Alte Bücher und Schriften erhalten

Henriette Reißmüller hat als diplomierte Papierrestauratorin einen Faible für historische Schriften Papier ist geduldig und damit das so bleibt, gibt es feinhandwerklich geschickte Menschen wie die diplomierte Papierrestauratorin Henriette Reißmüller in Binzwangen bei Colmberg. Sie ist eine von den Fachleuten, die schriftliches Kulturgut aus allen Epochen erhalten und wieder benutzbar macht. Schon als Kind liebte sie Bücher und schmökerte für ihr Leben gern. Geschichtlich interessiert war und ist die gebürtige Schillingsfürsterin heute noch. Nicht umsonst ist sie Teil des historischen Schäfertanzes in Rothenburg. Wenn man ihre kleine Werkstatt betritt, steigt sofort ein Hauch von Klebstoff in die Nase. „Das ist immer so, trotz lüften“, sagt die Buchliebhaberin. Schon als Schülerin machte sie ein Praktikum im Germanischen National Museum Nürnberg, wo Papierrestauratoren ihr Handwerk verrichten. In Rothenburg verbrachte sie viel Zeit im Stadtarchiv und fragte den damaligen Stadtarchivar Waldemar Parr Löcher in den Bauch. Henriette Reißmüller spielte mit dem Gedanken, sich ebenfalls zur Archivarin ausbilden zu lassen. Waldemar Parr riet aufgrund mangelnder Stellenangebote davon ab. Durch eine Infoveranstaltung für Papierrestaurierung war ihr Werdegang klar. Ihre Vorpraktika u. a. im Archiv Koblenz, in einer privaten Grafikfirma und im Museum Trinity College Library Dublin haben ihren Entschluss für ein Studium zur Restauratorin an der Fachhochschule in Köln gefestigt. „Ich entschied mich für den Schwerpunkt „Archiv“, denn hier ist alles zu finden: Bücher, Fotos und Karten“, erzählt sie. Während dessen absolvierte sie ein Praxissemester im Royal Ontario Museum von Toronto (Kanada) und arbeitete anschließend von 2005 in einem Leipziger Unternehmen, bis sie 2008 als Restauratorin nach Rothenburg zurückkehrte. „Der Bedarf ist groß in unserer Region“, weiß sie aus Erfahrung. Zuerst musste sie natürlich ihren Bekanntheitsgrad in Museen und Archiven steigern. Heute kommen Aufträge von ganz allein ins Haus. Henriette Reißmüller restauriert im wesentlichen Bücher. Im Moment arbeitet sie u.a. an einem mit Leder eingebundenen Predigtbuch aus dem Jahre 1772. Sie führt auf ihrer Werkbank den ersten Schritt der Restaurierung vor. Anfangs wird das Buch jedoch abfotografiert und dokumentiert, damit jede Restaurierung erfasst wird. Mit einem weichen Radierschwamm (Bild S. 96, re. oben) wird das Buch von Staub- und Schmutzpartikeln befreit. Restaurierung Schritt für Schritt Manchmal werden Seiten auch gewässert, wodurch sich neben der Schmutzlösung auch die Papierfasern stabilisieren. Der lederne Einband wir ebenfalls gesäubert, der oft losgelöste Spiegel (innere Teil des Deckels) erneuert oder repariert und durch das Ankleben von Lederstreifen wird der Einband wieder mit dem Deckel verbunden. „Manchmal ist der Ledereinband geschrumpft und die Seiten passen nicht mehr hinein. In diesem Fall erweitert Henriette Reißmüller den Einband durch Lederersatzteile. Metallschließen werden gesäubert und ggf. die Lederhalterung verlängert. Risse und Löcher im Papier werden durch hauchdünnes, fast transparentes und gleichzeitig stabiles Japanpapier geschlossen. Papier war bei den Chinesen ab 2. Jh. bekannt. In Europa kam es erst im 14. Jh. zur Anwendung. Zuvor schrieb man auf Pergament, das aus Tierhäuten (Ziege, Schaf) hergestellt und auf einen Holzrahmen gespannt und getrocknet wurde. Pergament ist also kein Papier, wie man meinen möchte. Leder dagegen ist Tierhaut, die nicht zum Trocknen gespannt, sondern gegerbt wird. Die Restauratorin kennt sich mit den Materialien aus. Das ist für die Bestimmung von Alter und Herkunft von Wichtigkeit. Welche Klebstoffe wurden verwendet, bestimmte Künstler verwenden besondere Tinte. Auch die Buchbinder haben ihre eigene Handschrift, was das Material und die Art der Verarbeitung angeht. Henriette Reißmüller würde sich wünschen, dass Museumsmitarbeiter und andere Fachleute mehr mit Restauratoren zusammenarbeiten, um alte Schriftstücke nach Alter und Herkunft besser einordnen zu können....

Die Welt der Bühne

Theater-Spielclubs in Rothenburg Im Jahr 2015 ging Christina Wehner mit dem ersten Theaterspielclub für Kinder in Rothenburg an den Start. Die Theaterpädagogin wollte ganz bewusst die kulturelle Bildung im ländlichen Raum etablieren. Das ist ihr gelungen: Mittlerweile hat der Theaterspielclub, der an das Toppler Theater angebunden ist, sechs Gruppen. Für Kinder und Jugendliche von der 1. bis 13. Klasse steht die Welt der Bühne offen. Seit 2022 gibt es auch einen Spielclub für Erwachsene, Tendenz steigend. „Nächstes Jahr werde ich acht Theatergruppen anbieten“, so Christina Wehner. Außerdem organisiert sie Theaterwochenenden, denen die Kinder schon entgegen fiebern, und will das Angebot an Workshops und Zusatzkursen weiter ausbauen. Unterstützt wird sie von Elke Kilian, die als Theaterpädagogin einen der Puck-Spielclubs leitet. Seit einem guten Jahr hat die Theaterpädagogik in Rothenburg einen eigenen Raum in der Burggasse. „Die Stadt fördert dieses Projekt sehr“, so Christian Wehner. Nun ist endlich Platz für Requisiten und Kostüme. Es gibt Umkleiden, einen Schminktisch, jede Gruppe hat ihr eigenes Fach und das Beste: angeschlossen ist ein eigenständiger Proberaum mit Bühne, abgesofteter Bodenfläche, Theaterstrahlern zur Beleuchtung und einigen Sitzplätzen. „Damit haben wir nun den Standard, den sich Kinder und Erwachsene vorstellen“, so die Theaterpädagogin. Wichtig ist ihr, dass sich die Schauspieler auf der Probebühne frei fühlen. „Hier muss noch nichts perfekt sein und man kann ausprobieren, ob einem Theaterspielen überhaupt Spaß macht“, sagt sie. Und dass es Spaß macht, ist bei der Probe des Mercutio-Clubs (für 17- bis 66-Jährige) schnell klar. Die Erwachsenen spielen Improtheater. Ein Stichwort und schon entspinnt sich ein kreatives Miteinader auf der Bühne. Christina Wehner moderiert das Geschehen mit feinem Gespür. Kreativität und eigene Ideen stehen im Vordergrund. Am 8. Juli (um 20 Uhr) tritt das Improtheater auf der Bühne des Toppler Theaters auf. „Ich mag es einfach, Menschen...

Erfolg mit Kunststoff

Ebalta setzt auf Nachhaltigkeit und entwickelt klimafreundliche Klettergriffe Eine Halle grenzt an die nächste. Mehrmals. Der Weg führt vorbei an gestapelten Epoxidharzplatten, an Hochregalen, in denen Materialien in Fässern oder Säcken lagern, an Robotern, die Formen herstellen, und natürlich an vielen Mitarbeitern. Andre Neutzler, seit 25 Jahren Geschäftsführer von Ebalta, kommt mit den Menschen schnell ins Gespräch. Ein gutes Miteinander ist ihm sehr wichtig. „Es gibt eine gewisse Tradition von Feiern hier im Unternehmen“, erzählt er. Und zu Feiern gibt es aktuell etwas ganz Besonderes: Seit 50 Jahren ist das Unternehmen als führender Hersteller von Modellbauplatten und Epoxidgießharzen erfolgreich. Am 15. Juni steigt daher ein internes Jubiläumsfest für Mitarbeiter und ihre Familien. Ein Familienunternehmen Ebalta begleitet Andre Neutzler schon sein ganzes Leben. „In unsere Familie waren alle eingebunden“, erzählt er. Sein Vater ist einer der Gründungspioniere gewesen (siehe roter Kasten). Die Welt der Kunststoffproduktion gepaart mit einem gesunden und florierenden Unternehmen ist für Andre Neutzler daher weit mehr als ein Job. Rückblickend sieht er im Generationenwechsel vor 25 Jahren eine konstruktive Kraft, die Neues in Bewegung gesetzt hat. Krisen wie die Lehman-Pleite waren zwar ein Einschnitt, hatten aber gleichzeitig die Etablierung eines Prozessmanagements zur Folge. „Durch die Pandemie sind wir wirtschaftlich sehr gut durchgekommen, aber plötzlich konnte man sich nicht mehr begegnen“, so der Geschäftsführer. Arbeitsweisen haben sich verändert und das Thema Digitalisierung hat an Fahrt zugenommen. Aktuell ist neben den Themen Arbeitsmarkt und Digitalisierung vor allem die Nachhaltigkeit ein großes Anliegen von Ebalta. „Wir sind in der Branche als Pioniere unterwegs“, sagt Clemens Saalbach, Entwicklungsmanager. Ebalta hat ein Material zur Herstellung von Klettergriffen entwickelt, das zu rund 40 Prozent aus nachhaltigen Rohstoffen besteht. „Am Anfang stand die Anfrage eines Kunden nach abriebfesten Harzen“, erinnert sich Saalbach. Auf die Nachfrage, was damit gefertigt werden sollte, kam die Info „Klettergriffe“. „Das hat uns interessiert“, so Neutzler. Mehrere Hersteller wurden eingeladen und Ebalta hat das Netzwerk „allholds“ gegründet, wo unabhängige Klettergriff-Herstellern zusammen mit dem Kunststoffhersteller die Vision des nachhaltigen Klettergriffs entwickelten. Die Lösung lag in einem neuen Material, das sich mit nachwachsenden Rohstoffen herstellen lässt und aufgrund höhere Festigkeit und Stabilität eine Materialeinsparung von 80 Prozent generiert. Zusätzlich wurde ein Recycling-System entwickelt, womit die Oberfläche abgegriffener Griffe neu beschichtet werden kann. Die nachhaltigen Klettergriffe sind ein Pilotprojekt, das auch im Kerngeschäft von Ebalta einen Widerhall gefunden hat. Auf der internationalen Gießereifachmesse in Düsseldorf 2023 hat Ebalta eine PU-Platte präsentiert, die zu 67 Prozent aus nachhaltigen Rohstoffen besteht. „The Green Stuff“ heißt die neue Entwicklung, die als nachhaltiges Pendant zum meistgefragten Produkt des Kunststoffherstellers auf dem Markt ist. „Im Bereich der Nachhaltigkeit tut sich in der Kunststoffbranche sehr viel“, sagt Andre Neutzler. Der Wunsch nach langlebigen Materialien, die wiederverwertbar und aus nachwachsenden Rohstoffen sind, sei groß. „Aber der Markt muss mitgehen, das ist das Schwierige“, so der Geschäftsführer. Neutzler und sein Team setzen sich aus Überzeugung für Nachhaltigkeit ein. Auch, wenn es ein steiniger Weg ist. Sie wollen sowohl in der Kunststoffentwicklung Meilensteine setzen, als auch ihr eigenes Tun auf den Prüfstand stellen. Aktuell ersetzt das Unternehmen 7 Prozent der Rohstoffe mit nachhaltigen Materialien. „2025 wollen wir 15 Prozent erreichen“, erklärt Clemens Saalbach. Die Firma setzt neben einer Photovoltaikanlage auch auf Ökostrom und hat alle Gasöfen in der Produktion auf elektrischen Betrieb umgestellt. Geplant ist das Verwaltungsgebäude mit Geothermie zu beheizen. Es gibt eigene Ladesäulen für Fahrzeuge. An allen Stellschrauben, auch bei der Energieeinsparung in der Produktion, wird gedreht. Seit 2021 ist Ebalta als klimaneutrales Unternehmen durch CO2-Ausgleich zertifiziert. Ebalta hat in Deutschland einen Marktanteil von 25 bis 30 Prozent. Etwa 40 Prozent der Produktion gehen außerdem in den Export, vorwiegend in Europa. Rund 85 Prozent der Produkte werden selbst entwickelt und produziert. Die daraus generierte Produkt-, Anwendungs- und Eigenschaftsvielfalt ist sehr groß. „Das ist relativ außergewöhnlich“, erklärt Clemens Saalbach. Große Branchenvielfalt Grob zusammengefasst stellt Ebalta zwei verschiedene Werkstoffe her: Polyurethan und Epoxidharze, die sowohl in der Bearbeitung als Einzelteile wie auch...

Ein kulinarisches Abenteuer

Rothenburgs einziges Sternerestaurant: Die Villa Mittermeier Normal ist nicht ihr Ding. Christian Mittermeier und Thorsten Hauk graben gerne tiefer. Aus vermeintlich „normalen“ Lebensmitteln machen sie in der Küche der Villa Mittermeier ein wahres Abenteuer. Das tun sie eigentlich schon seit Jahren. Nun haben sie aber eine Stufe der Perfektion erreicht, die der Guide Michelin mit einem Stern gewürdigt hat. Die Villa Mittermeier in Rothenburg gehört somit zu den besten Restaurants der Welt. Thorsten Hauk erinnert sich noch genau an den Moment der Auszeichnung. Er und Christian Mittermeier waren nach Hamburg eingeladen. „Wir waren guter Dinge und überzeugt von der Teamleistung“, sagt er. Ob sie einen Stern erhalten würden, wussten sie aber noch nicht. Ähnlich wie bei der Oskar-Verleihung bleibt es bis zum letzten Moment spannend. Als die Villa Mittermeier dann genannt wurde und Hauk den Preis auf der Bühne entgegennahm, „lief das wie im Film ab“, erzählt er. „Es dauert schon ein paar Tage, bis man alles realisiert hat“, fügt Hotelier und Gastgeber Mittermeier an. Thorsten Hauk ist seit zwölf Jahren der Küchenchef im Restaurant der Villa Mittermeier und hat gemeinsam mit Christian Mittermeier den Entwicklungsprozess hin zur Sterneküche geschärft. An Auszeichnungen mangelte es dem Restaurant auch zuvor nicht, aber der Michelin Stern ist eben die einzige, international akzeptierte Messlatte für Exzellenz. Schon seit einigen Jahren setzen sie auf „casual fine dining“, also eine informelle Art der Gastronomie ohne Hemmschwelle: Jeans und Sneakers gehen hier genauso wie der Anzug. Über allem steht aber das Motto „taste matters“ – nur der Geschmack zählt. „Wir überraschen gerne“, sagt Christian Mittermeier. Der Gast darf sich darauf einlassen, wird aber kulinarisch nicht bevormundet. Das Konzept eines Abends im Sternerestaurant basiert auf neun Gerichten, die mit knappen Worten beschrieben werden: Amur Karpfen, Staudensellerie, Dill und isländischer Kabeljau, junge Erbsen, Frühlingsmorcheln sowie Spitzkohl, Berberitze, Rotkohl Kimchi oder Prime Beef, BBQ Lack, Mais stehen auf der Speisekarte. Im Juni gehört auch in der Sterneküche der Spargel dazu. „Unser kosmopolitisches Spargelgericht steht für mich sinnbildlich für eine modern interpretierte Regionalküche“, so Küchenchef Hauk. Der fränkische Spargel bekommt bei ihm eine klassische Butterschaum-Sauce mit dem Aroma des fermentierten indischen Gewürzes Vadouvan zur Seite. Die japanische Salzpflaume „umeboshi“ mit einer Silvaner Auslese aus Randersacker verfeinert die Kreation. Aus den neun Gerichten kann der Gast drei verschiedene Pakete mit fünf, sieben oder eben neun Tellern wählen. Für welche der einzelnen Gerichte er sich dann entscheidet, ist seinen eigenen Vorlieben geschuldet. Etwas Experimentierfreudigkeit und ein „offenes Mindset“, wie es Christian Mittermeier ausdrückt, sind dabei nützlich. Kurz vor dem Servieren der Gänge erhalten die Gäste dann die passende Menükarte. Nicht nur die Zutaten sind dort aufgelistet, sondern auch die Besonderheiten zu Produzenten oder der Art der Zubereitung. Ein Gericht ist nämlich mehr als nur der Teller. Die Gastgeber wollen auch die Idee vermitteln, die dahintersteht. Eine Karotte vom regionalen Bauernhof ist nicht mehr nur eine Karotte. Hauk schmort sie zuerst im Ofen, dann kommt sie in den Dörrautomaten und danach wird sie in einer Marinade wieder rehydriert. Fisch reift mitunter im Dryager oder Gemüse wird fermentiert. „Wir beschäftigen uns mit biochemischen Prozessen, um ein besseres Verständnis für das Produkt zu bekommen“, erklärt Hauk. „Lebensmittel, die vorher belanglos erschienen, werden so besonders wertvoll“, ergänzt Mittermeier. Christian Mittermeier, der 1995 den Familienbetrieb mit seiner Frau übernommen und stets weiter entwickelt hat, erhielt bereits zweimal (2005 bis 2007 und 2009 bis 2012) einen Stern für sein Restaurant. „Die Erwartungshaltung steigt damit und das ist nichts, worauf wir uns ausruhen können“, weiß er. Als erfahrener Gastronom und Hotelier (zum Hotel Mittermeier kam 2018 das Konzepthotel Alter Ego hinzu) mit insgesamt 50 Mitarbeitern hat er eine fundierte Basis, um in der Sternegastronomie am Ball zu bleiben. Etwa 300 Sternerestaurants gibt es in Deutschland. Die Auszeichnung ist für Mittermeier daher nicht nur gut für den eigenen Betrieb, sondern auch für seine Heimatstadt Rothenburg, die jetzt wieder auf der Deutschlandkarte von Michelin vertreten ist. Liebhaber der hochwertigen Küche, auch...

Sportliche Eleganz für jeden

Junge Filiale: CMP-Hübsch präsentiert sich am Markusturm Italienische Ästhetik gepaart mit sportlicher Funktionalität zu günstigen Preisen, das ist es, was den erfahrenen Sportartikelfachmann Christian Hübsch dazu bewogen hat, ein Geschäft mit Kollektionen des Outdoor-Bekleidungsherstellers CMP am Markusturm in Rothenburg zu eröffnen. Irgendwie witzig, denn schräg gegenüber machte sich Christian Hübsch vor 23 Jahren mit einer Intersport-Filiale selbstständig. Heute existiert das Sportfachgeschäft seit vielen Jahren am Röderturm. Hier konnte der Fachmann über 11 Jahre Kundenerfahrungen mit CMP-Produkten sammeln. Der Wunsch, einen eigenen Laden mit einem Angebotsportfolio dieser Marke zu wagen, wuchs vor ca. zwei Jahren. Jetzt besteht das Geschäft CMP Hübsch Outdoor GmbH am Markusturm seit einem Jahr und ist ein völlig unabhängiger Geschäftszweig von Intersport Hübsch. Mit seinem erfahrenen Beraterteam, Mitarbeiter, die bereits seit 15 bis 20 Jahren an Bord der Crew sind, kristallisierten sich die Produkte der Marke CMP immer mehr als besonders chic, funktional und sehr empfehlenswert heraus. „Womit wir nicht gerechnet haben, ist, dass die CMP-Filiale von den Kunden eher wie eine Boutique als ein Outdoorbekleidungsgeschäft angenommen wird. Schnell wird einmal der Brunnen und der Markusturm fotografiert und nebenbei schaut man auch einmal im Laden vorbei. Die Menschen gönnen sich gerne im Vorbeigehen ein elegantes Teil für ihre Freizeit“, stellt Laura Rothenberger fest, die als Geschäftsmanagerin angestellt ist. CMP als sportliches Label Mittlerweile gibt es auch keine Altersbegrenzungen mehr für sportliche Kleidung. Ältere Menschen genießen das schöne Taubertal beim Walken, E-Biken oder Wandern ebenso wie junge Leute. Auch die über 70-Jährigen greifen bei der Freizeitbekleidung mittlerweile eher zu einem leichten Wander- oder Sportschuh mit Gripp in bunten Farben. Orthopädische Produkte werden oft nur bei echten Bewegungseinschränkungen von Nöten. Daneben bietet der sportliche Stil ganz nebenbei auch leichte und funktionale Vorteile wie Atmungsaktivität und windabweisende Eigenschaften. Bei CMP-Hübsch findet sich etwas für Familienmitglieder aller Generationen. In der Kinderabteilung finden Eltern hochwertige funktionale Jacken für Sport und Freizeit, die nicht gleich 150 Euro kosten. Farblich sind die Produkte der Erwachsenen auf die Kinderkollektion abgestimmt. Eine Outdoorbluse oder ein Hemd erkennt man oft gar nicht als sportliches und UV-schützendes Kleidungsstück. Es gleicht eher einem Artikel aus der Modeboutique. Funktionale Hybrid-Jacken verfügen über eine sogenannte „Primaloft-Zone“ über den gesamten vorderen Reißverschlussbereich, der die inneren Organe vor Kälte, Wind und Wetter schützt. Wenn es zu warm wird, können die Ärmel während des Tragens abgenommen werden. Die integrierte Weste verfügt über eine Schulterschutzzone, die beim Tragen von Rucksäcken polstert. Damit man auch im Dunkeln für Autofahrer sichtbar bleibt, sind einige Reflektoren integriert. Übrigens gibt es im Shop eine Auswahl für große Größen: für Damen bis Gr. 50 und für Herren bis Gr. 60. Neben den aktuellen Roll-Top-Rucksäcken, in denen es viele Innentaschen, u. a. auch für Laptops gibt, sind sogenannte „Extralight-Rucksäcke“, die sich wie ein federleichter, aber reißfester Einkaufsbeutel zu einem Knäuel zusammenfalten lassen, hoch im Kurs. Trotz der immer prekäreren Einzelhandelssituation hält sich Rothenburg sehr gut mit seinen ausgewählten Geschäftsideen. Christian Hübsch hat das auch seinen Mitarbeitern zu verdanken, die auf Augenhöhe mit ihm zusammenarbeiten und sich mit kreativen Ideen einbringen können. Fachkräftemangel kennt der Sportbekleidungsfachmann nicht. Es ist eher so, dass sich Mitarbeiter direkt vor Ort bei ihm vorstellen, weil sie wissen, dass hier Fachkompetenz und Teamgeist das A und O ist....

Lebendige Geschichte Jun01

Lebendige Geschichte

Fränkisches Spitalmuseum in Aub Spitäler waren einst nicht wegzudenken. Sie überzogen das Land flächendeckend und lagen meist nur eine Tagesreise voneinander entfernt. „Spitäler sind die Grundlage des Sozialwesens“, sagt Georg Pfeuffer, ehrenamtlicher Leiter des Fränkischen Spitalmuseums in Aub, das vor 20 Jahren eröffnet wurde. In Aub hat sich das komplette Spitalensemble wie kaum anderswo erhalten. Auf 1 500 m2 Ausstellungsfläche wird hier das Spitalwesen erklärt. „Das ist in Bayern einzigartig“, erklärt Johannes Wolf, einst Mitinitiator der Gründungsidee. Den Aubern erging es wie vielen andern: Das um 1350 gegründete Spital hat rund 600 Jahre lang bestens funktioniert. Die Stiftung war reich, besaß Ländereien und war krisenfest aufgestellt. Pfründner konnten sich hier einkaufen und wurden versorgt. Vorwiegend Ältere, aber auch Waisen, Bedürftige oder Kranke lebten hier recht gut. Je nach Können und Vermögen brachten sie sich in den klosterähnlichen Alltag ein, der aus Gebet, Arbeit und Mahlzeit bestand. Im 18. Jahrhundert lebten 18 Personen im Auber Spital, im 19. Jahrhundert sogar 24. Dazu kamen Personal wie Krankenschwester, Köchin, Hausvater, Verwalter und Spitalpfarrer. Nach dem Ersten Weltkrieg und der folgenden Inflation begann der Niedergang. Als 1968 der letzte Spitalpfarrer seinen Dienst beendete, verwaiste das Ensemble. „In den 70er Jahren ging das Spital in den Besitz der Stadt über“, erklärt Roman Mendt, Bürgermeister von Aub. Als die Decke der Spitalkirche mit neugotischer Schablonenmalerei für baufällig erklärt wurde, wurden die Auber aktiv. „Die Verbindung der Menschen zu ihrer Kirche war groß“, erzählt Johannes Wolf. 1998 wurde ein Förderkreis gegründet, der innerhalb von wenigen Monaten 35 000 DM an Spenden sammelte. „Das war Bürgercourage“, stellt Georg Pfeuffer fest, denn die damaligen Stadtpolitiker waren gegen das Projekt und konnten nur durch die Expertise des Denkmalschutzes und jener Basisinitiative überzeugt werden. Tausende von Stunden ehrenamtlicher Leistung sind dann in die bauliche Sanierung der Kirche geflossen....

Aus Liebe zur  Heimat Jun01

Aus Liebe zur Heimat...

Engagierte Wanderwarte Wer gerne in der Natur unterwegs ist, der weiß gut ausgeschilderte Wanderwege zu schätzen. Die Wegweiser an der richtigen Stelle, nicht verdeckt von üppigen Büschen, sind irgendwie selbstverständlich. Ihre Pflege und Anbringung erfordert aber einen großen Einsatz. Im Naturpark Frankenhöhe gibt es daher rund 60 ehrenamtliche Wanderwarte. Der Naturpark umfasst ein Gebiet von etwa 1 100 km² und hat ein Wanderwegenetz mit einer Länge von gut 1 000 km. Und alle diese Wege müssen gepflegt werden. „Ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen könnten wir das nicht leisten“, erklärt Benjamin Krauthahn, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks und einer von vier Rangern. Schon seit langem gibt es in der Region Wanderwarte. Jede Gemeinde war diesbezüglich selbst organisiert. Der Naturpark Frankenhöhe, der 42 Mitgliedsgemeinden hat, übernimmt seit vielen Jahren die Betreuung der ehrenamtlichen Wanderwarte. „Jede Gemeinde ist einem Ranger zugeteilt“, so Krauthahn. Wilhelm Zink und Manfred Schinnerer sind zwei dieser langjährigen Wanderwarte und kümmern sich aktuell um die Neubeschilderung des 1996 gegründeten Glaubenswegs, der als Rundwanderweg durch sieben Gemeinden führt. Im Kofferraum ihres Autos haben sie die neuen gelben Schilder, mitunter schon auf Holzpfosten montiert. Sie wissen genau, wo der beste Ort zur Beschilderung ist, wo das Schild höher oder tiefer hängen muss. Wo es die Bauern bei der Arbeit stört und wo es unbeschädigt bleibt. Auf die Frage, warum sie sich engagieren, sind sich Zink und Schinnerer sofort einig: aus der Liebe zur Heimat, zum Dorf und zur Natur. Mitunter setzen sie sich abends auf das Fahrrad und fahren die Wege ab. Ein Taschenmesser oder eine Baumschere darf dann im Gepäck nicht fehlen. Oder sie laufen die Wege zu Fuß ab und haben im Rucksack einige Schilder dabei. „Das läuft alles selbstständig und nach freier Zeiteinteilung“, weiß Benjamin Krauthahn. Die Ortskenntnis der Ehrenamtlichen und ihre Vernetzung untereinander kommen...

Verbündete Jun01

Verbündete

Liebe Leser, was wären wir ohne Sie alle? All unser Tun und Schaffen der letzten vier Wochen richtet sich genau auf den Moment, indem sie ROTOUR aufschlagen und diese Zeilen lesen. Wir sind im Geiste immer bei Ihnen und überlegen uns, was Sie wohl interessieren könnte. Vielleicht wandern Sie gerne, gerade jetzt wo sich die Natur so üppig zeigt. Und bestimmt freuen Sie sich dann über eine gute Beschilderung und Pflege der Wege. Engagierte Wanderwarte machen das in ihrer Freizeit . Wer es noch sportlicher mag, der interessiert sich vielleicht für Football. Aber aufgepasst: Vom reinen Zuschauer ist es nicht weit bis zum Mitinhaber einer ganzen Footballmannschaft. Steffen Korinth ist in dieser Weise den Stuttgart Surge ‚verfallen‘. Immer wieder erleben wir, dass heimische Unternehmen zwar beim Namen bekannt sind, aber unklar ist, was dort hergestellt wird. Die Firma Ebalta ist seit 50 Jahren erfolgreich in der Kunststoffbranche tätig und setzt nun weitsichtig auf Nachhaltigkeit. Uns liegt auch ihr leibliches Wohl am Herzen und die Region Rothenburg hat nicht nur kulinarisch Außergewöhnliches zu bieten, wie beispielsweise die Villa Mittermeier, die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, sondern hier werden auch mit Leidenschaft eigene Produkte hergestellt. Für alle Käseliebhaber haben wir die Schmidts in Habelsee besucht. Wir hoffen, dass diese Themen und die vielen weiteren ihr Interesse wecken. Wie gesagt, im Geiste sind wir stets bei Ihnen, und während sie dies lesen, tüfteln wir bereits an den Themen für die JuliAusgabe. Ihre Andrea...

Juni Jun01

Juni

Das Inhaltsverzeichnis des ROTOUR-Heftes für Juni Kultur Editorial: Vielfalt für die Leser Konzert-Höhepunkte St. Jakobs-Kirche Ehrenamt: Helfer halten Wege in Schuss Übersicht Freilichttheater in der Region Bürgerengagement für ein Spitalmuseum „Ezerdla“: Mundart auf dem Kapellenberg Veranstaltungen Kunst an der Mauer an der Klosterwehr Fest der Schönheit findet wieder statt Musik, Führungen und Gesang im Klosterhof Ausgehtermine Rund um die Frankenhöhe Wohin im Hohenloher Land Wirtschaft Kultur und Genuss im Café Szenestübla CMP-Hübsch: Sportlich-elegante Kleidung Ein Stern für die Villa Mittermeier Panoramabild: Haus des Spitalbereiters Firma Ebalta: Nachhaltig mit Kunststoff Stuttgart Surge: Steffen Korinth ist Teilhaber Information Rundgang durch die Jahrhunderte A walk through centuries Sozialdienste Karte Rothenburg und Umgebung TITELBILD: Karussell auf der Sommermesse Foto: ul Service Wohin ausgehen in Rothenburg? Sehenswürdigkeiten in deutsch/englisch Informationen von A bis Z Freizeitideen Impressum Gesellschaft Personalia: Tassilo Frank Schnappschuss: Fußbad in der Tauber Heimatküche: Feiner Käse wie in Frankreich Ohrenbacher Bauernkapelle hat Tradition Ein Buch gegen Faschismus Fritz Klinglers Gedicht: Dieser...

Das Leben formen

Jutta Hedwig-Schöffl drückt ihre Welt in der Tonkunst aus In einem Hinterhof der BayWa in Geslau liegt ihr Atelier. Jutta Hedwig Schöffl stammt aus Stettberg etwa zwei Kilometer von Geslau entfernt. Seit Oktober 2021 betreibt sie ihr eigenes Tonkunst-Atelier namens „Tonwerk“ in Geslau. „Ich habe mein Leben lang gezeichnet und modelliert“, erzählt die 56-jährige Künstlerin. Das hat sie zu ihrem Lebensinhalt gemacht. Nach der Trennung ihrer Eltern verbrachte sie die Jugendzeit in Kempten im Allgäu, wo ihre Mutter geboren wurde. In bleibender Erinnerung blieben ihr die großen Krähenpopulationen, die das Stadtzentrum von Burghalde bevölkerten. Eindrücke, die sie bis heute in ihre Kunstwerke integriert. Genauso gestaltet sie ihre Plastiken, Bilder und zuweilen auch Gedichte, die ausdrücken, was ihr Innerstes bewegt. Schon mit 21 Jahren traf sie in Oberähren Mann, einen Textilmaschinenfachmann, der beruflich in die chinesische Metropole Hongkong versetzt wurde. „Das war für mich kein Problem, ich bin ihm voller Abenteuerlust gefolgt“, erzählt sie lächelnd. In Hongkong angekommen, lernte sie erst einmal Englisch, um in der noch bis 1997 bestehenden britischen Kolonialherrschaft beruflich Fuß fassen zu können. Anschließend arbeitete sie im Büro einer Textilmaschinenfabrik und ließ sich später in einer Deutsch-Schwedischen Schule anstellen. Dazu muss man wissen, dass es in China keine Berufsausbildungen gibt. Nach der Schule arbeitet man sich in sämtlichen Abteilungen einer Firma ein, bis man seinen Platz gefunden hat. Berufserfahrungen, besonders in europäisch ansässigen Firmen sind in China einer deutschen Ausbildung gleichgestellt. Eigenes Potenzial entdeckt Nach drei Jahren in der chinesischen Stadt stieß sie auf einen Cobo-Workshop des asiatischen Künstlers Chris Lo in der „University of Arts“ in Hongkong. „Faszinierend fand ich die Studenten, die die uralte chinesische Keramik- und Tonkultur aus der Jungsteinzeit mit der Moderne zu vereinen wussten“, erzählt die heutige Gestaltungsdesignerin. Wenig später saß sie selbst in einem solchen...

Ein tatkräftiger Idealist

Johannes Wolf hat das kulturelle Profil von Aub nachhaltig geprägt Aub hat etwas, was andere Gemeinden nicht haben: Johannes Wolf. Er hat den Ort aber geprägt wie kaum ein anderer. Wolf hat Aub mit Kultur erfüllt, die eine Strahlkraft weit über die Ortsgrenze hinaus entwickelt hat. Mittlerweile ist er 68 Jahre alt und trägt sein Haar noch immer mit progressivem Pferdeschwanz. Lässig lehnt er am Flügel im Konzertsaal von „Ars Musica“. Hinter ihm eine Plakatwand mit Zeugnissen aus den Anfangsjahren und Höhepunkten aus 33 Jahren Kulturengagement in Aub. Und das alles hat er neben seinem Job als Musiklehrer in verschiedenen Gymnasien auf die Beine gestellt. Johannes Wolf hat es einst aus Zufall nach Aub verschlagen. Er stammt aus Herzogenaurach und begann im Jahr 1976 ein Studium (Klavier und Cello) an der Musikhochschule in Würzburg. „In Würzburg gab es kaum Wohnungen und Musiker waren nicht gerne gesehen“, erinnert er sich. In Aub, nur 33 km von Würzburg entfernt, wurde aber ein Haus vermietet. Johannes Wolf ist mit Freunden eingezogen und die „Musiker-WG hat in den Folgejahren etwa 30 Studenten durchgeschleust“, erzählt er. Noch heute lebt er mit seiner Frau in genau diesem Haus. Aub hat ihn von Anfang an begeistert. „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt“, sagt er. Aub mit rund 1 500 Einwohnern ist für ihn eher eine kleine Stadt. „Es war immer mein Bestreben, mehr Menschen nach Aub zu bringen, in der Hoffnung, dass sie auch hier leben wollen“, erzählt er. Und dafür hat er sich engagiert. Zusammen mit drei Studenten hat er in seinen Anfangsjahren einen Biergarten gekauft, nur wenige Schritte von seinem Haus entfernt, im Eigeneinsatz renoviert und betrieben. Den Biergarten gibt es noch heute, allerdings aktuell nicht bewirtschaftet. Kultur im Herzen von Aub Das war der erste Streich. Der zweite folgte im Jahr 1991. Zusammen mit dem Architekten und Musikerfreund Felix Tannenberg hat Johannes Wolf „Ars Musica“ ins Leben gerufen. „Von Anfang an war klar, dass hier ein musikalisches Fortbildungshaus mit Veranstaltungsprogramm entstehen soll“, so Wolf. Das „Gasthaus zum Hirschen“ direkt am Marktplatz wurde von Tannenberg dafür saniert. In diesem Rahmen ist auch der bis in den Dachgiebel offene Konzertsaal entstanden. Durch die guten Kontakte zur Hochschule lief der Kursbetrieb schnell an. In das Haus am Marktplatz zog mit „Ars Musica“ wieder Leben ein. Zeitweise war die Kneipe sogar verpachtet. Die hochkarätig besetzten Veranstaltungen ziehen seitdem Besucher aus Bad Mergentheim, Uffenheim, Rothenburg oder Würzburg an (Infos unter www.ars-musica.de). Seit 25 Jahren, am 27. April wurde das Jubiläum gefeiert, bringt „Ars Musica“ Konzerte, Jazz, Kammermusik, Klassik sowie Vorträge und Ausstellungen nach Aub. Im Jahr 1999 hat sich der Verein Ars Musica Aub e.V. gegründet, der seitdem die Veranstaltungsinitiative unterstützt. „Ars Musica war für die Stadtentwicklung ein wichtiges Projekt“, stellt Johannes Wolf fest, der sich auch 12 Jahre als Stadtrat engagiert hat. Manche Wegbegleiter von ihm haben sich ebenfalls in Aub niedergelassen. „Wir haben gezeigt, dass es Wege gibt, einen Ort auch für Außenstehende interessant zu machen“, stellt Wolf fest. Er ist ein Idealist, der Kraft, Energie und auch eigenes Geld in die Realisierung der Kulturprojekte gesteckt hat. Und wenn die eine Idee läuft, dann haben Menschen wie er eben wieder eine neue: das fränkische Spitalmuseum. Aub hat ein um 1350 gegründetes Landspital mit Spitalkirche. Wolf sah darin Potenzial und die überregionale Bedeutung. In einer gemeinschaftlichen Leistung von Stadt und Bürgern fiel 1998 der Startschuss für die Sanierung der Spitalkirche. In der Folgezeit entstand ein museales Nutzungskonzept für den gotischen Kernbau. „Seit 2004 wird das Museum komplett ehrenamtlich betrieben“, erzählt Wolf. Das Thema Spital war mit dem Museum aber noch nicht abgeschlossen. Johannes Wolf hat die Reihe „Musik in fränkischen Spitalkirchen“ konzipiert. Seit 2012 findet in den Spitalkirchen in Aub, Ochsenfurt, Röttingen und Bad Windsheim regelmäßig eine hochkarätige Konzertreihe statt. Besonderes Ambiente der Spitalbühne Außerdem wurde auf dem Spitalareal die Spitalbühne gebaut, eine mit Glas überdachte Bühne und ein überdachter Zuschauerbereich. Und zwar in Eigenleistung. Zwei Vereine,...

Eine Sache des Herzens

Die Haarschneiderei Flex gehört nun zum „Forum der Schönheit“ Martina Model hat eine Vision. Ästhetik, Gesundheit und Lebensfreude, die Essenz eines schönen Lebens will sie in die Welt tragen. 2021 hat sie daher ihr Herzensprojekt ins Leben gerufen und ihm den Namen „Forum der Schönheit“ gegeben. Das „Forum der Schönheit“ basiert auf den Erfahrungen eines 25-jährigen Unternehmertums. 1999 hat Martina Model die Haarschneiderei Flex gegründet. Aus ihren Anfängen als Einzelkämpferin hat sie ein Unternehmen gemacht, das in seiner Hochzeit bis zu 20 Mitarbeiter und zehn Azubis hatte. Seit über 20 Jahren ist die Haarschneiderei in der ehemaligen Molkerei in Rothenburg zu Hause. Bei diversen Veranstaltungen oder kreativen Frisurenshows mit bis zu 50 Models hat die Haarschnei- derei auf sich aufmerksam gemacht. Die „Flex“ war ein Ort der Begegnung, des Austausches und Wohlfühlens. „Ich war immer nahe dran am Leben der Menschen“, sagt Martina Model. Für sie ist daher klar: Haare schneiden ist eben mehr als ‚nur‘ Haare schneiden. „Man sieht den Haaren an, wie ein Mensch mit sich umgeht“, ist ihre Erfahrung. Im Jahr 2021 gründete sie daher das „Forum der Schönheit“ und bietet seitdem in den dafür extra angemieteten Räumen (gegenüber der Haarschneiderei) einen Seelenhaarschnitt an. In Stille und ohne Spiegel werden Haar und Mensch wieder in eine neue Einheit gebracht. Die Vision und der zugehörige Raum waren vorhanden und das Projekt ist seitdem gewachsen. „Nach 25 Jahren Flex war es daher nun so weit, dass die Haarschneiderei als ein Teilbereich ins ‚Forum der Schönheit‘ eingebunden wird“, erklärt Martina Model. Neben dem Friseurbereich (der nach wie vor in den gewohnten Räumen stattfindet) und dem Seelenhaarschnitt gehört zum „Forum der Schönheit“ aber auch die Physiotherapie von Louis Model. Zum Äußeren soll das Innere kommen, damit sich der Mensch seiner ganzen Schönheit bewusst wird. Ein Netzwerk der Schönheit entsteht Martina Model vermietet die Räumlichkeiten des „Forum der Schönheit“ an Interessierte und so ist eine Art Akademie entstanden, die Kurse, Vorträge oder Workshops in den unterschiedlichsten Bereichen anbietet. Themen aus Kultur, Bildung, Spiritualität, Kunst, Gesundheit, Beziehungen und mehr sind vertreten. Immer geht es darum, die Schönheit des Lebens zu erwecken und zu entdecken. Über die eigene Webseite (www.forumderschönheit.de) und die online-Plattform www.quatoro.de sind die Angebote einsehbar. Durch Quatoro ist ein weit gefasstes Netzwerk entstanden und das „Forum der Schönheit“ ist somit weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden. „Ich habe mit so vielen Menschen zu tun, die etwas Besonderes machen“, erzählt Martina Model, die mit ihrer Energie das „Forum der Schönheit“ immer weiter wachsen lässt. Im neu gestalteten Eingangsbereich des Friseursalons empfängt den Kunden ein ganz besonderes Ambiente. Entspannt fühlt es sich an, viele Pflanzen gedeihen bestens und handverlesene Kleinigkeiten befinden sich in einer Nische. Von heilenden Steinen über Holzbürsten, besonderen Seifen bis hin zu regionalen Produkten reicht das Angebot. Alles hergestellt von Menschen, die sich der Idee des „Forum der Schönheit“ verbunden fühlen. Martina Model will etwas gemeinsam schaffen, ohne Konkurrenz und Neid. Etwas, das immer ‚schöner‘ wird. „Das ist meine Vision“, sagt sie. Und weil es ihr Freude macht, verwendet sie auch nach 25 Jahren all ihre Energie dafür....