Das Leben formen

Jutta Hedwig-Schöffl drückt ihre Welt in der Tonkunst aus In einem Hinterhof der BayWa in Geslau liegt ihr Atelier. Jutta Hedwig Schöffl stammt aus Stettberg etwa zwei Kilometer von Geslau entfernt. Seit Oktober 2021 betreibt sie ihr eigenes Tonkunst-Atelier namens „Tonwerk“ in Geslau. „Ich habe mein Leben lang gezeichnet und modelliert“, erzählt die 56-jährige Künstlerin. Das hat sie zu ihrem Lebensinhalt gemacht. Nach der Trennung ihrer Eltern verbrachte sie die Jugendzeit in Kempten im Allgäu, wo ihre Mutter geboren wurde. In bleibender Erinnerung blieben ihr die großen Krähenpopulationen, die das Stadtzentrum von Burghalde bevölkerten. Eindrücke, die sie bis heute in ihre Kunstwerke integriert. Genauso gestaltet sie ihre Plastiken, Bilder und zuweilen auch Gedichte, die ausdrücken, was ihr Innerstes bewegt. Schon mit 21 Jahren traf sie in Oberähren Mann, einen Textilmaschinenfachmann, der beruflich in die chinesische Metropole Hongkong versetzt wurde. „Das war für mich kein Problem, ich bin ihm voller Abenteuerlust gefolgt“, erzählt sie lächelnd. In Hongkong angekommen, lernte sie erst einmal Englisch, um in der noch bis 1997 bestehenden britischen Kolonialherrschaft beruflich Fuß fassen zu können. Anschließend arbeitete sie im Büro einer Textilmaschinenfabrik und ließ sich später in einer Deutsch-Schwedischen Schule anstellen. Dazu muss man wissen, dass es in China keine Berufsausbildungen gibt. Nach der Schule arbeitet man sich in sämtlichen Abteilungen einer Firma ein, bis man seinen Platz gefunden hat. Berufserfahrungen, besonders in europäisch ansässigen Firmen sind in China einer deutschen Ausbildung gleichgestellt. Eigenes Potenzial entdeckt Nach drei Jahren in der chinesischen Stadt stieß sie auf einen Cobo-Workshop des asiatischen Künstlers Chris Lo in der „University of Arts“ in Hongkong. „Faszinierend fand ich die Studenten, die die uralte chinesische Keramik- und Tonkultur aus der Jungsteinzeit mit der Moderne zu vereinen wussten“, erzählt die heutige Gestaltungsdesignerin. Wenig später saß sie selbst in einem solchen...

Ein tatkräftiger Idealist

Johannes Wolf hat das kulturelle Profil von Aub nachhaltig geprägt Aub hat etwas, was andere Gemeinden nicht haben: Johannes Wolf. Er hat den Ort aber geprägt wie kaum ein anderer. Wolf hat Aub mit Kultur erfüllt, die eine Strahlkraft weit über die Ortsgrenze hinaus entwickelt hat. Mittlerweile ist er 68 Jahre alt und trägt sein Haar noch immer mit progressivem Pferdeschwanz. Lässig lehnt er am Flügel im Konzertsaal von „Ars Musica“. Hinter ihm eine Plakatwand mit Zeugnissen aus den Anfangsjahren und Höhepunkten aus 33 Jahren Kulturengagement in Aub. Und das alles hat er neben seinem Job als Musiklehrer in verschiedenen Gymnasien auf die Beine gestellt. Johannes Wolf hat es einst aus Zufall nach Aub verschlagen. Er stammt aus Herzogenaurach und begann im Jahr 1976 ein Studium (Klavier und Cello) an der Musikhochschule in Würzburg. „In Würzburg gab es kaum Wohnungen und Musiker waren nicht gerne gesehen“, erinnert er sich. In Aub, nur 33 km von Würzburg entfernt, wurde aber ein Haus vermietet. Johannes Wolf ist mit Freunden eingezogen und die „Musiker-WG hat in den Folgejahren etwa 30 Studenten durchgeschleust“, erzählt er. Noch heute lebt er mit seiner Frau in genau diesem Haus. Aub hat ihn von Anfang an begeistert. „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt“, sagt er. Aub mit rund 1 500 Einwohnern ist für ihn eher eine kleine Stadt. „Es war immer mein Bestreben, mehr Menschen nach Aub zu bringen, in der Hoffnung, dass sie auch hier leben wollen“, erzählt er. Und dafür hat er sich engagiert. Zusammen mit drei Studenten hat er in seinen Anfangsjahren einen Biergarten gekauft, nur wenige Schritte von seinem Haus entfernt, im Eigeneinsatz renoviert und betrieben. Den Biergarten gibt es noch heute, allerdings aktuell nicht bewirtschaftet. Kultur im Herzen von Aub Das war der erste Streich. Der zweite folgte im Jahr 1991. Zusammen mit dem Architekten und Musikerfreund Felix Tannenberg hat Johannes Wolf „Ars Musica“ ins Leben gerufen. „Von Anfang an war klar, dass hier ein musikalisches Fortbildungshaus mit Veranstaltungsprogramm entstehen soll“, so Wolf. Das „Gasthaus zum Hirschen“ direkt am Marktplatz wurde von Tannenberg dafür saniert. In diesem Rahmen ist auch der bis in den Dachgiebel offene Konzertsaal entstanden. Durch die guten Kontakte zur Hochschule lief der Kursbetrieb schnell an. In das Haus am Marktplatz zog mit „Ars Musica“ wieder Leben ein. Zeitweise war die Kneipe sogar verpachtet. Die hochkarätig besetzten Veranstaltungen ziehen seitdem Besucher aus Bad Mergentheim, Uffenheim, Rothenburg oder Würzburg an (Infos unter www.ars-musica.de). Seit 25 Jahren, am 27. April wurde das Jubiläum gefeiert, bringt „Ars Musica“ Konzerte, Jazz, Kammermusik, Klassik sowie Vorträge und Ausstellungen nach Aub. Im Jahr 1999 hat sich der Verein Ars Musica Aub e.V. gegründet, der seitdem die Veranstaltungsinitiative unterstützt. „Ars Musica war für die Stadtentwicklung ein wichtiges Projekt“, stellt Johannes Wolf fest, der sich auch 12 Jahre als Stadtrat engagiert hat. Manche Wegbegleiter von ihm haben sich ebenfalls in Aub niedergelassen. „Wir haben gezeigt, dass es Wege gibt, einen Ort auch für Außenstehende interessant zu machen“, stellt Wolf fest. Er ist ein Idealist, der Kraft, Energie und auch eigenes Geld in die Realisierung der Kulturprojekte gesteckt hat. Und wenn die eine Idee läuft, dann haben Menschen wie er eben wieder eine neue: das fränkische Spitalmuseum. Aub hat ein um 1350 gegründetes Landspital mit Spitalkirche. Wolf sah darin Potenzial und die überregionale Bedeutung. In einer gemeinschaftlichen Leistung von Stadt und Bürgern fiel 1998 der Startschuss für die Sanierung der Spitalkirche. In der Folgezeit entstand ein museales Nutzungskonzept für den gotischen Kernbau. „Seit 2004 wird das Museum komplett ehrenamtlich betrieben“, erzählt Wolf. Das Thema Spital war mit dem Museum aber noch nicht abgeschlossen. Johannes Wolf hat die Reihe „Musik in fränkischen Spitalkirchen“ konzipiert. Seit 2012 findet in den Spitalkirchen in Aub, Ochsenfurt, Röttingen und Bad Windsheim regelmäßig eine hochkarätige Konzertreihe statt. Besonderes Ambiente der Spitalbühne Außerdem wurde auf dem Spitalareal die Spitalbühne gebaut, eine mit Glas überdachte Bühne und ein überdachter Zuschauerbereich. Und zwar in Eigenleistung. Zwei Vereine,...

Eine Sache des Herzens

Die Haarschneiderei Flex gehört nun zum „Forum der Schönheit“ Martina Model hat eine Vision. Ästhetik, Gesundheit und Lebensfreude, die Essenz eines schönen Lebens will sie in die Welt tragen. 2021 hat sie daher ihr Herzensprojekt ins Leben gerufen und ihm den Namen „Forum der Schönheit“ gegeben. Das „Forum der Schönheit“ basiert auf den Erfahrungen eines 25-jährigen Unternehmertums. 1999 hat Martina Model die Haarschneiderei Flex gegründet. Aus ihren Anfängen als Einzelkämpferin hat sie ein Unternehmen gemacht, das in seiner Hochzeit bis zu 20 Mitarbeiter und zehn Azubis hatte. Seit über 20 Jahren ist die Haarschneiderei in der ehemaligen Molkerei in Rothenburg zu Hause. Bei diversen Veranstaltungen oder kreativen Frisurenshows mit bis zu 50 Models hat die Haarschnei- derei auf sich aufmerksam gemacht. Die „Flex“ war ein Ort der Begegnung, des Austausches und Wohlfühlens. „Ich war immer nahe dran am Leben der Menschen“, sagt Martina Model. Für sie ist daher klar: Haare schneiden ist eben mehr als ‚nur‘ Haare schneiden. „Man sieht den Haaren an, wie ein Mensch mit sich umgeht“, ist ihre Erfahrung. Im Jahr 2021 gründete sie daher das „Forum der Schönheit“ und bietet seitdem in den dafür extra angemieteten Räumen (gegenüber der Haarschneiderei) einen Seelenhaarschnitt an. In Stille und ohne Spiegel werden Haar und Mensch wieder in eine neue Einheit gebracht. Die Vision und der zugehörige Raum waren vorhanden und das Projekt ist seitdem gewachsen. „Nach 25 Jahren Flex war es daher nun so weit, dass die Haarschneiderei als ein Teilbereich ins ‚Forum der Schönheit‘ eingebunden wird“, erklärt Martina Model. Neben dem Friseurbereich (der nach wie vor in den gewohnten Räumen stattfindet) und dem Seelenhaarschnitt gehört zum „Forum der Schönheit“ aber auch die Physiotherapie von Louis Model. Zum Äußeren soll das Innere kommen, damit sich der Mensch seiner ganzen Schönheit bewusst wird. Ein Netzwerk der Schönheit entsteht Martina Model vermietet die Räumlichkeiten des „Forum der Schönheit“ an Interessierte und so ist eine Art Akademie entstanden, die Kurse, Vorträge oder Workshops in den unterschiedlichsten Bereichen anbietet. Themen aus Kultur, Bildung, Spiritualität, Kunst, Gesundheit, Beziehungen und mehr sind vertreten. Immer geht es darum, die Schönheit des Lebens zu erwecken und zu entdecken. Über die eigene Webseite (www.forumderschönheit.de) und die online-Plattform www.quatoro.de sind die Angebote einsehbar. Durch Quatoro ist ein weit gefasstes Netzwerk entstanden und das „Forum der Schönheit“ ist somit weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden. „Ich habe mit so vielen Menschen zu tun, die etwas Besonderes machen“, erzählt Martina Model, die mit ihrer Energie das „Forum der Schönheit“ immer weiter wachsen lässt. Im neu gestalteten Eingangsbereich des Friseursalons empfängt den Kunden ein ganz besonderes Ambiente. Entspannt fühlt es sich an, viele Pflanzen gedeihen bestens und handverlesene Kleinigkeiten befinden sich in einer Nische. Von heilenden Steinen über Holzbürsten, besonderen Seifen bis hin zu regionalen Produkten reicht das Angebot. Alles hergestellt von Menschen, die sich der Idee des „Forum der Schönheit“ verbunden fühlen. Martina Model will etwas gemeinsam schaffen, ohne Konkurrenz und Neid. Etwas, das immer ‚schöner‘ wird. „Das ist meine Vision“, sagt sie. Und weil es ihr Freude macht, verwendet sie auch nach 25 Jahren all ihre Energie dafür....

Physio für Hunde

Mobile Therapie von Evelyn Wolf Bereitwillig steigt Rimu auf das Luftkissen und lässt Evelyn Wolf nicht aus dem Blick. Der Collie-Mischling, der auch als Therapiebegleithund in der Grundschule in Gebsattel im Einsatz ist, kennt das Prozedere seit mehr als einem Jahr. „Rimu hatte einen Bandscheibenvorfall und es ging ihm sehr schlecht“, erzählt seine Besitzerin Silke Mühlauer. Die medizinische Behandlung beim Tierarzt hat sie mit der mobilen Physiotherapie von Evelyn Wolf kombiniert – und nun kann Rimo wieder die Kinder in der Schule erfreuen. „Die Physio ersetzt nicht den Gang zum Tierarzt“, das ist Evelyn Wolf sehr wichtig. Sie selbst ist seit zehn Jahren tiermedizinische Fachangestellte und in einer Tierarztpraxis in Marktbergel beschäftigt. „Für mich gibt es nichts anderes, als mit Tieren zu arbeiten“, erzählt sie. Sie ist auf dem Land aufgewachsen und lebt mittlerweile in Marktbergel. Ihre eigene, vor einem Jahr verstorbene Hündin hatte Probleme und so entschied sie sich für eine Zusatzausbildung zur veterinärmedizinischen Physiotherapeutin. Seit Anfang 2022 ist sie nun an drei Tagen die Woche mit ihrer mobilen Tierphysiotherapiepraxis „Vetphysio Wolf“ im Einsatz. Die Besonderheit ihres Konzepts: Zur Behandlung kommt sie zu den Kunden nach Hause. Das sei super, denn die Hunde sind in ihrer gewohnten Umgebung einfach entspannter, berichtet Silke Mühlauer. „Mein Ziel ist es, den Tieren wieder mehr Lebensqualität zu schenken, die Schmerzen zu reduzieren und Gelenkfunktionen wieder herzustellen“, erklärt die Physiotherapeutin. Die Krankheitsbilder der Hunde sind dabei ähnlich denen der Menschen: Bandscheibenvorfälle, Einschränkungen nach Operationen, Frakturen, Arthrosen oder auch Hüftdysplasien. Und auch die Wege zum Erfolg basieren auf einer individuellen Therapie. Diagnose vor der Behandlung „Zu Beginn gibt es ein Vorgespräch“, erklärt Evelyn Wolf. Sie eruiert den Krankheitsverlauf oder die Diagnose vom Tierarzt, holt gegebenenfalls noch Infos ein. „Auf der Basis einer gesicherten Diagnose werden die Ziele schneller erreicht“,...

Nachhaltig

Perfektes Wasser für Heizungen Manchmal geschieht Großes beinahe unbemerkt. In einer Seitenstraße in Insingen befindet sich seit 15 Jahren die Firma UWS. UWS steht für „Unser Wasser. Sicher“. Das Unternehmen ist deutscher Marktführer in der Heizwasseraufbereitung. Alle Sparten wie Labor, Forschung, Produktion, Logistik, Marketing und die kaufmännische Abwicklung befinden sich in Insingen. „Die Geburtsstunde von UWS war 2009“, erzählt Philipp Mayer aus dem Marketing-Team. Hinter der Idee, dass Heizungswasser optimiert werden muss, stand der innovative Unternehmer Hans-Georg Breitmoser. Er gründete einst UWS. Heizungsanlagen wurden immer moderner und Edelstahl- oder Aluminiumbaustoffe sowie Hochleistungspumpen wurden verbaut. Kommen diese fortwährend in Kontakt mit kalk- und salzhaltigem Leitungswasser als Befüllung, führt dies zu Kalk, Rost oder Schlamm. Das gesamte Heizungssystem leidet darunter. Im Hinblick auf Nachhaltigkeit und energieeffiziente Leistung musste also das Füllwasser an die technische Entwicklung angepasst werden. UWS ist aber kein handwerklicher Betrieb, der selbst beim Kunden Heizungen befüllt. Vielmehr hat Breitmoser Gerätschaften entwickelt, mit denen der Fachbetrieb die Heizsysteme befüllt bzw. stationäre Geräte einbaut, die automatisch das Umlaufwasser kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen. Rund 30 Produkte, mobile und stationäre Anlagen sowie Geräte zur Nachspeisung, Filtration oder Entgasung, hat das Unternehmen mittlerweile im Angebot. Im Laufe des Jahres 2024 kommt das neueste Produkt zur Nachspeisung auf den Markt, das cloudbasiert und teils KI-gesteuert den Weg in die Digitalisierung der Heizungsanlagen widerspiegelt. Gesicherte Zukunft Seit 2022 gehört das Insinger Unternehmen nun zum niederländischen Technologie-Konzern Aalberts. UWS in Insingen und die Heat Power GmbH in Velburg, die schon zuvor als eigenständiger Dienstleister von UWS beispielsweise Großbefüllungen in Biogasanlagen durchgeführt hat, firmieren innerhalb des Konzerns nun als UWS Group. „Wir profitieren von den Synergieeffekten, sind vor Ort aber eigenständig“, sagt Jürgen Hönig, stellvertretender Marketingleiter. Die Grundaufstellung von UWS ist unverändert geblieben. „Wir haben einen dreistufigen Vertrieb“, erklärt Hönig. In...