Engagement für Feldwege...

Der Wegeunterhaltungsverein von Oberrimbach und Lichtel Wenn der Feldweg gut in Schuss ist, freut sich der Landwirt. Und wenn er selbst etwas dazu beigetragen hat, dann weiß er es noch mehr zu schätzen. Der Wegeunterhaltungsverein von Oberrimbach- Lichtel hat mit dieser Einstellung in den vergangenen zehn Jahren Großes geleistet. Seit Juli 2012 gibt es den Verein. „Der Creglinger Bürgermeister Uwe Hehn wollte das Wegenetz auf Vordermann bringen“, erklärt Albert Kellermann, Ortsvorsteher von Oberrimbach-Lichtel. Seit der letzten Flurbereinigung im Jahr 1980 befand sich das Wegenetz im „Dornröschenschlaf“. Kellermann hat die Initiative ergriffen und in Markus Stein einen tatkräftigen Vereinsvorsitzenden gefunden. Stein ist zwar kein Landwirt, sondern Schreinermeister bei Winkler Design, aber engagiert sich mit Herzblut für das Ehrenamt. Beratend zur Seite stehen Der Verein hat aktuell 38 Mitglieder, alle Flächenbesitzer, und gilt als Vorreiter in Hinblick auf weitere Vereinsgründungen. Die Idee wurde z.B. in Waldmannshofen, Schmerbach oder Münster aufgegriffen und die Expertise von Kellermann und Stein war im Vorfeld gefragt. „In den letzten zehn Jahren haben wir etwa 7 000 m Schotterwege in Eigenleistung erneuert“, so Markus Stein. Dazu kommen etwa 1 800 m bitumengebundene Splittwege und rund 1 000 m Asphaltwege, von denen 850 m aktuell angegriffen werden. Etwa 1 650 Tonnen Schotter und Splitt wurden seit Vereinsgründung verarbeitet. Zweimal im Jahr gibt es offizielle Vereinstreffen, bei denen besprochen wird, welche Wege saniert werden. Bei Wegbegehungen mit den Mitgliedern werden die Schäden festgestellt. Im Herbst, nach der Erntezeit, greifen es die Vereinsmitglieder dann an. Etwa zehn Helfer im Alter von 15 bis 87 Jahren sind mitsamt ihrem privaten Gerät wie Traktor oder Anhänger im Einsatz. Die Schutzschicht wird mit dem Bagger abgezogen und entsorgt. Der vom Vorstand bestellte Mineralbeton wird aufgebracht. Die Helfer beseitigen mit dem Rechen die Unebenheiten. Dann wird noch abgewalzt. „Alle sehen den Nutzen darin“,...

Immer ein Eisen im Feuer...

Lorenz Romeis gibt Kurse für traditionelle Schmiedekunst Wie ein Gutshof wirkt das Anwesen der Laurentius-Schmiede von Lorenz Romeis in Altmannshausen bei Markt Bibart. Zwei Häuser, ein neues Eigenheim und eine Schmiedewerkstatt, die mit einem Quergebäude verbunden sind, beherbergen in ihrer Mitte einen romantischen Hof mit einem schmiedeeisernen Brunnen. Vom Eingangstorbogen aus fällt er sofort ins Blickfeld des Besuchers. Der gesamte Innenhof wirkt wie eine Galerie von schmiedeeisernen Kunstwerken aus Feuerschalen, Rosenbögen und Gartensteckern. Selbst die Türgriffe des Wohnhauses und der beiden Gästeappartements bestehen aus Amboss, Zange und Hammermotiven. Hier lebt und agiert Lorenz Romeis mit seiner Frau und sorgt für den Erhalt des 3 000 Jahre alten Schmiedehandwerks. Schon seit 1860 haben seine Väter und Urgroßväter immer ein Eisen im Feuer. Mein Vater hat noch bis zu seinem 88. Lebensjahr die Esse geschürt und auf dem Amboss gearbeitet. Er hat noch bis zu 140 Pferde täglich beschlagen, hat Gummiwägen (Anhänger mit Luftbereifung) für die Landwirtschaft gebaut und sämtliches Werkzeug für das Handwerk, für die Bauern und den täglichen Gebrauch geschmiedet. Bis in die 70er-Jahre, als der beginnende Bauboom vermehrt nach Balkonen, Treppen oder Geländern verlangte. „Jede der sechs Generationen meiner Familie musste sich immer den neuen fachspezifischen Herausforderungen stellen“, sagt Lorenz Romeis. Mit Erfolg, denn die eigentliche Einkommensquelle des Traditionsunternehmens ist die Metallbaufirma Romeis & Sohn, dessen Geschäftsführung einer seiner beiden Söhne übernommen hat. Der älteste Sohn ist Betriebswirt und kümmert sich um einen aussagekräftigen Internetauftritt und die einzige Tochter bringt als hauptberufliche Event-Managerin ausgefallene Ideen in die Firma. „Den Namen und das Logo der Laurentius-Schmiede haben wir im Familienverband entschieden. Steht doch der heilige Laurentius als Schutzpatron für alle Berufe, die mit Feuer zu tun haben“, erzählt der Schmied aus Leidenschaft. Neue Wege für den Lebensabend An Kreativität fehlt es der Familie nicht. Immer...

Ländlichen Raum aufwerten...

Das Projekt „HeimatUnternehmen“ in West-Mittelfranken Vom Allgäu bis zur Oberpfalz aber auch in West-Mittelfranken sind Menschen unterwegs, die sich für Projekte, sei es wirtschaftlicher, gesellschaftlicher oder kultureller Art, stark machen. „Die Initiative `HeimatUnternehmen´ der Bayerischen Verwaltung der Ländlichen Entwicklung unterstützt Menschen in den Dörfern flexibel und unbürokratisch – von der Idee bis zur Umsetzung. Dazu gehört auch, die richtigen Leute zusammenzubringen und passende Finanzierungsmöglichkeiten aufzutun“, heißt es in einer offiziellen Pressemeldung des Amtes. Das kann idealistisches Engagement im Sinne des Umweltschutzes, gesellschaftlicher Einsatz für Inklusion oder Migration, wirtschaftliche Innovation, aber auch kulturelle Kreativität im ländlichen Raum sein. „HeimatUnternehmer“ schaffen mit viel Ideenreichtum und Herzblut wirtschaftliche, soziale, kulturelle und ökologische Werte vor Ort, über den eigenen persönlichen Nutzen hinaus. Damit tragen sie dazu bei, dass die Dörfer lebendig bleiben. Ein lebendiges Beispiel ist „HeimatUnternehmerin“ Anke Schrenk, eine Verfechterin des Ehrenamtes, die den Kulturgarten in Rothenburg ins Leben gerufen hat. Menschen jeder Altersstufe und aus allen Nationen wird ermöglicht, die gemeinsame Leidenschaft des Gärtnerns zu teilen. Die Wiederbelebung eines leerstehenden Schulgebäudes in Oberfranken als neue Kulturstätte erfolgte durch die Initiative „HeimatUnternehmen“ unterstützt durch das Amt für Ländlichen Entwicklung Bayern (ALE). Seit circa fünf Jahren fördert das ALE unter dem Motto „HeimatUnternehmen“ Projekte im ganzen Freistaat, die einen Mehrwert für ihre Region schaffen. Jetzt ist die Aktion „HeimatUnternehmen“ auch in Mittelfranken angekommen. Zu diesem Zweck wurden freiberufliche „HeimatEntwickler“ eingesetzt, die kreative und unternehmerische Menschen in der Region dabei beraten sollen, erfolgreiche „HeimatUnternehmer“ zu werden, eventuell Fördergelder zu beantragen und die nächsten Schritte zu gehen. Daniel Rieth aus Diebach, den man schon durch seine soziale Ideenschmiede „Träumen & Machen“ kennt, wurde Anfang diesen Jahres vom Amt für Ländliche Entwicklung als „HeimatEntwickler“ für die Region West-Mittelfranken eingesetzt. Gemeinsam mit Carina Hillenbrand (Öffentlichkeitsarbeit) bilden sie ein Team, um Menschen mit...

Tradition und Innovation...

Metallbau Dörfler profitiert von Fachkompetenz Seit Jahren ist die Zahl der Auszubildenden und der zur Verfügung stehenden Fachkräfte in allen Sparten des Handwerks rückläufig. Immer neue Herausforderungen wie im Bereich Metallbau, insbesondere in der energieeffizienten Altbausanierung, benötigen kompetente Mitarbeiter, die an allen Ecken und Enden fehlen. Nicht so in der Firma Dörfler Metallbau. Das traditionelle Handwerksunternehmen in Ohrenbach greift auf 101 Jahre Erfahrung in dritter Generation zurück und ist mit sieben Mitarbeitern gut aufgestellt. Zwei Meister, ein Maschinenbau-Ingenieur und drei ausgebildete Metallbauer machen den Betrieb zu einer kleinen aber effizient arbeitenden Handwerksfirma. Mit der Erfahrung des Firmeninhabers Reinhold Dörfler und den Kenntnissen, die Meister und Ingenieur aus anderen Betrieben mitbringen, vereint sich Traditionshandwerk mit innovativer Arbeitstechnik. „Ausgebildete Fachkräfte sind rar, aber Meister und studierte Ingenieure gibt es genug“, so Reinhold Dörfler. Dafür muss er, was Personalkosten angeht, etwas tiefer in die Tasche greifen, kann sich aber der Fachkompetenz seiner Leute sicher sein. Einen Auszubildenden aus Marokko hat er auch. Nach einer offiziellen Ausschreibung für marokkanische Lehrsuchende in Deutschland landeten zwei in Regensburg und Würzburg und einer im beschaulichen Örtchen Ohrenbach. Traditionshandwerk In den Anfängen des Betriebes Metallbau Dörfler (1921) wagte Leonhard Dörfler als Huf- und Wagenschmied den Schritt in die Selbstständigkeit.​ Dem Wandel der Zeit folgte die Umstellung auf Reparaturen von Landmaschinen und Schmiedearbeiten aller Art durch Wilhelm Dörfler im Jahr 1957. Auch die Metall verarbeitende Branche unterlag in den 80er-Jahren dem Strukturwandel nach dem Motto „Wachsen oder Weichen“. Den Herausforderungen trotzend, erfuhr das Geschäft einen erheblichen Aufschwung und vergrößerte seine Werkstatt mit den Gebäuden eines ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes und konnte gleichzeitig den Kundenstamm erweitern. Das war der Zeitpunkt, zu dem Reinhold Dörfler das Ruder übernahm und den wachsenden Markt in der Metallbaubranche erkannte. „Wie es früher so war, hatte ich aber nie die...

Gemüse vom Beet

Der Hofverkauf „Biobeet“ Am nördlichen Stadtrand von Rothenburg, im Gattenhofer Weg Richtung Stäffeleinsbrunnen, tut sich was: Montag, Mittwoch und Freitag steht ein Schild am Straßenrand, das auf einen Gemüse-Direktverkauf hinweist. Gleich hinter der Maschinenhalle der Familie Baumann, ein alteingesessener landwirtschaftlicher Betrieb, hat Sebastian Baumann im Frühjahr zwei große Gewächshäuser gebaut. Knackige Tomaten, Paprika, Zucchini, Auberginen und mehr wachsen darin und werden vom Beet weg an die Kunden verkauft. Vor zweieinhalb Jahren hat Sebastian Baumann den Familienbetrieb übernommen. Nach seiner Ausbildung hat er an der Technikerschule und Höheren Landbauschule Triesdorf noch den Agrartechniker gemacht. Er brennt für seinen Beruf und hat sich schon lange überlegt, wie er den Familienbetrieb zukunftsfähig ausrichten kann. Neben dem Ackerbau wollte er auf Direktvermarktung setzen. „Meine Philosophie ist es, die Stadtnähe zu nutzen“, so Baumann. Also hat er 2021 begonnen, Gemüse anzubauen und nebenbei Gemüsekisten im kleinen Stil angeboten. „Ich wollte das langsam angehen“, so der Landwirt. Das lief gut an und er ging mit dem Bau der Gewächshäuser einen Schritt weiter. Seit dieser Saison gibt es den Direktverkauf am Montag und Mittwoch, von 14.30 bis 18 Uhr, und am Freitag, von 10 bis 14.30 Uhr. Teresa Baumann, die alles rund um den Verkauf organisiert, präsentiert das Gemüse in einzelnen grünen Kisten. Tomaten, Karotten, Kartoffeln, Zucchini, Paprika oder Zwiebeln liegen knackig frisch bereit. Vor wenigen Stunden waren sie noch im Beet. Angeschlossen an die Gewächshäuser wächst auf etwa 1,5 ha Ackerfläche das Gemüse im Freiland. Sebastian Baumann ist aktuell dabei seinen Betrieb auf Bio umzustellen. Das Gemüse produziert er als Umstellungsware schon nach Biorichtlinien, muss aber eine zweijährige Frist einhalten, um das offizielle Zertifikat nutzen zu können. „Das ist viel Handarbeit“, erklärt er. Das Unkraut wird teilweise mit der Hacke oder sogar per Hand entfernt. Geerntet wird grundsätzlich per Hand....

Kluge Entscheidungen

Das Modehaus Haller besteht seit 140 Jahren „Man muss im Fluss der Veränderung immer mitschwimmen und sich konzeptionell anpassen“, sagt Heidi Treiber. Seit fast 30 Jahren führt sie die Geschäfte des Textil- und Modehauses Haller in Rothenburg. In den 1980er-Jahren schloss sie ihre Ausbildung an der Fachakademie für Textil in Nagold mit einer Arbeit ab, bei der sie die Geschäftsüberschneidungen Rothenburger Firmen zu ihrem Familienunternehmen unter die Lupe nahm. „Damals hatten mehr als 30 Geschäfte in der Altstadt ähnliche Artikel im Sortiment“, so Treiber. Übrig geblieben ist davon kaum einer. Als Hermann Süßmann, gelernter Strumpfwirker, im Jahr 1882 ein Wollwarengeschäft in der Hafengasse gründete, hat er wahrscheinlich auch nicht mit einer 140 Jahre währenden Familientradition gerechnet. Seine ersten Geschäfte hat er in genau dem Haus gemacht, das noch heute der zentrale Firmensitz ist und mit „haller‘s drunter & drüber“ zwei von drei Schwerpunkten setzt. Heidi Treiber hat zum Jubiläum in den Familienalben geblättert und echte Schätze entdeckt. Auch wenn die Familien Süßmann, Haller, Rohweder und Treiber stets die neue Zeit und ihre Anforderungen im Blick hatten, haben sie dennoch die Tradition geschätzt und bewahrt. Auf alten Fotos aus dem Jahr 1910 sieht man ihre Großmutter Babette neben der Ladentüre stehen. Ein anderes Bild zeigt Heidi Treibers Mutter an einem kleinen Holzschreibtisch, der heute im „drüber“ in die Dekoration einbezogen ist. Und auf manchen Fotos ist Treiber selbst zu sehen: als Kind mit kurzem, frechem Haarschnitt. „Der Laden war mein Spielzimmer“, erinnert sie sich. Eine Verbundenheit, die auf bodenständige Art verpflichtet. Familiärer Zusammenhalt Dabei war der Erfolg kein Selbstläufer, sondern oftmals mit „Durchbeißen“ verbunden. Schon die Witwe des Gründers Süßmann führte nach dessen Tod 1912 das Geschäft mit den Töchtern weiter. Babette Süßmann heiratete dann den Erlangener Textilkaufmann Hans Haller, dessen Name noch heute das...

Eigene Welt Okt01

Eigene Welt

Das Spielzeugmuseum in Schloss Sugenheim Die Leidenschaft ist in jedem Winkel zu spüren. Im Jahr 1988 hat Manuela Kube gemeinsam mit ihrem Mann Jan K. Kube ihr Spielzeugmuseum eröffnet. 1975 hatte das Ehepaar das Alte Schloss Sugenheim gekauft. Aus der Ruine haben sie Anfang der 1980er-Jahre ein wahres Schmuckstück gemacht. Die Museumseröffnung war ein großer Erfolg. „Damals habe ich Teile meiner Sammlung in vier Zimmern gezeigt“, so Manuela Kube. Mittlerweile umfasst das Spielzeugmuseum alle 13 Räume des ersten Obergeschosses. In Dutzenden von Vitrinen ist eine Fülle und Pracht an Spielsachen zu sehen, so dass sich wohl jeder Besucher zurückwünscht in seine Kinderzeit. Manuela Kube sammelt schon seit ihrer Jugendzeit „alles, was klein und hübsch ist“, wie sie es locker sympathisch ausdrückt. Gleichwohl kennt sie sich in der Tiefe der kulturellen und soziologischen Bedeutung der Spielsachen fundiert aus und weiß jedes Objekt in seine historische Vernetzung einzuordnen. Mit diesem umfassenden Wissen ist das Spielzeugmuseum auch mehr als eine Puppenschau – auch wenn es natürlich die süßen Käthe-Kruse-Puppen, unzählige Schildkröt „Inge‘s“ oder Puppen von Hildegard Schulz-Krahmen aus Chemnitz zu sehen gibt. Kubes Sammlung nimmt die seltenen und wertvollen Räuchertürken aus dem Erzgebirge, die schon um 1820 hergestellt wurden, ebenso ins Visier wie Möbelmodelle, die in der aktuellen Sonderausstellung zu sehen sind. Spielzeug war ein wertvolles Gut und manches wurde nur sonntags herausgeräumt. Die Arche Noah, Adam und Eva oder ein Paradiesgärtchen, alles Holzspielsachen aus Oberammergau, Berchtesgaden oder Seiffen, zählten dazu. In einem eigenen Raum (und dazu noch in mehrere Vitrinen arrangiert) zeigt Manuela Kube ihre Puppenstuben, die ein Abbild vergangener Epochen sind. Die Darstellung einer Kriegshochzeit aus dem Jahr 1916 ist ebenso darunter wie ein Puppenschloss (um 1890) aus dem ehemaligen Besitz des preußischen Königshauses. Eine Puppenstube hat sogar einen richtigen Parkettboden. „Ich habe über 100...

Grenzen Okt01

Grenzen

Wasserscheideweg Die Luft weht kühl um die Nase und lässt den goldenen Herbst erahnen. Wer noch einmal mit Rucksack und Stab auf Wanderschaft gehen will, findet direkt vor der Haustür einen besonderen Pfad. Der Wasserscheideweg von Ansbach nach Schnelldorf berührt auf 97 Kilometern immer wieder kleine Quellpunkte, an denen das Wasser entweder gen Norden in die Nordsee fließt oder sich einen Weg Richtung Süden in das Schwarze Meer bahnt – das ist die sogenannte Wasserscheide entlang der Frankenhöhe. Der Wanderweg auf den Spuren dieses geologischen Naturphänomens ist Teil der Europäischen Hauptwasserscheide, die die Zuflüsse vom Atlantischen Ozean und Mittelmeer bzw. Schwarzem Meer voneinander trennt. Sie erstreckt sich von Gibraltar im Süden der Iberischen Halbinsel bis zum Polarmeer und verläuft in der Regel über die Kammlagen von Gebirgen. Auf der Frankenhöhe Der Wasserscheideweg durch die wunderschöne Landschaft der Frankenhöhe wurde mit seinen sehenswerten Höhenpunkten bereits drei Mal zum Qualitätswanderweg Deutschland zertifiziert. Nicht nur eine lückenlose Beschilderung, sondern auch einen 35-prozentigen Anteil an Naturwegen, fernab von viel befahrenen Straßen, durch schmale Waldschneisen oder durch Wiesen begeistern Naturfreunde. Wären die wegweisenden Wandersymbole an den Bäumen nicht engmaschig angebracht, könnte man meinen, sich verirrt zu haben. So tief taucht man in die fast unberührte Natur ein. Der Pfad führt zu landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten mit kulinarischen Einkehrmöglichkeiten. Es läuft sich weich auf gut begehbaren Forstwegen im Wald, aber auch auf vielen naturbelassenen Pfaden quer durch fränkische Höhen und Täler. Frankenhöhe in fünf Etappen Die erste Route der fünf Etappen führt von der Residenzstadt Ansbach nach Colmberg (24 km). Der Startpunkt für den Europäischen Wasserscheideweg (EWW) ist eine Informationstafel in der Ansbacher Feldstraße. Sie führt hinaus über Feldwege und Wälder ins malerische Colmberg. Über dem Ort erhebt sich die 1000 Jahre alte Hohenzollernburg. Schon allein wegen der Aussicht lohnt...

Die fünfte Jahreszeit Okt01

Die fünfte Jahreszeit...

Die Muswiese bei Rot am See Ab 8. Oktober ist es endlich so weit: Nach zwei Jahren Coronapause findet die Muswiese wieder statt. Markthändler bauen in den Straßen von Musdorf dicht an dicht ihre Stände auf. Im Gewerbegelände zeigen rund 180 Aussteller, was es Neues rund um Hof und Haus gibt. Und dazu gibt es die feinsten hohenlohischen Leckereien und kulturellen Meilensteine zu entdecken. Auf dem Foto ist die Muswiese in ihrer ganzen Pracht aus der Luft zusehen. Vor dem 8. Oktober und nach dem 13. Oktober herrscht hier kontemplative Ruhe. Musdorf ist ein Weiler von 18 Häusern und 60 Einwohnern, nur wenige Kilometer von Rot am See entfernt an der Straße nach Rothenburg gelegen. Ein ganz normales Dörfchen, das einmal im Jahr zum Mittelpunkt des hohenloher Lebens wird. Die Tradition der Muswiese reicht bis 1434 zurück und der Markt ist somit einer der ältesten. In Musdorf haben sich nämlich zwei bedeutende Handelsstraßen des Mittelalters gekreuzt. Die eine war die historische Salzhandelsstrasse, die andere die Kaiserstraße. So entstand der Markt an der Kreuzung der beiden wichtigen Transportwege und findet stets im gleichen Zeitraum statt: Die Muswiese findet immer an Burkhardi oder auf alle Fälle in der Woche des Burkharditags statt. Traditionen begleiten das Fest seit jeher. Dazu gehört auch, dass zur Muswiesenzeit das Arbeitsjahr in der Landwirtschaft beendet war. Die Ernte war eingebracht und man bereitete sich auf den Winter vor. Das neue Jahr begann nicht am 1. Januar, sondern nach der Muswiese. So wurden und werden oftmals auch Geschäfte abgeschlossen, die entweder noch vor der Muswiese erledigt werden müssen oder erst nach der Muswiese. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Ausfall der Muswiese in den letzten zwei Jahren nur schwer für die Region zu verschmerzen war. Denn Musdorf beheimatet eben nicht...

Gelassenheit Okt01

Gelassenheit

Liebe Leser, die einen empfinden den Herbst als ungemütlich, die anderen lieben das bunte Herbstlaub, den strahlend blauen Himmel, Kürbisse, den Federweißen und gemütliche Spaziergänge. Wie bei so vielen Dingen, ist es immer Ansichtssache, ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Ich persönlich gehöre zur Kategorie der „halb voll“-Vertreter. Solange es nicht knüppelhart kommt, suche ich das Positive – wohl wissend, dass das Leben auch harte Zeiten bereithält, die dann natürlich gemeistert werden müssen. Die Nachrichten sind voll mit dem Energiedilemma, Kriegsberichten, Entlastungspaketen und wahrscheinlich auch bald wieder mit Coronastrategien. Nun könnten wir alle panisch werden, dem Novemberblues verfallen, verzweifelt überlegen, wo all das Geld herkommen soll, das die Regierung ausgibt. Oder wir üben uns in Gelassenheit und richten den Blick auf jene Dinge, die trotz allem die Fülle unseres Lebens prägen. Auf den kommenden 108 Seiten können Sie eintauchen in diese Fülle und für eine gewisse Zeit, je nachdem, wie viele Seiten Sie angreifen wollen, im Meer der Gelassenheit dahintreiben. Es ist für uns immer wieder verblüffend, wie vielfältig die Region rund um Rothenburg ist und was die Menschen hier alles mit Herzblut zum Leben erwecken. Ohne einen positiven Blick in die Zukunft wäre das sicherlich nicht möglich. Genießen Sie den Oktober mit uns, schlendern Sie über die Muswiese oder die Herbstmesse in Rothenburg. Und achten Sie darauf, dass Ihr Glas immer halb voll bleibt. Ihre Andrea...

Oktober Okt01

Oktober

Kultur Efditorial: Gelassen in den Herbst Das Spektakel beginnt: Die Muswiese Mitten in Franken teilt sich das Wasser Das Künstlerhaus von Monika Hanselmann Spielzeugmuseum von Schloss Sugenheim „Le Chajim“: Die jüdische Woche startet Kinderbücher von Martina Kanold Veranstaltungen Herbstmesse am Schrannenplatz Die Feuerwehr lädt zur Partynacht Besondere Schlemmereien Ausgehtermine Rund um die Frankenhöhe Wohin im Hohenloher Land Wirtschaft Das Modehaus Haller feiert 140 Jahre Frisches Gemüse direkt vom Beet Panoramafoto: Liebe zum Detail Tradition und Innovation mit Metall Urlaub mit Flair auf Schloss Wildberghof Information Rundgang durch die Jahrhunderte A walk through centuries Sehenswert in der Umgebung TITELBILD: Herbststimmung im Burggarten Foto: am Service Wohin ausgehen in Rothenburg? Sehenswürdigkeiten in deutsch/englisch Informationen von A bis Z Freizeitideen Impressum Gesellschaft Personalia: Muswiesenwirt Pressler Daniel Rieth entwickelt die Heimat weiter Heimatküche: Mediterrane Kostbarkeiten Lorenz Romeis bietet Schmiede-Kurse an Ein Verein kümmert sich um die Feldwege Szenegeflüster: malerische Spurensuche Fritz Klinglers Gedicht:...

USA per Rad

Alexander Pflüger hat seine Wahlheimat erkundet „Es war ein Geschenk, das ich mir selber machen wollte“, sagt Alexander Pflüger. Der 59-Jährige stammt aus Schwarzenbronn und ist 1987 in die USA gezogen. Fast genau 35 Jahre hat er bei Walt Disney gearbeitet, anfangs als Koch und dann als Leiter für „Food & Beverages“ in diversen Parks und Hotels in Florida. Er hat zwei Kinder und lebt mit seiner Frau Ashleigh, einer Innendesignerin, in Winter Park nahe Orlando. Am 25. April diesen Jahres ist er zu einer Radtour durch neun Bundesstaaten aufgebrochen – eine Reise zu sich selbst. Schon vor Corona hat er unter dem steigenden beruflichen Druck gelitten. „Immer mehr muss mit immer weniger geleistet werden“, erklärt er. Gesundheitliche Probleme stellten sich ein, obwohl er als Marathonläufer sportlich fit war. „Während Corona habe ich die Entscheidung getroffen, im April aufzuhören“, sagt Alex Pflüger. Er wollte danach einen „Cut“, eine Zeit, um sich neu zu sortieren. Also hat er eine Radtour zu seinem Sohn James geplant. Ein halbes Jahr lang hat er die Route von Orlando nach Denver ausgetüftelt. Dann zog sein Sohn um und er begann von vorne. La Crosse in Wisconsin war das neue Ziel. Jeder Tritt führt ans Ziel Am 25. April, zwei Tage nach seinem letzten Arbeitstag, hat sich Alex Pflüger auf sein Rennrad geschwungen und los ging‘s. Er hat die Tour von insgesamt 2 636 km in 19 Etappen eingeteilt. Bis zu 12 Stunden am Tag ist er geradelt und hat im Durchschnitt knapp 150 km zurückgelegt. Übernachtet hat er in Motels. Alle fünf Tage gönnte er sich einen Ruhetag. „Da habe ich meine fünf Radgarnituren gewaschen und Fahrrad und Anhänger gerichtet“, so der Sportler. Mit seinem 22-Gang-Rennrad hat er einen etwa 30 kg schweren Anhänger gezogen, in dem er das Nötigste...