Menschen kennenlernen...

Der English-Conversation-Club (ECC) trifft sich wieder mittwochs Das Kaminfeuer brennt, ein Ständer mit Flaggen und der blaue Tischwimpel sind aufgestellt, das Glas Wein steht bereit: Es ist English-Conversation-Club-Zeit. Jeden Mittwoch um 19 Uhr treffen sich Menschen, die gerne Englisch sprechen und an den Gästen der Stadt interessiert sind, in der Altfränkischen Weinstube in Rothenburg. Beinahe wäre die Tradition, die fast 40 Jahre alt ist, durch Corona abgebrochen. „Ich war der Meinung, es wäre schade, wenn es den ECC nicht mehr gäbe“, erzählt Silke Ebert. Mit Michaela Eder, die schon 25 Jahre zu den Treffen des Clubs kommt, hat sie die Institution wieder zum Leben erweckt. Nach Ostern 2022 fand das erste Treffen statt. Mittlerweile hat sich ein harter Kern etabliert und im Laufe des Jahres sind auch wieder englischsprachige Gäste dazu gekommen. Ein neues Gästebuch existiert mit ersten Einträgen. Der English-Conversation-Club (ECC) wurde 1984 von Dieter Balb, dem langjährigen Chefredakteur des Fränkischen Anzeigers, gegründet. Von Anfang an sollte der ECC nicht mit Vereinsregularien belastet werden – und so ist es auch heute noch. „Wir haben weder Schriftführer noch Kassier“, so Michaela Eder. Zen- trales Anliegen ist das lockere Zusammentreffen von Einheimischen und Gästen. Vor Corona war das Clubtreffen bekannt und beliebt. „Da waren schon mal 20 Gäste da“, erzählt Inge Hubl und fügt an, „Wir rutschen dann einfach zusammen.“ Die Rothenburg-Besucher erfahren von den Treffen entweder über Tipps von ihrem Hotel oder auch aus dem Reiseführer. Reiseautor Rick Steves, eine Institution bei amerikanischen Touristen, hat an einigen Treffen teilgenommen und bezeichnet sie als „Jackpot“, denn hier trifft man auf echte Rothenburger. Und so etwas sucht schließlich jeder im Urlaub. Aber es gibt natürlich auch Touristen, die in regelmäßigen Abständen nach Rothenburg und zum ECC kamen. Besucher kommen ohne Anmeldung „Wer genau an einem Abend...

In die Jugend investieren

Kompetenzen der EJSA Gesellschaftliche und persönliche Konflikte oder auch Migrationshintergründe können für junge Menschen Ursachen sein, ihre Ausbildung abzubrechen oder gar nicht erst nach einer beruflichen Perspektive zu suchen. Nicht zuletzt die Coronazeit, der Fachkräftemangel, hohe Energiekosten und vieles mehr, machen es heute auch den Unternehmen zunehmend schwer, Fachkräfte auszubilden und zu halten. Wo Förderangebote für angehende Fachkräfte aufhören bzw. an ihre Grenzen der Zuständigkeit stoßen, liegt die besondere Stärke der Evangelischen Jugendsozialarbeit Rothenburg (EJSA-ROT). Ihr Tätigkeitsgebiet umfasst die beiden Landkreise Ansbach und Neustadt/Aisch – Bad Windsheim sowie die Stadt Ansbach. Kostenlos, persönlich und absolut vertraulich können sich junge Menschen an die Rothenburger EJSA wenden. Die Organisation setzt sich für Jugendliche ein, die wegen persönlichen Konflikten oder aufgrund sozialer Benachteiligungen keine berufliche Zukunft sehen. Aber auch Arbeitgebern steht die EJSA als kompetenter Ansprechpartner in Sachen Ausbildung beratend zur Seite. Die EJSA agiert unter dem Motto: „Wir sind der Überzeugung, dass jeder Mensch – unabhängig davon, was er in seinem Leben gemacht hat – von Gott geliebt ist.“ Die Mitarbeiter versuchen gemeinsam mit dem Hilfesuchenden, egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, pragmatische Lösungen zu finden. Das können Beratungen im Hinblick auf die Berufsfindung sein. Was kann ich und wer bin ich? ist die Frage, die zuerst beantwortet werden muss. Bei der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle unterstützt das EJSA-Team ebenso, wie bei der richtigen Form der Bewerbungsunterlagen. Dafür gibt es das „JobCafé“, das wöchentlich donnerstags von 16 bis 17 Uhr, am Kirchplatz 13 in Rothenburg öffnet. Ein persönlicher Termin kann aber auch vereinbart werden. Eine „Assistierte Ausbildungsbegleitung“ kann vonnöten sein, wenn es um sprachliche oder persönliche Schwierigkeiten geht, mit dem Ziel, einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen. Der Einsatz zahlt sich aus Das leistet die EJSA ggf. über eine Dauer von drei Jahren. Bei Problemen mit Kollegen, Mitarbeitern oder mit der Ausbildung an sich, tritt ein Mitarbeiter der EJSA auf. Auch die Flüchtlings- und Integrationsberatung hilft bei Krisen vor, nach oder während der Ausbildung und unterstützt dabei sprachliche Barrieren zu überwinden. Seit etwa 15 Jahren bietet die EJSA eine spezielle Ausbildungsförderung mit Persönlichkeitsentwicklung an und konnte hunderten von Jugendlichen auf ihrem Weg zu einem Berufsabschluss begleiten. Zeitgleich zum 20-jährigen Bestehen wurde die Arbeit der EJSA am 2. November 2022 mit dem Gütesiegel „Soziale und berufliche Integration“ von der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit Bayern ausgezeichnet. „Wir wollen dazu beitragen, dass Betriebe in der Region Fachkräfte finden“, erklärt Diakon Thomas Raithel, Geschäftsführer der EJSA. Unternehmen werden unterstützt Dabei geht es um ein gutes Miteinander zwischen Auszubildenden und Arbeitgebern. „Bisher werden im Jahr rund 130 Jugendliche unterstützt, aber der Bedarf in der Region liegt bei etwa 350 jungen Menschen. Dafür sind rund 50 000 Euro an Spenden nötig. Unternehmen der Region werden durch die EJSA da unterstützt, wo offizielle Hilfsangebote enden,“ heißt es in einer Meldung. Die Organisation ist der Meinung, dass die Unternehmen von den Angeboten der EJSA, die auch Ausbilder schult, profitieren. Denn nicht immer liegt es nur an den Auszubildenden. Die erfahrenen Sozialpädagogen der EJSA sehen sich als Vermittler zwischen Ausbilder und Lehrling. Von immer größer werdender Bedeutung ist die Unterstützung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Hier geht es zusätzlich um Hilfen, die weit über die eigentliche Ausbildung hinausgehen. Dabei müssen kulturelle und sprachliche Hürden überwunden werden. Hinzu kommt aber auch Hilfe bei rechtlichen Formalitäten und Aufenthaltsfragen. Für eine individuelle Beratung, ob für Jugendliche oder Unternehmen steht die EJSA-Rothenburg, Kirchplatz 13, Telefon: 0 98 61 93 69 42 6 zur Verfügung....

Ein Geben und Nehmen

Jan-Peter Scheurer liegen die jungen Musiker am Herzen „Die Menschen mit der Musik zu berühren und ihnen Freude zu schenken“, das ist seine Mission. Jan-Peter Scheurer, ein waschechter Rothenburger, verbrachte seine unbeschwerte Kindheit in seinem Elternhaus mit Garten direkt am historischen Klingentor. In der Schule machte er gerne Stimmung mit seiner humorvollen Art. Eine Eigenschaft, die ihm später einmal von Nutzen sein würde. Neben ausgiebigen Sportaktivitäten begann er, wie so viele Kinder der Stadt, mit dem Flötenunterricht an der Städtischen Musikschule Rothenburg. Von Anfang an hatte er Freude am Spiel mit dem Instrument und am Klang der Musik. „Auf einer Veranstaltung sah ich eine Trompete an der Wand hängen. Ich nahm sie herunter und drückte ein wenig auf den Knöpfen herum“, erinnert er sich an die Geburtsstunde seiner Leidenschaft für das Blechblasinstrument. Seitdem war es um ihn geschehen. Klassische Musik und die Trompete sollten fortan seine stetigen Wegbegleiter sein. Als Achtjähriger nahm er Trompetenunterricht und musste erst lernen, mit viel Luft und schwingenden Lippen einen Ton auf diesem blechernen Instrument herauszubringen. Irgendwann stellte sich die Frage, wo er sein musikalisches Talent einbringen könnte. Nach zwei Jahren intensiver Übung fand er sich im Rothenburger Stadt- und Jugendblasorchester wieder, das er seit 2013 bis heute mit Freude ehrenamtlich leitet und dirigiert. Das Nachwuchsorchester bildet künftige Mitglieder für das Jugendblasorchester aus. Bis ins Jahr 2021 hatte er auch diese Leitung unter sich. Aus beruflichen Gründen konnte er es guten Gewissens an den Rothenburger Musiklehrer Dirk Semmler abgeben. Trompeter aus Leidenschaft In der Jugendzeit spielte Scheurer über viele Jahre im Mittelfränkischen Auswahlorchester, im Nordbayerischen Jugendblasorchester und im Landesjugend-Jazzorchester Bayern. So konnte er schon vor der Aufnahme seines Trompetenstudiums an der Hochschule für Musik Würzburg reichlich Orchestererfahrung sammeln. Das routinierte Zusammenspiel verschiedenster Instrumente wurde ihm auf diese Weise gelehrt....

In neuem Licht erscheinen...

Firma Bauereiss ist Meisterbetrieb im Schild- und Lichtreklamehandwerk Welche Kompetenzen sich heute hinter einem Malerbetrieb bzw. einem Raumdesigner verbergen können, sind für den „Otto-Normalverbraucher“ kaum mehr zu umreißen. Seit 40 Jahren ist die Firma Bauereiss GmbH in Rothenburg fachkompetenter Ansprechpartner in Sachen Putz-, Stuck- und Malerarbeiten. Bernd Bauereiss, Maler- und Stuckateurmeister, führt den Familienbetrieb in zweiter Generation gemeinsam mit seiner Frau Simone (Malergesellin und Kauffrau für Büromanagement). Nach der Zusammenlegung beider Geschäftszweige, Maler und Raumdesign im Jahr 2017 hat sich das Angebotsportfolio enorm erweitert. Neben Vergolden von Logos, Fassadenbeschriftung und Lackierungen von Schildern, Bodenbelägen, Trockenbau, Schimmelsanierung, Wärmedämmung und Denkmalschutz sowie alle Arbeiten rund um die Innenraumgestaltung ist die Firma auch in Richtung Werbetechnik unterwegs. Es werden Autobeschriftungen, Textildruck, Außenwerbung, Digitaldruck und Werbemittel beispielsweise für Mitarbeitergeschenke angeboten. „Wir bieten alles vom Rohbau bis zum Einzug inklusive der Werbetechnik, alles aus einer Hand“, heißt der Slogan des Betriebes. Das stimmt nicht mehr ganz, denn Bernd und Simone Bauereiss haben sich zu Meistern für Schild-und Lichtreklame ausbilden lassen. Warum? Weil die Meisterpflicht für diesen Bereich nach der Abschaffung im Jahr 2004 vor ca. zwei Jahren wieder eingeführt wurde. Fehlende Meisterqualifikationen hatten massive Qualitätseinbußen im Handwerksbereich und noch extremeren Fachkräftemangel zur Folge. Auflagen als Chance Auch die Firma Bauereiss stellte die immer schlechter werdende Ausführung des Handwerks fest. „Im Grunde genommen hat uns die Meister-Schulung die Berechtigung für Schilder mit elektronischer Funktion gebracht“, so Bernd Bauereiss. Denn in der Werbetechnik kann die Firma mit einer 20-jährigen Erfahrung punkten. Durch neue Firmen-Kontakte während der Fortbildung hat sich Bauereiss einem Verbund von 120 deutschen, österreichischen, schweizer und liechtensteinischer Betrieben angeschlossen. Geringere Kosten bei Materialbeschaffungen, aber vor allem das länderübergreifende Teamwork macht kleine Firmen leistungsstärker. „Ein Auftrag für den Besitzer von 50 Hotels in ganz Deutschland, der in seinen Aufzügen Panoramafotos...

Gedruckte Perfektion

Die Firma Stomoprint 3 D in Insingen steht für Innovation und Effizienz Es muss heutzutage alles schnell gehen und dabei sollen Material und Ressourcen optimal genutzt werden. Genau das haben sich Sebastian Stolz aus Insingen und Florian Moßhammer aus dem Ostalbkreis auf die Fahnen geschrieben. Sie sind leidenschaftliche Zerspanungsmechaniker von Beruf, Fachkräfte also, die Bauteile für Maschinen, Motoren oder Turbinen fertigen. In der Regel werden die Komponenten mittels CNC-gesteuerten Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen hergestellt. Beide bringen ganz eigene Fachkompetenzen auf diesem Gebiet mit. Florian Moßhammer ist bereits Meister, leitete als Zerspanungsmechaniker eine Abteilung und konnte über acht Jahre hinweg bei der Bundeswehr als Luftfahrttechniker Erfahrungen sammeln. „Schnelles und effizientes Arbeiten mit wenig Handwerkszeug habe ich dort lernen müssen“, sagt er heute. Sebastian Stolz kennt sich mit seinen 28 Jahren schon mit der Programmierung von Maschinenbauteilen und deren Herstellung aus. Kennengelernt haben sie sich über die Firma, in der Florian Moßhammer gearbeitet hat und stellten sehr schnell fest, dass sie eigene Ideen selbstständig und unabhängig umsetzen wollen. Am besten gemeinsam. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Firmengründung von Stomoprint 3 D GmbH & Co. KG beschlossen (August 2021) und geplant. Der Schweinestall der Großeltern von Sebastian Stolz in Insingen wurde eigenhändig umgebaut und mit modernster „HP Multi Jet Fusion-3 D-Drucktechnologie“ ausgestattet. Ein echtes Risiko mitten in der Coronazeit, wie man meinen möchte. Aber sie haben sich durchgebissen und konnten die Firma SG-Engineering in Steinsfeld durch schnelle und exakte Probedrucke als offiziellen Partner gewinnen. Um noch zeitsparender arbeiten zu können, haben sie sich die nötige Computer-Sofware für die räumlich effektivste Nutzung der 3 D-Drucktechnik angeschafft. Dabei werden mehrere Aufträge gleichzeitig umgesetzt. Für den Laien klingt es ein wenig wie Science-Fiction, Kunststoffteile aller Größenordnungen bis hin zu Mikrobauteilen (wie Stands für Herzkranzgefäße) in den Bereichen Automobiltechnik, Maschinenbau oder...

Dem Lebensfluss folgen

Markus Hanna hat mutig einen eigenen Weg eingeschlagen Markus Hanna erinnert sich, dass er immer dachte, Arbeit sei eine Bürde, die man auf sich nehmen müsse, um sich das zu ermöglichen, wofür man brennt. Ein Gefühl, das ihm heute ein ungläubiges Kopfschütteln abringt. „Aus meiner Erfahrung ergeben sich die Dinge auf wundervolle Weise“, erzählt er. Ganz umsonst gab es diese Erkenntnis natürlich nicht. Es bedurfte einer mutigen Entscheidung. Markus Hanna, 29 Jahre alt, hat mit 20 ein Maschinenbaustudium begonnen. Das hat ihn nicht begeistert. Er war immer sportlich. Laufen, schwimmen, Fitness und olympisches Gewichtheben waren seine Disziplinen. Außerdem hat er sich für Philosophie interessiert. 2017 nahm er an einer Yogastunde in Würzburg teil. „Ich war sofort absolut begeistert“, erzählt er. Danach hat er täglich Yoga praktiziert, was ihm einen komplett neuen Umgang mit seinem Körper eröffnete. Nach drei Semestern hat Hanna sein Studium dann abgebrochen und ist mit seinem Bruder Frank zu einer Reise nach Indien gestartet. „Ich bin heilfroh, dass ich damals den Mut dazu aufgebracht habe“, sagt er. Im Hostel in Indien wurden Yogastunden angeboten. Als dort der Lehrer ausfiel, ist Markus Hanna eingesprungen. „Da war der Groschen gefallen“, sagt er. Markus Hanna hatte seine Berufung gefunden. Yoga und die Lehre, das war, was er im Leben machen wollte. Ab diesem Zeitpunkt hat er kontinuierlich unterrichtet und gemeinsam mit seinem Bruder zwei Yogalehrerausbildungen in Indien absolviert. Zweieinhalb Jahre waren Markus und Frank Hanna in Indien und den Nachbarländern wie Indonesien oder Philippinen unterwegs. In Hostels oder im Ashram haben sie gegen Kost und Logis Yoga unterrichtet. „Das hat mir viel Übung gebracht“, so Markus Hanna. Vom Bassist zum DJ und Yogalehrer In einem Ashram im Himalaya, wo die Brüder drei Monate gelebt haben, hat Markus Hanna in der Dorfschule auch Ukulele unterrichtet.„Musik ist meine zweite Leidenschaft“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Von 2007 bis 2017 war er der Bassist der Rothenburger Black-Metal-Band „Thormesis“. „Das war so richtig Vollgas“, erinnert er sich und fügt an: „Ich habe mich schon ganz schön verändert.“ Musik blieb aber weiterhin ein Hobby und mittlerweile ist er als DJ Tryambakam beim „Eulenflug“ oder in der Bar „Better Together“ aufgetreten. Sein Genre ist jetzt „Psytrance“, die psychedelische Sparte der elektronischen Musik. Irgendwann leerte sich die Reisekasse der Brüder und im März 2020, zwei Wochen vor Corona, kamen sie zurück nach Rothenburg. Markus Hanna hatte da schon Kontakt zu den Inhabern des Yogastudios „In & Out“ in Rothenburg. Er hat bei der Firma Baß gearbeitet und nebenher Yoga unterrichtet. Genau vor einem Jahr konnte er das Yogastudio dann übernehmen und ist mit „Arkus Yoga“ (Industriestraße 4) in die Selbstständigkeit gestartet. Seitdem unterrichtet er nun Hatha Yoga, ein eher langsamer Yogastil, Vinyasa, eine Yogaart mit dynamischen, fließenden Bewegungen, und Ashtanga, eine sehr dynamische und fordernde Variante des Yoga. Eine Yogaeinheit dauert 75 Minuten und die Teilnahme ist sowohl vor Ort als auch online möglich. „Jeder, der atmet, kann Yoga machen“, so seine Motivation, die Menschen dafür zu begeistern. Bewegung, Atmung und Bewusstseinsentwicklung werden beim Yoga angesprochen. Als erfahrener Lehrer hat Markus Hanna dabei den Fokus sowohl auf der Eliminierung von Verletzungspotenzial als auch darauf, die Haltung zu optimieren und mental zu vertiefen. Sein Yogastudio betreibt er dabei frei von jeglichem finanziellen Druck, denn er ist als Pflegeassistent in Teilzeit bei Oliver Körber angestellt. „Ich baue mir hier mein eigenes Ding auf“, sagt er selbstbewusst....

Flexible Zeiteinteilung Jan11

Flexible Zeiteinteilung

Ein Einsatz bei der Tafel hat einen individuellen Spielraum Für viele Menschen sind die Zeiten hart und es fehlt an Grundlegendem. Die Rothenburger Tafel ist eine Anlaufstelle, die in diesem Fall Bedürftige mit Nahrungsmitteln versorgt. Aber das geht nur durch das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Insgesamt 35 Männer und Frauen haben ihr Herz für die Tafel entdeckt. 2004 wurde die Institution auf Betreiben mehrerer Stadträtinnen und mit Unterstützung von Dekan Dr. Wünsch ins Leben gerufen. Seit 2011 ist die Tafel in der Wenggasse 39 zu finden. Jeden Freitag ab 13.30 Uhr können Bedürftige dort „einkaufen“. Voraussetzung ist eine Tafelkarte und ein Obolus von 2 Euro muss bezahlt werden. Für die ehrenamtlichen Mitarbeiter startet der Tag aber bereits am frühen Morgen. Von den 35 Beteiligten sind zwölf als Fahrer aktiv. Ab 7.30 Uhr starten sie immer zu zweit zur Tour. „Aktuell werden 20 Stationen angefahren“, erklärt Beate Junkersfeld (Sozialpädagogin im Diakonischen Werk), die seit Anbeginn für die Koordination zuständig ist. Seit diesem Sommer hat die Tafel auch ein eigenes Auto mit Kühlung. Bis zur Mittagszeit haben die Fahrer alles angeliefert. Dr. Georg Huggenberger ist einer von ihnen und von seinem Ehrenamt ganz begeistert. „Meine Frau ist seit vielen Jahren bei der Tafel und ich habe nun im Ruhestand auch nach einer Aufgabe gesucht“, erzählt er, „Das ist eine gute Sache und macht Freude.“ Gute Stimmung im Team Der Vorteil bei einem Engagement bei der Tafel: Man muss nicht jeden Freitag da sein. Dr. Huggenberger trägt sich durchschnittlich einmal im Monat in die Liste ein. Und auch die Damen, die den Laden der Tafel vorbereiten bzw. die Produkte ausgeben, wissen diese Flexibilität zu schätzen. „Es ist ein großer Vorteil der Tafel, dass man seine Zeit selbst einteilen kann“, sagt Luitgard Herrmann, die mit einer kurzen Unterbrechung seit Beginn dabei ist. „Manche kommen jede Woche, Andere seltener“, weiß Beate Junkersfeld. Die Stimmung unter den Ehrenamtlichen ist immer gut. Das Morgenteam, meist vier bis fünf Personen, bereitet den Laden vor. An einzelnen Stationen werden die Lieferungen der Fahrer einsortiert. Bei Bedarf wird aus den Lagerbeständen aufgefüllt. Gegen Mittag ist dann alles fertig und das Ausgabeteam startet. Für die vier Stationen (Obst/Gemüse, Kühlschrankbereich, Regal und Kasse/Sonderaktionen) ist je ein Mitarbeiter zuständig. „Manche wollen helfen, aber weniger Kundenkontakt. Andere bevorzugen den direkten Austausch“, erklärt Beate Junkersfeld die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Etwa vier Stunden dauert die Ausgabe. Brigitte Schmid, seit elf Jahren bei der Tafel und für den Kühlschrankbereich zuständig, beschreibt die Kunst des richtigen Aufteilens. „Der Letzte muss ja auch noch etwas bekommen und nichts soll übrig bleiben“, erklärt sie. Gerade bei verderblichen Waren ist Organisationsgeschick gefragt. Die Situation der Rothenburger Tafel ist momentan ebenso angespannt, wie man es aus den bundesweiten Berichten kennt. Bis Ende Februar 2022 kamen durchschnittlich 50 bis 60 Haushalte zur Tafel. Das entsprach 70 Erwachsenen und 35 Kindern. „Wir hatten ein gutes Spendenaufkommen, das für die Kunden ausreichend war“, erzählt Beate Junkersfeld. Aktuell werden durchschnittlich 129 Haushalte von der Tafel versorgt. 176 Erwachsenen und 110 Kinder benötigen die Essensspenden. „Seit dem Ukrainekrieg haben wir einen wahnsinnigen Zuwachs“, so Junkersfeld. Gleichzeitig gehen die Spenden zurück. Einen Aufnahmestopp wollten die Verantwortlichen aber vermeiden und daher gilt aktuell die Regelung, dass die Kunden 14-tägig kommen können. Positiv ist, dass die Spendenbereitschaft in finanzieller Form groß ist. „Das ist unglaublich und wir sind sehr dankbar“, sagt Beate Junkersfeld. Ohne den Zukauf von Lebensmitteln, den Helga Kandert organisiert, ginge es nicht. „Aktuell kaufen wir vor allem Milch und Kühlprodukte zu“, erzählt sie. Für ein Engagement bei der Tafel können Interessierte ganz unverbindlich zu einem Schnuppertermin kommen. Voraussetzungen gibt es keine, nur körperlich fit sollte man sein. Ansprechpartnerin ist Beate Junkersfeld, mail: beate.junkersfeld@diakonie-ansbach.de oder Tel: 09861-875220....

Vorzeitliche Herrschaftssitze Jan11

Vorzeitliche Herrschaftssitze

Turmhügel oder Motte? – Nie gehört, aber es gab sie hier in Franken Imposante Burgen, märchenhafte Schlösser und sagenumwobene Ruinen sind nur einige von vielen „Markenzeichen“ des Frankenlandes. Im 9. und 10. Jahrhundert zeigten sich in der Region bereits die ersten Anfänge frühmittelalterlichen Burgenbaues, die von Frankreich über das Rheinland nach Süddeutschland gelangten: die sogenannten Turmhügelburgen oder Motten (französische Wort „mott“ bedeutet „Klumpen“, „Erdsode“). Diese Thematik beschäftigt den Hobbyhistoriker Manfred Gößwein, der seit über 20 Jahren mit dem Osingverein im Landkreis Neustadt Aisch–Bad Windsheim verbunden ist. „Mein Vater hat mir oft von Wasserschlösschen erzählt, die mich fortan immer wieder beschäftigt haben“, erzählt der heutige Rentner. Als er vor 30 Jahren mit Ahnenforschung begann, forstete Gößwein alte Chroniken der ehemaligen selbstständigen Gemeinde Humprechtsau durch und fand darin wieder den Begriff Wasserschlösschen oder Turmhügel. Laut seiner Recherche gab es doch einige in der mittelfränkischen Region. Der Spielberg bei Rüdisbronn fiel in der Jugendzeit Gößweins Grabungen nach Zeugnissen aus den Anfängen des Turmhügelbaues zum Opfer, wie er selbst sagt. Schaut man in die Region rund um Rothenburg, lassen sich neben vielen weiteren Turmhügeln auch Nachweise in Neusitz und Kirnberg in den Dorfchroniken finden. Während seiner langjährigen Forschungen stieß Gößwein immer wieder auf die Jahresberichte des Historischen Vereins Mittelfranken (1950 und 1952), verfasst von Dr. h.c. Carl Gumpert, der sich als Baumeister, Architekt und Vorgeschichtsforscher dem Thema Turmhügel angenommen hat. „In Kennerkreisen werden seine Jahresberichte als die `Bibel der Turmhügel´ bezeichnet“, so der 1. Vorsitzende des Osingvereins. Die historischen Turmhügel hat Gößwein auf der Vereins-Webseite thematisiert. Bauweise der Turmhügel Turmhügel sind vorwiegend in Holzbauweise errichtete mittelalterliche Burgtypen, die auf künstlich angelegten Erdhügeln, umgeben von Wallgräben errichtet wurden. Die Gräben rund um den Hügel waren Trockengräben, nicht selten aber mit Wasser gefüllt, weshalb man sie auch als Wasserschlösschen bezeichnete. Durch den erhöhten Standort der Türme war eine sehr gute Sicht auf die Routen der Reisenden möglich. Diese Stationen waren für Reiter, königliche Boten und für die Fuhrunternehmer von großer Wichtigkeit. An den Turmhügelburgen ist faszinierend, dass sie sehr unterschiedlich in der Bauweise waren. Heute unterscheidet man vier verschiedene Bauarten: 1. Runde Turmhügel mit Wohntürmen und Wassergraben als ältester Typ (Lt. Gumpert in Schalkhausen, Lkr. Ansbach). 2. Runde Motten mit Trockengräben auf Anhöhen, als Warten und Wohntürme (Gräfenbuch, nahe Oberdachstetten). 3. Runde, stark erweiterte Turmhügel mit Wohntürmen und Nebengebäuden (Berglein bei Colmberg). 4. Viereckige oder rechteckige Turmhügel mit Wasser- oder Trockengräben (Wiedersbach bei Leutershausen). Diese Wehranlagen bestanden aus hölzernen oder steinernen Türmen, die mitten auf den Erdhügeln erbaut wurden. Teilweise wurde dem Wassergraben ein Ringwall vorgelagert. Der Zugang zum Turm war nur über einen Steg erreichbar, da die Eingangstür im ersten Stockwerk lag. Die Turmhügelanlage war noch zusätzlich von einem kräftigen Palisadenzaun, der aus starken zugespitzten Baumpfählen bestand, umgeben. Eine Dornenhecke rahmte die Umzäunung ein. Diese Burganlagen, die besonders in Nordfrankreich und am Niederrhein, der Urheimat der Franken vorkamen, unterscheiden sich von den mittelalterlichen Höhenburgen dadurch, dass sie „Erdburgen“ sind, da sie abgesehen vom Turm keinerlei Mauerwerk aufweisen. Es waren echte Wasserburgen einfachster Bauart, deren Vorgelände teilweise noch stark versumpft war, um dem angreifenden Feind den Zutritt zu erschweren. Die kleineren Turmhügel mit circa 15 bis 20 Metern Durchmesser waren reine Wachtürme, die nur zu Kriegszeiten besetzt waren. Die größeren Turmhügel (ca. 20 bis 45 Meter Durchmesser) trugen größere Türme, sogenannte Wohntürme, die ständig bewohnt waren. Sie dienten als Rittersitze der späteren Adelsgeschlechter, die sich im 12. und 13. Jahrhundert in nächster Nähe Hochburgen erbauten, um dann überzusiedeln. Bei Wohntürmen handelte es sich meist um viereckige Türme aus Holz oder Stein mit einem Durchmesser von 8 bis 12 Metern, diese waren genauso bewährt wie Wachtürme. Vereinzelt wurden später noch Wirtschaftsgebäude und Nebengebäude hinzugefügt. Diese Anlagen wurden auch als Turmhügelburgen bezeichnet. Keine Seltenheit in Franken Motten, Burgställe oder Wälle, wie die frühzeitlichen Burgen auch genannt wurden, fanden sich rund um die Osingfläche in Herbolzheim am Ortsausgang nach Krautostheim und der Wildberghof bei Ulsenheim. Im Rothenburger Raum...

Kunst im Zentrum Jan11

Kunst im Zentrum

Künstlerbund wird 100 Es ist wie bei einem Menschenleben: Es gibt Blütezeiten, Momente, wo alles gelingt, und ebenso kritische Phasen, die es zu überstehen gilt. Heuer wird der Künstlerbund 100 Jahre alt. Einen Vorteil gegenüber den Menschen hat der Verein allerdings: Sogar mit 100 kann er sich nochmal neu erfinden. Carmen Hiller, seit 2021 erste Vorsitzende des Vereins, sagt: „Wir möchten, dass die Kompetenzen der Künstler vor Ort wieder gesehen und auch genutzt werden.“ Dass der Verein auf einem guten Weg ist, zeigt die letzte, gut besuchte Vernissage im November. „Die Scheiben im Fleischhaus waren wieder von innen beschlagen“, erzählt Kurator Maximilian Lechler schmunzelnd. Das kannte man aus früheren Zeiten. Der Verein hat aktuell 37 aktive Mitglieder und will sich im Jubiläumsjahr mit mehreren Ausstellungen und Aktionen zeigen. „Ende März, ab Gründonnerstag, ist ein Jubiläumsrückblick geplant“, sagt Carmen Hiller. Von den Gründungsjahren über die Haltung des Vereins im Nationalsozialismus („Es wird nichts ausgeklammert“, so Lechler) und die verdienstvollen Jahre des Wiederaufbaus bis in die neueste Zeit soll das Spektrum reichen. Die Organisatoren hoffen, von jedem Jahrzehnt Werke namhafter Künstler zeigen zu können. Mit Anekdoten und humorvollen Schlaglichtern soll der kunstfertige Rückblick begleitet werden. In den Sommermonaten folgt dann eine Gastausstellung mit Werken von Künstlern anderer Kulturinstitutionen. Bereits in der ersten, handgeschriebenen Satzung des Vereins aus dem Jahr 1923 wurde der Gedanke der Gemeinsamkeit festgehalten. „Vernetzung und Austausch von Kunst und Kultur in der Region soll wieder ein fester Teil des Vereinsgeschehens werden“, erläutert die erste Vorsitzende. Den Jahresabschluss bestreiten dann wieder die Vereinsmitglieder mit einer Ausstellung in der Vorweihnachtszeit. Alle Ausstellungen sind im Jubiläumsjahr etwas länger als üblich zu sehen. Zusätzlich gestaltet der Künstlerbund eine Art Flyer, der alle Orte des öffentlichen und halböffentlichen Raums in Rothenburg darstellt, wo Werke von Künstlern des Künstlerbundes...

Keine Zweifel Jan11

Keine Zweifel

Liebe Leser, und wieder startet ein neues Jahr. Und wieder werden wir es mit ROTOUR begleiten. Das machen wir seit 2005. Anfangs gab es Bedenken, ob man in einer „Kleinstadt“ wie Rothenburg jahrein, jahraus ein Magazin mit interessanten Themen füllen kann. Im Prinzip ein berechtigter Zweifel, denn es existierte bis dahin kein vergleichbares Printprodukt. Nun, nach 17 Jahren, ist das Thema längst aus der Welt. Rothenburg und das Umland haben immens viel zu bieten. Genau genommen sind es die Menschen, die hier leben und neue Ideen in die Tat umsetzen. In einer Stadt, die einen großen Teil ihres Œuvres der Vergangenheit zu verdanken hat, vereinen sich Themen, die in früheren Zeiten wurzeln, mit solchen, die einen Blick in die Zukunft werfen. Auch das gibt es andernorts eher selten zu finden. ROTOUR hat sich seit Anbeginn vorgenommen, genau jene Stärken widerzuspiegeln. In dieser Ausgabe lesen Sie, wie der Künstlerbund über 100 Jahre bestehen konnte und was im Jubiläumsjahr geplant ist (Seite 5). Außerdem haben wir nach einstigen Turmhügeln geforscht. Das waren die ersten Ansiedlungsformen in der Region (Seite 16). Einen Blick in die Zukunft werfen wir mit der Vorstellung der Firma Stomoprint, die auf modernstem Niveau den 3-D-Druck einsetzt (Seite 54). Ähnlich fortschrittlich gestaltet Ralf Balbach seine Freizeit: Mit den neuesten Drohnen macht er besondere Luftaufnahmen (Seite 48). Und dazwischen gibt es zahlreiche Berichte, die die Vielfalt des täglichen Lebens in der Tauberstadt zeigen. ROTOUR wird – ohne Zweifel – noch viele Jahre Interessantes aus der Region zu berichten haben. Ihre Andrea...

Januar/Februar Jan11

Januar/Februar

Das Inhaltsverzeichnis des ROTOUR-Heftes für Januar/Februar Kultur Zweifellos interessant Der Künstlerbund ist ein Jahrhundert alt Vorläufer aller Burgen in Franken Ehrenamtlicher Einsatz der Tafel Aktiv im Rothenburger Schachklub Kulturgut: Taufstein aus Oberrimbach Veranstaltungen Rothenburger Kinderfasching mit Umzug Sagenumwobener Weltgästeführertag Pferdemärkte in der Region Ausgehtermine Rund um die Frankenhöhe Wohin im Hohenloher Land Wirtschaft Yoga als Lebenselixier Drohnenfotograf Ralf Balbach Panoramafoto: Winterliche Stadtkulisse Stomoprint: 3 D-Druck machts möglich Lichtreklame von der Firma Bauereiss Information Rundgang durch die Jahrhunderte A walk through centuries Inserentenübersicht Umgebungskarte Rothenburger Land TITELBILD: Winterliche Turmparade, Foto: am Service Wohin ausgehen in Rothenburg? Sehenswürdigkeiten in deutsch/englisch Informationen von A bis Z Freizeitideen Impressum Gesellschaft Personalia: Jan-Peter Scheurer EJSA-Rothenburg: Einsatz für die Jugend Heimatküche: Suppe von Weckelweiler Mirjam Koller: Schreibcoach und Autorin Szenegeflüster: Reisen mit fast 100 Jahren Gedicht: Eine...

„Wir kommen wieder“

Sieglinde und Klaus Spegel haben fast 50 mal in Rothenburg Urlaub gemacht Im Jahr 1976 oder 1977 waren sie das erste Mal in Rothenburg. Sieglinde und Klaus Spegel wissen es nicht mehr genau. „Aber wir waren noch nicht verheiratet“, weiß Klaus Spegel sicher. Damals war es noch ungewöhnlich, dass ein unverheiratetes Paar ein gemeinsames Zimmer belegte. Die Spegels hatten sich das Hotel Markusturm ausgesucht, da sie es romantisch haben wollten. „Wir hatten Zimmer 17, das vergesse ich nie“, so Sieglinde Spegel. Aber das Zimmer hatte zwei Einzelbetten. Also keine Romantik. In der Hotelhalle haben sie dann Hotelchefin Marianne Berger getroffen. „Ich habe gleich gefragt, woher sie wusste, dass wir nicht verheiratet sind“, erzählt Sieglinde Spegel. Das Ganze stellte sich als Irrtum heraus und die Spegels zogen in ein Zimmer mit Himmelbett und Romantik pur um. Das junge Paar war glücklich und eine über 45 Jahre währende Freundschaft nahm damals ihren Anfang. „Marianne Berger hat uns von Beginn an unter ihre Fittiche genommen“, erzählen die Spegels. Ausflüge zu den Fischteichen oder die Teilnahme an den Reichsstadttagen gehörten dazu. Bei einem ihrer nächsten Besuche steckte Marianne Berger die beiden in historische Kostüme. Zweimal sind sie beim Fackelzug mit der Gruppe der „Schopf-Kegler“ mitgelaufen. „Als wir uns nahe der Doppelbrücke vorab gesammelt haben, sagten einige, was habt ihr denn da für ‚Preißen‘ dabei“, erinnert sich Sieglinde Spegel lachend. Die Spegels kommen aus Wietzendorf bei Soltau (Lüneburger Heide). „Wenn wir in einem Jahr nicht in Rothenburg gewesen sind, dann fehlt uns was“, sind sie sich einig. Sie schätzen, dass sie mindestens 40, wenn nicht sogar 50 mal in der Tauberstadt Urlaub gemacht haben. Dabei sind sie der Hoteliersfamilie Berger/Klatte immer treu geblieben. Im September waren sie auf der Durchreise in die Schweiz am Hinweg vier Tage an den Reichsstadttagen hier und am Rückweg gleich nochmal ein paar Tage. Logiert haben sie im Hotel Burggartenpalais, das neben dem Burghotel und dem Hotel am Markusturm von Mitgliedern der Familie Berger geführt wird. Rothenburg kennen die beiden sehr gut. Die Museen haben sie alle besucht und mögen den Bummel durch die Gassen, entlang der Riviera oder eine Einkehr am Marktplatz. „Ich genieße es immer wieder, einfach durch die Gassen zu schlendern“, sagt Sieglinde Spegel. Früher haben die beiden gemeinsam mit Freunden, die sie mit ihrer Liebe zu Rothenburg inspiriert haben, gerne Ausflüge gemacht. „Ein Ziel war immer der Toppler- Felsenkeller“, erinnert sich Klaus Spegel. Eine legendäre Charlotte Russe oder ein Zwetschgenkuchen musste dort einfach sein. „Da war eine Schiefertafel mit der Aufschrift: Bitte konzentrierte Bestellung“, weiß Sieglinde Spegel noch ganz genau. Das ist bei den beiden hängen geblieben, denn danach war unter den Stichwort „konzentrierte Bestellung“ sofort klar, wohin der Ausflug gehen sollte. Ein Besuch in Rothenburg ist für die Spegels wie nach Hause kommen. Einzig das Topplerschlösschen haben sie noch nicht von Innen gesehen. „Wir schwören, beim nächsten Besuch gehen wir da rein“, verspricht Klaus Spegel. „Unser Herz hängt einfach an der kleinen, verträumten Stadt“, stellen sie fest, „Wir kommen sicher wieder.“...