Große Musik auf dem Land Mai01

Große Musik auf dem Land

Kunstverein Romschlössle e.V. wurde zu Creglinger Konzerten Die ländliche Kultur um musikalische Schätze großer Komponisten zu bereichern, war das Ziel des Kunstvereins Romschlössle e. V. in Creglingen. Der Kunstverein wurde 1994 als „Förderverein Romschlössle“ gegründet und hatte ursprünglich das Ziel, Spenden und Zuschüsse für die Sanierung des Romschlössle-Gebäudes in Creglingen zu sammeln. Nach Beendigung der Sanierung wurde der Förderverein in den „Kunstverein Romschlössle e. V.“ umbenannt und die übrigen Mittel aus dem Fördertopf floss in die neue Vereinskasse. Die Mitglieder organisierten Vernissagen mit regionalen Künstlern, aber vor allem hielt die Musik großer klassischer Komponisten Einzug im ländlich gelegenen Tauberstädtchen. Neben einer Musikschule und einer Bücherei ist das Romschlössle ein Ort der Kultur geworden. „Und plötzlich waren wir alt und es war Zeit abzugeben“, erzählt die 1. Vorsitzende des Vereins Elfriede Güllich (zweite von re. im Bild). Das über 28 Jahre andauernde ehrenamtliche Engagement des Vereins Romschlössle e. V. widmete sich bis zu seiner Auflösung im Jahr 2020 bis 2021 der Kultur in Creglingen. Christoph von Weitzel (li. im Bild), der sein Gesangsstudium bei Prof. John Lester (USA) und bei Barry Mora an der Oper Frankfurt absolvierte, tritt nun in die Fußstapfen der künstlerischen Vereinsleitung unter dem Namen „Creglinger Konzerte“. „Meine Vision ist es, die kulturellen Grenzen zwischen Bayern und Baden-Württemberg zu sprengen und niveauvolle klassische Konzerte von Musikern für Menschen aus der Region auf die Bühne zu bringen“, so der Bariton-Sänger. Dabei sieht er das Romschlössle als einen Ort der Kammermusik, an dem Musikliebhaber in privater Atmosphäre die Künstler hautnah erleben können. Die Konzertreihe im Romschlössle darf nun am 7. Mai mit einem kostenfreien Übergabekonzert vom Romschlössle e. V. zu „Creglinger Konzerte“ endlich neu starten. An der Harfe wird Barbara Buß (zweite von li.) spielen. Lediglich Spenden sind sehr willkommen. Das Jahresprogramm beinhaltet eine große Bandbreite kammermusikalischer Stile: Unabhängig von den „Creglinger Konzerten“ hält das „Internationale Festival des Liedes – Dein Lied“ ebenfalls unter der Leitung von Christoph von Weitzel viele weitere hochkarätige musikalische Konzerte im Kur- und Kongress-Centrum (KKC), im Klosterchor in Bad Windsheim und auf Schloss Schillingsfürst bereit. Weitere Informationen stehen online unter: www.dein-lied.com/html/index.html. Der musikalische Sommer in romantischer Atmosphäre in der Orangerie im Schloss Unternzenn hat auch einiges zu bieten. Alle Konzerte finden sich im Internet unter: www.orangerie-konzerte.de/html/index.html...

Fürstliche Einblicke Mai01

Fürstliche Einblicke

Das Museum in Schloss Schillingsfürst: Prunk, Pracht und Weltpolitik Schon von Weitem sieht man es: Erhaben thront Schloss Schillingsfürst auf der Frankenhöhe. Die Grafen und Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst und deren Nachfahren leben seit Jahrhunderten hier. Anders als beispielsweise in Großbritannien wurden in Deutschland die Adelsprivilegien durch die Gründung des Freistaats Preußen 1920 abgeschafft – eine gewisse Strahlkraft blieb aber stets in der Gesellschaft erhalten. Die Pracht und der Glanz eines Schlosses ziehen an. Noch immer scheint der Hauch der Geschichte zwischen Gobelins, Ölporträts und auf Hochglanz polierten Intarsienfußböden fühlbar zu sein. Auch das Schloss Schillingsfürst öffnet daher die prachtvollsten Räume für Besucher. Seit zwei Jahren führt Johannes Munique durch das Barockschloss. Seine Großmutter war einst Schlossköchin, der Großvater Maurermeister des Schlosses. Seine Mutter und Tante haben hier mitgeholfen und sein Vater war mit Erbprinz Karl Albrecht befreundet. Wer in Schillingsfürst lebt, ist unweigerlich mit dem Schloss verflochten.„Der Schlossbau, so wie er jetzt zu sehen ist, wurde in den Jahren 1723 bis 1750 erbaut“, erklärt Johannes Munique, pensionierter Lehrer, und zeigt dabei auf ein altes Gemälde. Neben dem Schloss ist da noch ein großes weißes Gebäude zu sehen, etwa da, wo heute der Eingang zum Schloss und zum fürstlichen Jagdfalkenhof ist, wo regelmäßig Flugvorführungen angeboten werden. Versailles als Vorbild Etwa um das Jahr 1000 existierte auf dem Bergsporn bereits eine mächtige Burganlage. Die Geschichte mit ihren territorialen und gesellschaftlichen Umstürzen verlangte über die Jahrhunderte jedoch ihren Tribut: Im Jahr 1313, im Bauernkrieg 1525 und im Dreißigjährigen Krieg brannte die Burganlage mehrmals. Erst mit dem Bau des Barockschlosses durch Fürst Philipp Ernst zu Hohenlohe-Schillingsfürst kam Ruhe in die Bautätigkeit. Der renommierte Architekt Louis Rémy de la Fosse übernahm die architektonische Gestaltung. Ein besonderes Merkmal sind die beiden Treppenhäuser, deren Lage in den Seitenflügeln sich an Schloss Versailles anlehnen. Über eines der Treppenhäuser gelangen Besucher zu den museal genutzten Räumen und werden somit fürstlich empfangen: Kunstvolle Stuckarbeiten schmücken den gesamten Treppenraum aus. Römische Kaiser, Allegorienreliefs oder auch Unionswappen der Fürstenhäuser zieren Wände und Decke. Jeder Blick offenbart Neues. „Der Stuck ist ein Highlight“, so Munique. Er hat sich intensiv mit der Historie des Schlosses beschäftigt. „Die Stuckarbeiten stammen aber nicht von den Brüdern Gabrieli, wie landläufig bekannt ist, sondern vom Tessiner Stuckateur Giovanni Battista Clerici“, hat er recherchiert. Aller Erhabenheit zum Trotz, die sich beim gemächlichen Aufstieg durch das eindrucksvolle Treppenhaus und beim Gang entlang der Jagdtrophäen im Nordtrakt einstellt, heißt es nun wieder zurück zur Bodenständigkeit: Die Filzpantoffeln warten. Ordentlich aufgereiht stehen sie bereit. Sie müssen über die Straßenschuhe gezogen werden, bevor die Besucher tiefer in die Adelsgeschichte eindringen dürfen, denn die außergewöhnlichen Böden müssen geschützt werden. In Pantoffeln geht es dann vorbei an den Ahnen der Familie Hohenlohe-Schillingsfürst. Johannes Munique kennt jeden. Sein Wissen mag er aus Büchern haben, seine Ausführungen zeugen aber von leidenschaftlicher Empathie. Man kann kaum glauben, wer alles mit dem Hause Schillingsfürst verbandelt war. „Schillingsfürst hat eine zentrale Rolle in der Weltpolitik gespielt“, so der Museumsführer. Im 19. Jahrhundert haben vier adelige Brüder aus Schillingsfürst besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ihre Porträts hängen allesamt in der Ahnengalerie. Der bekannteste darunter, Fürst Chlodwig (1819–1901), wählte die politische Laufbahn und wurde 1866 bayerischer Ministerpräsident, 1885 Statthalter von Elsass-Lothringen und war 1894 bis 1900 deutscher Reichskanzler. Verbindung zu Franz Liszt Sein Bruder Gustav Adolf (1823–1896) war Kurienkardinal, wurde aber wegen seiner Kritik am Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes im 1. Vatikanischen Konzil vertrieben. Er lebte teils in Schillingsfürst, teils in der Villa d’Este in Tivoli und war eng mit Franz Liszt befreundet. Der dritte Bruder Constantin (1828–1896) trat in den österreichischen Militärdienst ein und war als Hofmarschall und Obersthofmeister einer der einflussreichsten Würdenträger. Der vierte im Bunde, Viktor Herzog von Ratibor und Fürst von Corvey (1818–1893), wurde durch eine Erbschaft einer der reichsten schlesischen Magnaten und gehörte verschiedenen politischen Parlamenten an. Das Schloss der Fürsten sollte seit jeher auch Macht und Einfluss ausstrahlen und die Räumlichkeiten wurden entsprechend gestaltet. Der...

Orientierung im Leben Mai01

Orientierung im Leben

Seminare im Wildbad Sinnsuche, Spiritualität, Yoga – die Kernthemen des modernen Lebens, die immer mehr in den Fokus rücken, hat die Tagungsstätte Wildbad schon längst im Blick. Die Bildungsformate des Hauses der Evangelischen Kirche stehen nun einem weiteren Kreis Interessierter zur Verfügung und öffnen sich für Tagesgäste. Das idyllische Jugendstilensemble des Wildbads liegt zu Füßen der Tauberstadt. Eigentlich sind es vom Spitaltor aus nur wenige Schritte bis dorthin, aber mitunter schwingt eine gewisse Schwellenangst mit: Das Haus gehört schließlich der evangelischen Kirche, also ist es nur etwas für Gläubige oder bedarf einer dezidierten Gesinnungshaltung. „Wir sind nicht doktrinär, sondern möchten in einen Prozess mit den Menschen einsteigen“, räumt Dr. Wolfgang Schuhmacher, Theologe, Pfarrer, zertifizierter Yogalehrer und Leiter der Tagungsstätte die Vorurteile aus dem Weg. Niemand muss hier Bibelfestigkeit unter Beweis stellen. Die Nähe zum Glauben ist natürlich wünschenswert, aber kein Muss. Mit dem Seminarangebot des Wildbads können interessierte Menschen auf ihre persönliche Sinnsuche gehen. „Darunter gibt es Formate für Gläubige, aber auch für solche, die unsicher sind. Und darüber darf sich ausgetauscht werden“, erklärt Wolfgang Schuhmacher. Das Seminarangebot ist unter seiner Leitung seit einigen Jahren angewachsen und umfasst die Themen des menschlichen Lebens. Als zertifizierter Yogalehrer bietet er mit dem „christlichen Yoga“, wie er es selbst nennt, einen durchaus avantgardistischen Zugang zur eigenen Bewusstseinsebene an. „Body and Soul“ heißen die Seminare, die sich Schwerpunkten wie der „Kraft des Atmens“ oder „Schöpfungsspiritualiät verantwortlich leben“ widmen. Der Unterschied zu den vielfältigen Yogaangeboten liegt darin, „dass es im Wildbad aufbereitet wird für Menschen, die aufgefangen werden wollen“, so die Erklärung des Theologen. Neben dem Thema Yoga gibt es Seminare zum „Kunst des Älterwerdens“ oder auch spezielle Pilgerangebote, die eingebunden sind in Achtsamkeitsübungen. Im nächsten Jahr ist auch wieder ein größeres Hildegard von Bingen-Seminar zu den Heilkräften der Schöpfung und der Seele vorgesehen. Die mehrtägigen Seminare verbinden stets Vorträge, eventuell körperliche Übungen, mitunter Gesang und geistliche Begleitung. Wolfgang Schuhmacher holt sich dazu erfahrene Referenten aus den verschiedenen Spezialgebieten an seine Seite. Eine offene Form der Spiritualität soll es den Menschen so erleichtern, einen Zugang zu finden. Teilnahme für Tagesgäste Bis Ende 2021 war das Seminarangebot des Wildbads den Hausgästen vorbehalten. Wollte man teilnehmen, musste man im Wildbad auch übernachten. Was, nebenbei gesagt, in den schicken Zimmern mit Himmelbett nicht die schlechteste Idee ist. Nun hat das Wildbad aber dieses Konzept umgestellt und eine Teilnahme (am kompletten Seminar) ist auch ohne Übernachtung möglich. Man kann also zu Hause schlafen und tagsüber die Sinne im Wildbad anregen. Das soll unter anderem auch ein Signal an die Region sein, mal einen Blick zu wagen, was dort unten an der Tauber so alles geschieht. Die Seminare und Bildungsangebote im Wildbad sind aber nicht ein Angebot, mit dem ein paar Höhepunkte über das Jahr eingestreut werden. Die Tagungsstätte Wildbad hat ganz bewusst den Weg zu einem ganzheitlichen Lebensverständnis eingeschlagen. Das Tagungshaus arbeitet nach Gemeinwohl orientierten Vorgaben. Ist Eco-Management- und biozertifiziert. Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz, Mitbestimmung und Regionalität sind hier nicht nur Schlagworte, sondern die Basis, auf der das gesamte Konzept des Hauses fußt. Zu den besonderen Seminarformaten kommt das Kunstprojekt Art Residency, das jährlich wechselnde Künstler oder Künstlergruppen einlädt, die während ihres Schaffensprozesses im Wildbad ein Kunstwerk realisieren, das dann auf Dauer im Park verbleibt. All das ist Ausdruck eines umfassenden Selbstverständnisses. „Wir gehen mit unserem Bildungsauftrag in die Gesellschaft hinein und öffnen uns“, erklärt Stephan Michels, wirtschaftlicher Leiter des Wildbads. Eingebettet in das Gesamtkonzept gibt es außerdem immer sonntags, stets um 13 Uhr, Führungen zum Thema Park Pittoresk oder zu den bereits bestehenden fünf Kunstwerken. Anschließend spielt Musik und auf der sonnigen Terrasse kann man einen Kaffee trinken. Christliche Lebenskunst ist hier nicht nur ein Seminartitel, es ist die Klammer, die alles eint....

Menschliches Mrz09

Menschliches

Neuer Lyrikband von Fritz Klingler Es ist wie ein Spiel ohne Ende: Fritz Klingler hat seinen neuen Gedichtband „Zwischentöne“ veröffentlicht. Seinen elften. Knapp 60 Werke sind darin vereint. Mit manchen kommt er in zwei knappen Zeilen auf den Punkt und erklärt dabei die Menschheitsgeschichte. Mit anderen führt er den Leser tief in die Welt der Liebe, Gefühle und Melancholie hinein. Die Bandbreite seiner Themen verblüfft. „Alles, was mir schreibenswert und zeitgemäß erscheint, inspiriert mich“, so der Lyriker. Klingler hat einen großen Vorteil: er ist frei in seiner Kunst. Er hat einen Brotberuf als Landwirt und dazu die Gabe eines Künstlers im Blut. Seine Bücher müssen keinen Verkaufszahlen, keinem Trend, keiner Erwartungshaltung entsprechen. „Zwischentöne“ ist daher ein Abriss der letzten zwei Jahre. Er schreibt aus einem anderen Blickwinkel, aus einer anderen Lebensphase heraus. „Veränderung und Wandel ist das Größte überhaupt“, sagt der Künstler. Das Buch beginnt mit fünf Varianten von „Zwischentönen“. Üblicherweise erhält ein Gedicht die „titelgebende“ Herrschaft über das Werk. In diesem Fall hat Klingler die Thematik noch weiterentwickelt: „Zwischentöne genügen. Sie entblößen Lügen.“ ist dabei die Nummer zwei. Seit geraumer Zeit arbeitet der Lyriker an einem anspruchsvollen Projekt. In Anlehnung an Wil- liam Shakespeares 154 Sonette will er selbst 50 Sonette über die Liebe verfassen. In „Zwischentöne“ sind fünf davon abgedruckt. „Sonette sind für mich eine besonders schöne Disziplin“, erklärt er. Es ist nicht nur die thematische Annäherung an die Spielarten der Liebe, die ihn fasziniert, auch den strengen Aufbau eines Sonetts sieht er als Herausforderung an. Eines der Sonette ist auf Seite 106 in dieser Ausgabe abgedruckt. Fritz Klingler bündelt seine Gedichte unter Themen wie „Nachts in den Träumen“, „Mitten im Sommer“, „Das Lächeln des Diktators“. „Meine Wurzeln“ oder „Die Vorbeigegangenen“. Unter letzterem findet sich „Lola“, ein Gedicht über eine Schleiereule, die...

Regenten zu Besuch Mrz09

Regenten zu Besuch

Kaiser und Könige in Rothenburg Der Kaiser kommt nach Rothenburg – das war ein Satz, der gleichsam von Begeisterung und Sorge getragen war. Rothenburg wurde in seiner Zeit als Reichsstadt etwa 30 Mal von Kaisern und Königen besucht. Am 15. Mai 1274 hat Kaiser Rudolf von Habsburg der Stadt die hochwertigen Rechte einer Reichsstadt verliehen. Rothenburg gehörte somit zum Heiligen Römischen Reich. „Der Grund für die Anwesenheit von Kaisern und Königen ist in der Regel im Reisekönigtum des Heiligen Römischen Reiches zu suchen: Es gab, anders als etwa in Frankreich und England, keine Hauptstadt, sondern der König reiste von Ort zu Ort, um seine Herrschaft zu zeigen und auszuüben“, so Stadtarchivar Dr. Florian Huggenberger. Der erste überlieferte Königsbesuch war der des Stauferkönigs Konrad III. bereits im Jahr 1149. Der letzte Besuch in der Reichsstädtischen Zeit fand von Kaiser Joseph I. im Jahr 1712 statt. Von den meisten Visiten der Regenten ist wenig überliefert. Die zweiwöchige Anwesenheit König Friedrichs III. im Jahr 1474 bildet jedoch eine Ausnahme: Ein Stadtschreiber hat ausführlich darüber berichtet und der einstige Stadtarchivar Dr. Ludwig Schnurrer hat 500 Jahre später einen Vortrag über die Königsbesuche gehalten, der im Jahrbuch 1974/75 des Vereins Alt Rothenburg festgehalten ist. Kaiser Friedrich III. hat 1474 eine brisante politische Angelegenheit in Rothenburg verhandelt. „Friedrich erhob die Grafschaft Holstein zum Herzogtum und belehnte den dänischen König damit, unter der Voraussetzung, dass Schleswig und Holstein ‚auf ewig ungeteilt’ bleiben würden“, erklärt Dr. Florian Huggenberger. Kam ein Kaiser oder König nach Rothenburg, gehörten Prunk, Glanz und Pomp dazu. Dies war aber nicht „Ausdruck höflicher Gastgeberlaune, sondern höchster Beweis des Untertanengehorsams“, schreibt Schnurrer. Eine aufwändige Zeremonie, kostspielige Beherbergung und Geschenke gehörten dazu. Ein Kaiser kam stets mit Gefolge. Beim Besuch Kaiser Friedrich III. wurden Ställe für 1 000 Pferde bestellt. Wie...

Volkstümlich Jan10

Volkstümlich

Singende Wanderung zum Buch Alte Volkslieder erzählen Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Damit dieses Kulturgut nicht in Vergessenheit gerät, hat die „Lokale Aktionsgruppe an der Romantischen Straße e.V.“ (LAG) ein Liederbuchprojekt ins Leben gerufen: Das Kinderliederbuch mit dem Titel „Ein kleiner Schelm bist du“, das die Traditionen der Region weiterträgt. Der aus 19 Städten und Gemeinden bestehende Verein der LAG (von Reichardsroth, über Rothenburg nach Wettringen, Schillingsfürst bis nach Dinkelsbühl) setzt sich für kulturelle, touristische und wirtschaftliche Projekte im ländlichen Raum ein. Herbert Lindörfer, 1. Vorsitzender und Bezirksrat des Bezirks Mittelfranken holte für das Liederbuch Dr. Heidi Christ von der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik ins Boot. Umliegende Kindergärten, Familien und Seniorenheime wurden damit betraut, traditionelle Kinder- und Volkslieder zusammenzutragen. Heraus kam das Liederbuch „Ein kleiner Schelm bist du“, das seither zum festen Bestandteil von Kindergärten und anderen Einrichtungen der Region gehört. „Auch das Rothenburger Bürgerspital singt gerne aus unserem Liederbuch“, erzählt die Geschäftsführerin der LAG, Pia Grimmeißen-Haider. Die Idee, die Bewegung in der Natur mit volkstümlichen Liedern zu verbinden, entsprang aus einer weiteren Gemeinschaftsaktion der LAG und der Forschungsstelle der fränkischen Volksmusik in Uffenheim. Ein „Singender Wanderweg“ soll dazu beitragen, dass das traditionelle Liedgut wieder in den Herzen der Menschen Platz findet. 22 Tafeln mit einem Liedtext für Erwachsene und einen für Kinder wurden von der Künstlerin Gertraud Unger (Dombühl) mit kleinen Zeichnungen illustriert. Kurt Reithofer (Dürrwangen), Lehrer im Ruhestand und „Volksliedpfleger“, war für die Gestaltung derselben im Einsatz. Am unteren Rand der Liedertafel sitzt jeweils die schlaue Eule, die Informationen zum Text und zum Autor des Traditionsstückes liefert. Als erste von 19 Stationen wurden die Gemeinden Wörnitz und Wettringen (7 km Weglänge) sowie die Gemeinde Ohrenbach (11 km Länge) ausgewählt. Hier sind die Tafeln auf dem „Glaubensweg“, einem Rundweg mit Start- und Endpunkt...