurde Selina Wehr zur Tauberzeller Weinprinzessin gewählt. Wenn sie auftrat, hatte sie stets ein schickes Dirndl an. „Das passt einfach immer“, sagt sie und fügt an: „Ich dachte mir dann damals, warum nähe ich mir nicht eines selbst.“ Gesagt, getan. Sie hat sich aber nicht nur eines, sondern acht genäht. Mittlerweile zieren die Weinprinzessinnen-Dirndl die Schneiderpuppen in ihrem Atelier. Ende September hat Selina Wehr in der Hautschenmühle 3 in Tauberzell bei Adelshofen ihre eigene Dirndlschneiderei eröffnet. „Taubertal Dirndl – handmade with Love“ steht an einem Schild am Scheunentor. Zielstrebig zum Erfolg Selina Wehr hat nach dem Abschluss an der Mittelschule in Rothenburg eine Ausbildung zur Änderungsschneiderin an der Modeschule in Nürnberg gemacht. Darauf sattelte sie noch die Ausbildung zur Modeschneiderin und zur staatlich geprüften Bekleidungstechnikerin. Aktuell ist die 23-Jährige als Schneiderin in Vollzeit bei der Bundespolizei in Schweinfurt angestellt. „Mein Job macht mir richtig Spaß“, sagt sie und fügt an: „Aber ich wollte mich auch immer selbstständig machen.“ Ihre Leidenschaft zum Dirndl musste dazu einfach die Basis sein. Im Oktober 2020 hat sie ein Gewerbe angemeldet, im September 2021 war sie startklar. Sie hatte eine Kollektion und die passenden Räume. Selina Wehr ist Tauberzellerin und nur einen Steinwurf von ihrem Elternhaus entfernt, wo sie lebt, befindet sich die Hautschenmühle. Sie hat die einstigen Büroräume der Firma (ehemals) PTS dann Teknor Apex angemietet. Durch ein großes Scheunentor betritt man den Ausstellungsraum: Auf der einen Seite die Dirndlmodelle der Kollektion, auf der anderen Seite eine großzügige Umkleidekabine und Sitzgelegenheiten. Daran grenzen zwei Produktionsräume für Zuschnitt und Fertigung an. „Ich fühle mich hier richtig wohl“, so Selina Wehr. Aktuell zeigt sie mit acht Dirndlvarianten (zusätzlich zu ihren eigenen Weinprinzessin-Dirndln auf den...

Technisch einwandfrei...

Die Kfz-Prüfstelle Wegmann mit viel Erfahrung und starkem Service „Mein Auto hat keinen TÜV mehr“, diesen Satz kennt jeder. Alle zwei Jahre ist eine technische Hauptuntersuchung nicht nur des eigenen Pkw von Amtswegen her vorgeschrieben. Nur bei Neuwagen ist die erste Untersuchung nach drei bis vier Jahren fällig. Doch der „Technische Überwachungsverein“ (TÜV) ist nur eine der Prüforganisationen, bei der Autobesitzer die Hauptuntersuchung durchführen lassen können. Auch die Institute KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger), DEKRA (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein) und GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) sind befugt, Kraftfahrzeuge zu prüfen und die Prüfplakette zu vergeben. Übrigens wird bereits seit 2010 auch gleichzeitig die Abgassonderuntersuchung (AU) erledigt. Raimund Wegmann war bisher 17 Jahre lang als anerkannter Sachverständiger bzw. Prüfingenieur in einer angemieteten Werkstatt in Gebsattel berechtigt, die Hauptuntersuchung bei Kraftfahrzeugen aller Art abzunehmen. Die Voraussetzung eines Studienabschlusses für Maschinenbau und Elektrotechnik sowie einer Weiterbildung als Prüfingenieur hatte der ursprünglich gelernte Kfz-Mechaniker bereits in der Tasche. Der Traum von einer eigenen Prüfstelle mit angegliederter Werkstatt und Büro hat er sich im Januar 2020 „Am Igelsbach“ in Rothenburg erfüllt. „Hier bin ich flexibel und kann meine Zeit für den Kunden frei einteilen“, sagt Wegmann zufrieden. Als Franchisenehmer der KÜS-Organisation wurden ihm alle räumlichen, technischen und werbewirksamen Voraussetzungen gegeben. Aber das ist für den selbstständigen Kfz-Prüfingenieur nicht das Wichtigste. Bei allem was er tut, steht der Kunde im Vordergrund. „Bei mir wird nicht einfach nur eine Checkliste abgearbeitet, nein, es ist mir wichtig, dass jeder Autobesitzer erfährt, warum welche sicherheitstechnischen Vorschriften notwendig sind“, so der Fachmann. Serviceportfolio Als Vater von drei Kindern freut er sich über den familiären Zuwachs seiner Prüfstelle. Ehefrau Paula ist bereits die rechte Hand in Sachen Büromanagement. Aber auch auf die künftige Verstärkung ihrer Tochter können die Wegmanns hoffen, denn sie ist momentan Studentin im Bereich Maschinenbau...

Das Flair der Schönheit

Naturhaarschnitte bei Flex Die Haare sind der Spiegel unserer Seele und dennoch treiben wir allerhand anstrengende Dinge mit ihnen. Locken werden glatt gepresst, glatte Haare werden in Schwung gebogen und modische Farbtrends betören unsere unsicheren Seelen. Martina Model, Chefin der Haarschneiderei Flex, kennt das seit 35 Jahren. Seit 22 Jahren hat die Friseurmeisterin ihr eigenes Unternehmen. „Die Haarschneiderei Flex war schon immer ein Ort der Schönheit, des Wohlfühlens, der Kreativität und der Begegnung“, sagt sie. Der Mensch stand und steht stets im Mittelpunkt und die Frisur soll typgerecht sein. Nun geht Martina Model aber noch einen Schritt weiter und bringt – zusätzlich zum regulären Angebot der Haarschneiderei Flex – die innere Schönheit mit Natur- und Seelenhaarschnitten zum Strahlen. Das Wissen, dass Haare den Seinszustand widerspiegeln, war ihr längst bewusst. Aber das unternehmerische Hamsterrad hatte auch sie ein Stück weit gefangen. Dann kam Corona. „Eine schreckliche Zeit“, so Model, „Für mich als Selbstständige war es schockierend, dass jemand mir vorschreibt, was ich zu tun habe.“ Das Schöne im Blick zu halten, wurde immer schwieriger, und so entschied sie sich, im Sommer 2020 eine Auszeit zu nehmen. „Man muss immer bei sich selbst beginnen“, so die Unternehmerin. Sie machte ein Bewusstseinsseminar in Spanien, war weg vom Alltag, tauchte ein in Ruhe und Stille. „Unternehmer denken oft, es geht nicht ohne sie. Aber ich habe ein wundervolles Team“, so ihre Erfahrung. Die Auszeit nutzte sie auch, um eine Ausbildung für den Natur- und Seelenhaarschnitt in der Schweiz zu machen. Seit April bietet sie dies nun in Rothenburg an. Im Obergeschoss der Haarschneiderei hat sie dafür einen eigenen Raum. Der Spiegel ist abgehängt, bunte Umhänge hängen an der Türe, Farbkarten und Düfte stehen im Regal. Etwa zwei Stunden dauert der Naturhaarschnitt. Dabei geht es nicht um eine Veränderung nach Modekatalogen, sondern darum, die innere Schönheit zum Vorschein zu bringen. „Man kann aus den Haaren lesen, wie es dem Menschen geht“, so Model. Eine Kopfmassage erleichtert das Ankommen. Mit Farben und Düften werden die Sinne angeregt. Die erfahrene Friseurin stellt gezielt Fragen, aus der die Form des Schnittes entsteht. Vielleicht hat sich die Lebenssituation oder die Haarqualität geändert; vielleicht will man die Haare nicht mehr färben und ist unsicher. Es geht darum, Altes wegzunehmen und Neues fliesen zu lassen. Die Haare werden auf diesem Weg wieder in Verbindung mit dem Menschen gebracht. Martina Model möchte ihre Kunden unterstützen,damit diese wieder die eigene Kraft spüren. Der Natur- und Seelenhaarschnitt ist dabei ihr persönliches Angebot. Das Thema fasst sie aber weiter und hat das „Forum für Schönheit“ ins Leben gerufen. Sie gibt damit „schönen Dingen“ eine Plattform. Es ist ihr ein Anliegen, in den Fokus zu nehmen, was gut tut. Aktuell hat sie vier Gleichgesinnte zur Seite. Die gebürtige Japanerin und Schneiderin Yoshie Ichimonji hat mit „Ichi’s – Mode & Accessoires“ einen kreativen Ort in der Hafengasse in Rothenburg geschaffen und zeigt eine Auswahl ihrer Produkte auch in der Haarschneiderei Flex. Ebenso zum „Forum der Schönheit“ gehören Rainer Cesinger mit „Gesten der Stille“ und Heike Huber mit ihren „Klangmassagen“. Beide bieten in den Räumen der Haarschneiderei Flex Behandlungen und Kurse an. „Gesten der Stille“ setzt bei der Schönheit der inneren Bewegung an. Bewegungsabläufe, die in entspannter Langsamkeit ausgeführt werden, besänftigen den rastlosen Geist. Dazu arbeitet Cesinger mit Berührung und Meditation. Heike Huber bringt mit Klangmassagen, Meditationseinführungen und Qigong- und Entspannungstagen Körper, Geist und Seele in Einklang. Martina Model nimmt mit ihrer Initiative „Forum für Schönheit“ in den Fokus, was dem Menschen guttut. Abgerundet wird das Angebot daher auch durch die Kräuter von Annett Wiegner und ihren Hofladen „Sonnenzauber“. „Annett arbeitet ganz liebevoll mit Pflanzen und Kräutern“, sagt Martina Model. In den Räumen der Flex stehen daher besondere Pflanzen wie beispielsweise ein „Kraut der Unsterblichkeit“. Das „Forum für Schönheit“, das im September mit einem Infoabend in der Haarschneiderei Flex offiziell vorgestellt wurde, soll weiter wachsen und bietet ein umfassendes Programm (siehe Kasten).Das Forum soll eine Inspiration sein,...

Sprache der Vorfahren Nov10

Sprache der Vorfahren

Zum Museum der Jenischen Sprache gibt es nun ein „Jenisch Buch“ Die jenische Sprache und Kultur gehören seit dem 18. Jahrhundert zu Schillingsfürst. Jenisch sprechen hört man heute aber keinen mehr dort. Damit das Wissen und die Erinnerung um die Sprache der Vorfahren in Schillingsfürst nicht ausstirbt, haben Johannes Munique und Markus Löschel ein „Museum der Jenischen Sprache“ ins Leben gerufen. Das ist aber noch nicht alles: Aktuell erscheint nun ihr Buch „Schillingsfürster Jenisch“ im Eigenverlag. Was das Museum an Informationen bereithält und noch vieles mehr haben die beiden darin gebündelt. Die zwölf Karikaturen von Robert Hellenschmidt, die auch im Museum hängen, sind allesamt abgebildet. Dazu kommen historische Fotos von Schillingsfürst, die die Prägung des Orts durch das jenisch sprechende, fahrende Volk darstellen. Munique und Löschel gehen aber noch weiter zurück und erklären, warum die Jenischen hoch auf der Frankenhöhe ansässig wurden. Vom jenischen Lied aus Schillingsfürst über die sprachlichen Besonderheiten und die Orte, die mit dem Schillingsfürster Jenisch verbunden sind bis hin zur Erläuterung des „Stupfl“-Logos spannen sie den Bogen. Besonders interessant sind die 100 Sätze auf Jenisch, die aus dem Alltag gegriffen sind, wie zum Beispiel „Schecheresmôdel steck mer â Blamb“ (Bedienung bitte ein Bier). So hauchen das Buch und das Museum einer fast vergessenen Sprache wieder neuen Odem ein. am Info: „Schillingsfürster Jenisch“, von Johannes Munique und Markus Löschel mit Karikaturen von Robert Hellenschmidt, Preis 19,80 Euro. Das Buch ist erhältlich in Schillingsfürst: im Museum der Jenischen Sprache/Doerfler-Museum, im Infocenter, im Schlosscafé und im Textilhaus Laudenbacher; in Rothenburg: in der...

Krippen selber bauen Nov10

Krippen selber bauen

Günter Krauß ist Krippenbaumeister mit ganz eigenen Ideen Ein hölzerner Schuppen, Ochs und Esel auf Stroh im Hintergrund, im Vordergrund die heilige Familie; das ist eine Krippe, wie man sie zur Weihnachtszeit überall in Kirchen und Häusern des christlichen Abendlandes findet. Aber wo ist der Ursprung der Darstellung göttlicher Menschwerdung? Die erste schriftliche Beschreibung findet sich in den biblischen Texten der Lukas- und Matthäusevangelien. Am häufigsten wird jedoch die Verbreitung von Krippenspiel und Krippen mit dem Heiligen Franz von Assisi in Verbindung gebracht. Er soll im Jahre 1223 die Geschichte rund um Christi Geburt im Wald von Greccio in einem Krippenspiel dargestellt haben. Franziskus wollte so der „lese unkundigen“ Bevölkerung die Weihnachtsgeschichte näher bringen. Heute gibt es zahlreiche Krippenvereine und sogar Meisterschulen für den Krippenbau. Günter Krauß aus Kirnberg ist über die Schreinermeisterschule für Holz und Gestaltung in Garmisch Partenkirchen auf die Idee gekommen, einen Krippenbaukurs vor Ort zu besuchen. Das war im Jahr 2017 bei einem Tag der offenen Tür. Im Kopf hatte er eine eher unübliche Darstellung der biblischen Geschichte mit fränkischen Details. So integrierte er nach seinem ersten Kurs einen Karpfenteich in das Landschaftsbild und gestaltete Häuser in fränkischer Bauweise. „Es war eine echte Herausforderung“, erzählt Krauß von den Anfängen seiner Krippenbaukünste. Mit allen Schaffenspausen und vielen Waldspaziergängen auf der Suche nach Moos, Ästen und Baumrinde für die Landschaftsgestaltung dauerte es zwei Jahre, bis sein Erstlingswerk fertig war. Meisterhaft gestalten Aufgeben wollte der Zimmermann nicht, ganz im Gegenteil. Im Jahr 2018 entschied er sich für die Teilnahme an einem Meisterkurs im Krippenbau in Garmisch Partenkirchen. In vier Kurseinheiten wurde die Gestaltung von Höhlenkrippen im orientalischen und alpenländischen Stil, Hintergrundmaltechniken, Landschaftsgestaltung und Lichttechnik vermittelt. In der Abschlussarbeit zum Krippenbaumeister musste Krauß erlernte praktische Fähigkeiten vorführen. Theoretisches Wissen über Baustile und Krippenentstehung musste...

„Unser Handeln gibt Sinn“ Nov10

„Unser Handeln gibt Sinn“

Wer oder was ist „Format F“? Oliver Götz und Johannes Keitel im Interview Das kulturelle Leben in Rothenburg hat viele Organisatoren. Manche kennt man, die gibt es seit Jahren, manche sind vermeintlich neu und man weiß nicht so recht, wer dahinter steckt, was wollen sie und warum sie sich engagieren? So geht es vielleicht dem einen oder anderen, wenn der Name „Format F“ fällt. Also haben wir „Format F“ in die ROTOUR-Redaktion eingeladen. Oliver Götz und Johannes Keitel haben als Vertreter der Gruppe unsere Fragen beantwortet. ROTOUR: Also, wer oder was ist „Format F“? Keitel: Der Ursprung von „Format F“ ist eine Personenkonstellation von fünf Menschen, Oliver, Lina und Florian Schmalbach, mein Bruder Stephan und ich, die im Verein Grenzkunst sehr stark aktiv sind und den derzeitigen Vorstand stellen. Zusätzlich zu den Grenzkunstaktionen wollten wir noch Veranstaltungen durchführen, die über das Grenzkunstportfolio hinausgehen. Wann haben Sie den Verein Grenzkunst gegründet? Keitel: Im Jahr 2013. Worin unterscheidet sich der Verein Grenzkunst, den man von Veranstaltungen wie dem Sundowner im Wildbad, Eulenflug im Wald bei Nordenberg oder Raumzeit in der St.-Jakobs-Kirche kennt, von „Format F“? Götz: Grenzkunst ist ein gemeinnütziger Verein und wir arbeiten da alle ehrenamtlich. Das geht oft unter. Wer für „Format F“ arbeitet, bekommt Geld dafür, und wir können im optimalen Fall auch Geld damit verdienen. Ist Grenzkunst das Jugendprojekt und „Format F“ die Erwachsenen­version? Keitel: Das würde ich nicht so sagen. Unser Ideal ist es, dass beides miteinander harmoniert und inei- nander greift. Also eine ehrenamtliche Arbeit, die professionell und leidenschaftlich gepflegt wird, und auf der anderen Seite ein Projekt, mit dem man auch Miete zahlen kann und muss. Götz: Entscheidend ist auch, dass wir, obwohl Grenzkunst unsere riesengroße Leidenschaft ist, an den Punkt gekommen sind, dass bei uns Studium bzw. Ausbildung zu Ende gingen und wir nun unse- ren Lebensunterhalt verdienen müssen. Wenn wir jetzt weiterhin Ideen umsetzen wollen, muss es zu dem ehrenamtlichen Engagement auch etwas geben, das eine finanzielle Lebensgrundlage bilden kann. Wann wurde die GbR „Format F“ offiziell gegründet? Keitel: Im Grunde war „Format F“ eine ziemliche Schnellschussaktion. Wir hatten das Projekt „Silvesterfunkeln“ auf unserer Agenda und wollten das unbedingt umsetzen. Einen Monat zuvor, im November 2019, haben wir uns zusammengefunden und „Format F“ ge­gründet. Im ersten GbR-Vertrag war auch noch nicht absehbar, dass wir ein paar Monate später eine Kneipe übernehmen werden. Was hat Sie bewegt, das Lokal „Landwehrbräu am Turm“ zu pachten? Keitel: Durch Corona haben sich die Rahmenbedingungen verändert, denn Veranstaltungen waren ja kaum mehr möglich. Wir haben uns dann entschieden, den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn es gerade absolut naiv erschien. Wir lassen uns hier nieder und gründen eine Basis. Ein Zentrum für alle Projekte, die von uns ausgehen. Es war elementar für uns eine nächste Stufe der Ernsthaftigkeit anzugehen, damit es permanenten Umsatzfluss gibt und um Existenzen davon finanzieren zu können. Also vom Nebenbeiprojekt hin zum Lebensinhalt, der sehr allumfassend ist. Götz: Es war schon immer unser Wunsch, einen zentralen Ort zu haben, wo wir unser ganzes Tun bündeln können. Wir haben ja auch im ersten Stock im „Landwehrbräu am Turm“ unsere Büros. Früher haben wir punktuell Welten aufgebaut, jetzt haben wir einen Ort, wo kontinuierlich unsere Welt ist. Wie haben Sie die letzten eineinhalb Jahre seit Start der Kneipe empfunden? Götz: Wir sind ja sehr bewusst ins offene Messer gelaufen. Aber manchmal gibt es im Leben Momente, da muss man dann einfach etwas machen. Das war so einer. Für uns fünf war ein Angebot da, das einfach gepasst hat. Die Schwierigkeiten haben wir einkalkuliert. Auch wenn es in der Lockdownzeit natürlich nicht so schön war. Haben Sie es nie bereut? Götz: Nein. Ich kann zwar nicht für alle fünf sprechen. Ich auf jeden Fall zu keiner Sekunde. Wir haben das Beste daraus gemacht. In der ganzen Coronazeit war das Lokal auch ein wichtiger Anlaufpunkt für uns. Trotz der finanziellen Einbußen waren wir auf einer anderen Ebene...

Ein Markt mit Konzept Nov10

Ein Markt mit Konzept

Der Reiterlesmarkt findet statt Wenn alles nach Plan läuft, ist es fast wie früher. Ende Oktober, kurz vor Drucklegung dieser ROTOUR-Ausgabe, wurde beschlossen, dass der Rothenburger Reiterlesmarkt unter Einhaltung der 3G+ Regeln vom 26. November bis zum 23. Dezember stattfindet. Rothenburg gilt als Weihnachtsstadt und hat mit dem Reiterlesmarkt einen Ruf aufrechtzuerhalten. „Für uns hängt sehr viel daran“, so Oberbürgermeister Dr. Naser. Die Planung und Vorbereitung war unter den gegebenen Voraussetzungen nicht einfach. Ordnungsamt und Tourismusservice haben gemeinsam mit dem Oberbürgermeister verschiedene Planungsvarianten entwickelt. Letztendlich kommt nun das weitsichtige Konzept mit 3G+ Regeln zum Tragen. „Wir sind vorbereitet“, so Ordnungsamtsleiter Roland Pfaffelhuber, „Wenn gefordert, können wir sogar problemlos auf 2G umstellen.“ Das Konzept sieht vor, dass das Marktgelände komplett eingezäunt ist. Wie gewohnt stehen die Buden am Marktplatz, im Feuerkessel, am grünen Markt, am Kirchplatz und auch im Gewölbe. „Nach heutigem Stand sind 53 Beschicker auf dem Markt“, so Pfaffelhuber Ende Oktober. Neben Geschenkideen und handwerklichen Besonderheiten wird es auch die fränkische Bratwurst und den weißen Winzerglühwein geben. Auf das Gelände können Besucher, die entweder geimpft, genesen oder getestet (PCR-Test) sind. An einem zentralen „Check in“ in der Herrngasse wird das kontrolliert. Die Besucher erhalten dort Einlassbändchen. Bei Geimpften gelten diese dann über die gesamte Marktzeit, bei Genesen ebenfalls, sollte der Genesenenstatus diese Zeitspanne abdecken. Zwei Eingänge sind vorgesehen. Einer an der unteren Ecke des Marktplatzes als Haupteingang. „Am Wochenenden oder bei Bedarf können wir einen zweiten Eingang am Kirchplatz öffnen“, so der Ordnungsamtsleiter. Jeweils zwei Mitarbeiter kontrollieren an den Eingängen dann die Bändchen. Um das weitreichende Konzept zu gewährleisten, hat sich die Stadt erfahrene, regionale Partner zur Seite geholt: Der „Check in“ wird von der Konzertagentur Karo organisiert, für die Organisation von Fluchtwegen ist „Format F“ zuständig und für die Sicherheit sorgt der „Sicherheitsdienst Gundel & Böhm“. Auch ein Unterhaltungsprogramm wird stattfinden, wenn auch in angepasster Form. Am 26. November um 17 Uhr findet die offizielle Eröffnung mit Ansprache des Oberbürgermeisters und Musik vom Jugendblasorchester statt. „Und auch das Reiterle wird kommen“, so Tourismusdirektor Dr. Jörg Christöphler. Er verspricht eine stimmungsvolle Erscheinung auf der Altane. In der gesamten Marktzeit findet ein musikalisches Programm auf der Altane statt. Jeden Tag wird um 17 Uhr ein Adventsfenster am Rathaus beleuchtet und mit Ansprache und Gesang moderiert. „Es ist eine schöne Tradition, die wir mit dem Reiterlesmarkt bewahren können“, stellt Dr. Christöphler fest. „Im Rahmen des 3G+ Konzepts werden wir auch den Rathausturm während der Reiterlesmarktzeit öffnen“, ergänzt Oberbürgermeister Dr. Naser. Es ist also alles vorbereitet für eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit. Alle Beteiligten hoffen nun, dass die Coronaampel nicht auf Rot springt und der Reiterlesmarkt wie geplant stattfinden kann....

Optimistisch Nov10

Optimistisch

Liebe Leser, das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und es scheint noch mal richtig gut zu werden. Wer hätte das gedacht. Es schlägt die Stunde der Optimisten, die die pandemiebedingten Entscheidungen mitgetragen haben und sich nicht unterkriegen ließen. Auch wenn die Normalität noch nicht vollständig zurück ist, sie ist wieder greifbar. In Rothenburg hat das dazu geführt, dass der Reiterlesmarkt wieder stattfinden kann. Übrigens belegt der Reiterlesmarkt unter den Weihnachtsmärkten in der aktuellen Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus einen vorderen Platz. Es gilt also einen Ruf zu verteidigen! Wir von ROTOUR kommen viel herum, treffen auf die unterschiedlichsten Menschen: Kulturschaffende, Unternehmer, Freigeister. Immer wieder spüren wir diese optimistische Grundhaltung, die wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Im Interview erzählen zwei Mitglieder von „Format F“, wieviel kulturelles Potenzial sie in Rothenburg sehen und warum sie sich engagieren. Martina Model lockt mit neuen Projekten die innere Schönheit der Menschen ans Licht  und die einstige Weinprinzessin von Tauberzell hat sich mit gerade mal 23 Jahren mit einer Dirndl-Manufaktur selbstständig gemacht. James Derheim hat uns erzählt, warum er unter der Auswahl aller europäischen Orte gerade Rothenburg als Lebensmittelpunkt gewählt hat. Und wenn Sie dann immer noch nicht vor guter Laune strahlen, dann tauchen sie ein ins Lachyoga. In optimistischer Grundstimmung wünsche ich Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit, einen guten Rutsch und freue mich Sie 2022 als Leser wiederzutreffen.  Ihre Andrea...

November/Dezember Nov10

November/Dezember

Das Inhaltsverzeichnis des ROTOUR-Heftes für November/Dezember Kultur Editorial: Optimismus Der Reiterlesmarkt in Rothenburg „Format F“: Kneipe und Kultur Der Künstlerbund will neue Wege gehen Krippenbaumeister gibt Kurse Fritz Klingler liest im Theater am Burgtor Ein Buch über die jenische Sprache Veranstaltungen Neue Comedy-Serie in der Molkerei Programm in der TauberPhilharmonie Kunstvolle Führungen im Wildbad Ausgehtermine Rund um die Frankenhöhe Wohin im Hohenloher Land Wirtschaft Küchendesign R.O.T.: Kochen und leben Panoramafoto: Nebel zieht durchs Taubertal Ein „Forum für Schönheit“ in der Flex KÜS-Wegmann: Kundennähe und Kompetenz Individuelle „Taubertal Dirndl“ Wettringer Heunetze sind gefragt Information Rundgang durch die Jahrhunderte A walk through centuries Karte Rothenburg und Umgebung TITELBILD: Stimmung auf dem Reiterlesmarkt Foto: am Service Wohin ausgehen in Rothenburg? Sehenswürdigkeiten in deutsch/englisch Informationen von A bis Z Freizeitideen Impressum Gesellschaft Personalia: James Derheim Backen mit Buchautorin Regine Stroner Badespaß im Hallenbad Lachyoga, ein besonderes Erlebnis Klimabündnis in Aktion Lyrik von Fritz...