Ein virtuoser Stratege

Johannes Mnich ist der Gründungsintendant der TauberPhilharmonie Mitte 30 und schon Intendant einer nigelnagelneuen Philharmonie: Johannes Mnich ist einer, der neue Wege gehen kann – und will. Er ist einerseits der studierte Pianist und erfahrene Kulturmanager, der Weltklasse-Stars nach Weikersheim holt und in der TauberPhilharmonie einen fulminanten Eröffnungssommer inszeniert hat. Er ist aber andererseits auch der trendige Mittdreißiger, der mit seinem ebenso jungen Team bei lässigen Aktionen über Facebook und Instagram sein Haus in den Fokus rückt und sich nicht scheut eine blasmusikwilde „Meute“ in seinem Konzertsaal toben zu lassen. Kultur in Coronazeiten Gerade mal neun Monate währte das Glück der TauberPhilharmonie in Weikersheim, dann kam der erste Lockdown. Nach einer sommerlichen Coronaspielzeit mit ausgefeiltem Hygienekonzept im November dann das zweite Aus. Wie sich Johannes Mnich als Intendant dabei so fühlt, lesen Sie im anschließenden Interview. Aber er lässt sich nicht unterkriegen, denn Musik, Kultur und deren Vernetzung in der Gesellschaft sind und bleiben sein Leben. „Ich bin ein echtes Nordlicht“, sagt er, „Ein regnerischer Tag ist für mich bestes Wetter.“ Johannes Mnich ist in Achim bei Bremen aufgewachsen. Die ganze Familie ist musik-affin und mit sechs Jahren begann er Klavier zu spielen. Mit 16 war klar, er wird das zur Profession machen. Nach dem Abitur studierte er an der Musikhochschule in Hannover, die einen weltweit ausgezeichneten Ruf in der Ausbildung von Pianisten hat. Gut vernetzt Studienkollege und längst ein Freund ist Weltklasse-Pianist Igor Levit, der nicht nur in Sälen der Carnegie Hall, Berliner Philharmonie oder der Elbphilharmonie spielt, sondern im Eröffnungssommer auch in der TauberPhilharmonie zu Gast war. „Bei solchen Mitstudenten darf man sich selbst keiner Illusion hingeben“, sagt Mnich mit einem Schmunzeln. Ihm war schon immer klar, Klavier studieren, ja, aber Pianist wollte er keiner werden. Also hat er nebenbei, „einfach aus Interesse“, fünf Semester Germanistik und Politikwissenschaft studiert. „Wo liegen meine Stärken?“, war die Frage, die er sich gestellt hat. Einerseits liebt er das Klavierspiel, andererseits ist da der begeisterte Manager und Netzwerker in ihm. „Ich habe schon früh meine eigenen Konzerte moderiert“, sagt er. Nach dem Abschluss in Hannover ging er zum Masterstudium nach London an das Trinity College of Music in Greenwich. „Das war eine irre Zeit“, erinnert er sich. Als Mittzwanziger in einer Metropole wie London habe er die Kultur wie ein Schwamm aufgesogen. Parallel zum Studium, zu Soloauftritten und einem kleinen Lehrauftrag hat er in England das Management für ein Kammerspielfestival übernommen, das Konzerte auf Landsitzen oder im Wohnzimmer eines Barons veranstaltete. „Das war sehr inspirierend“, erinnert er sich. Und da er schon immer ein neugieriger Mensch war, heuerte er am Tag nach seinem Masterabschluss auf einem Kreuzfahrtschiff an. Als „Guestentertainer“ hat er bei Touren zu den Kanaren, im Mittelmeer, in der Ostsee und von New York bis in die Karibik alle zwei bis drei Tage ein Konzert gegeben – und dabei ein bisschen die Welt entdeckt. Weil alle Lebenslust dennoch nach Tiefe strebt, ging es für ihn 2012 zurück ins wahre Leben. Johannes Mnich hat sich dafür gleich mal ein Großunternehmen ausgesucht. Der Chemiekonzern BASF Ludwigshafen hat nicht nur zwei eigene Konzertsäle, sondern veranstaltete eine Pianistenreihe und ein Kammermusikprogramm. Für beide war Mnich von 2012 bis 2015 der Kulturmanager. „Die hierarchischen Strukturen waren aber auf Dauer nichts für mich“, erzählt er. Er hatte Kontakte zum internationalen Musikfestival „Heidelberger Frühling“ und hat sich initiativ beworben. „Es gab so viele Zufälle in meiner Laufbahn“, sagt er, denn gerade zu diesem Zeitpunkt suchte das Musikfestival einen Projektleiter für die Festivalakademie, die auch engagiert in der Nachwuchsförderung tätig ist. Eigentlich ein Traumjob, wäre da nicht im Sommer 2017 das Inserat in „Die Zeit“ gewesen. „Weikersheim sucht Gründungsintendanz“ las Johannes Mnich. Seine Frau kommt aus Assamstadt, nur 20 km von Weikersheim entfernt, das erste Kind war geboren und Mnich selbst kannte Weikersheim von einem Aufenthalt bei der Musikakademie Jeunesse Musicales als 15-Jähriger. Und natürlich war da noch die unglaubliche Chance, ein Konzerthaus von Null aufzubauen. Und...

Nur fliegen ist schöner

Ein Vogelliebhaber lebt seinen Kindertraum mit einer Greifvogel Auffangstation Schwups ist der Hut weg – Andreas Ritz hält seine geliebte „Inka“, ein Schopfkarakara-Weibchen (Bild) aus Südamerika auf dem Arm. „Am liebsten macht sie Schnürsenkel und Reißverschlüsse auf und ist verschmuster als so manches Schoßhündchen“, führt der Vogelliebhaber stolz sein Lieblingstier vor. Die gefiederten Freunde aus der Natur lagen ihm schon immer am Herzen. Schon als kleiner Bub päppelte er verletzte Spatzen, Singvögel und Tauben zu Hause wieder auf. Seit mehr als 20 Jahren sind es die kranken Greifvögel wie Falken, Bussarde, Habichte und Rotmilane aus der Region, die er in seiner eigenen Auffangstation in Schnepfendorf hegt und pflegt. Ein großer Holzschuppen mit mehr als zehn Volieren und einer Wärmekammer für den Winter, die auch zur Aufzucht des Nachwuchses dient, ist zu einer Krankenstation der Vögel geworden. Im Jahr 2015 gründete Ritz den Verein „Greifvogel Auffangstation Mittelfranken e. V.“, um die immer aufwendiger werdende Arbeit leisten zu können. „Wir sind ein tolles Team aus 25 Mitgliedern aus dem Raum Würzburg, Schillingsfürst und Nürnberg“, freut sich Ritz über das große Engagement für die heimischen Vögel. Allein in diesem Jahr wurden 135 verletzte Greifvögel, die zu 80 Prozent Autounfällen zuzuschreiben sind, in die Auffangstation gebracht. Vögel, die nie wieder fliegen können, wie Storch Taschi (Bild im ROTOUR-Magazin) bleiben in der Obhut seiner Station. Besonders kritisch betrachtet Ritz die zunehmenden Fälle von Vögeln mit Vergiftungserscheinungen. „In den letzten Wochen wurden mir fünf Schleiereulen und vier Mäusebussarde gebracht“, erzählt er betroffen. Nur eine der Schleiereulen überlebte. Der Vogelexperte führt diese Tatsache auf das extrem hohe Mäuseaufkommen in diesem Sommer zurück. Vergiftete Tiere werden von Mardern, Füchsen und Greifvögeln gefressen und verenden oft jämmerlich. „Das Problem dabei ist, dass die Mäusepopulation vorübergehend reduziert wird, die natürlichen Feinde aber auch, was zu einer erneuten Explosion der Mäusefamilien führt“, warnt Ritz. Die kleinen Nager vermehren sich rasend schnell, ein Greifvogel Pärchen dagegen bringt jährlich nur zwei bis drei Nachkommen zur Welt. Andreas Ritz möchte, dass die Menschen die Natur verstehen lernen. Dazu gehören auch, die meist im Frühjahr berichteten Angriffe von Greifvögeln auf Jogger. Oft sitzen Jungvögel, die flügge werden wollen, auf dem Boden. Die Eltern halten sich meist in der Nähe auf und gehen nur auf die Sportler zu, wenn sie das Leben ihrer Jungen bedroht sehen. „Also bitte nicht auf die Kleinen zugehen“, empfiehlt Ritz. Die größte Sorge stellt allerdings die Corona-Pandemie dar. Mit Greifvogel-Vorführungen bei den Reichsstadttagen, an den Rittertagen in Uffenheim und bei der Stadtmosphäre wird die Auffangstation zu 90 Prozent finanziert. „Ich bin eigentlich mit Vorführungen meiner Flugakrobaten über 15 Jahre auf Gut Mergenthau im bayerischen Kissing ausgebucht“, erzählt Ritz. Alle Vorführungen brechen durch die Coronasituation weg. Bisher konnte der engagierte Greifvogelfreund die anfallenden Kosten in dieser Krisenzeit für Nahrung, Tierarztbehandlungen und Instandhaltungen des Gebäudes durch Eigenfinanzierung und Spendengelder decken. „Lange schaffen wir das nicht mehr“, so Ritz. Was viele Umweltschützer nicht verstehen, ist der Einsatz von gesunden Greifvögeln wie der „Schwarze Milan“ „Morpheus“, der bei Schauflügen auf verschiedenen Veranstaltungen mitwirkt. „Morpheus“ ist der erste „Brexitflüchtling“, der nach einem Autounfall in der Auffangstation wieder gesund gepflegt wurde. Er war mit einem englischen Ring am Fuß markiert. Der britische Besitzer konnte nicht gefunden werden. Also hat „Morpheus“ die deutsche „Staatsbürgerschaft“ annehmen dürfen. „Um unseren heimischen Wildvögeln helfen zu können, müssen wir gesunde Vögel für unsere Flugshows nutzen und auch in der Auffangstation halten, um das nötige Kleingeld verdienen zu können“, so Ritz. Interessierte können sich bei Andreas Ritz unter der Tel.: 0175-1500549 über alles rund um die Greifvogel-Auffangstation informieren....

Ein gutes Team

Hundeschule Reinjas: Regine Winter lehrt Hund und Herrchen In Zeiten von vermehrter Rückbesinnung auf die familiäre Basis und der Möglichkeit, den Arbeitsalltag ins Homeoffice zu verlegen, ist so mancher Welpe zum neuen Familienmitglied geworden. So süß die jungen Hunde sind, werden sie erst größer, machen sie nicht immer, was das Herrchen sagt. „Ein Hund braucht Regeln, denn ohne Grenzen hat das Tier einfach Stress“, sagt Regine Winter. Und sie kennt sich aus. Seit 30 Jahren hat sie selbst nicht nur belgische Schäferhunde, sondern das Leben mit den Vierbeinern ist ihre Passion. „Ich wollte schon als Kind einen Hund“, sagt sie. Mit Anfang 20 verwirklicht sie nicht nur ihren Traum, sondern eröffnet im Jahr 1998, damals noch in der Region Stuttgart, eine Hundepension mit angeschlossenem Reisebüro. Ihre Grundidee war, dass die „Zwei-Beiner“ ihren Urlaub bei ihr buchen können und sie sorgt sich während der Abwesenheit um die „Vier-Beiner“. „Bis zu 50 Tiere hatten wir zur Hochsaison in der Pension“, erinnert sie sich. Im Jahr 2008 ist Regine Winter mit ihrem Unternehmen ins Fränkische umgezogen: Aus der Hundepension wurde dabei eine Hundeschule und aus dem Reisebüro „Flughunde“ ein Urlaubsangebot für Mensch und Hund. Nach einer ersten Station der Hundeschule nahe Bechhofen ist Regine Winter, die in Windelsbach lebt, mit ihrem Hundeausbildungsplatz seit 2016 in Bellershausen ansässig und bietet außerdem eine mobile Hundeschule an. Regine Winter, die eine sozialpädagogische Ausbildung hat und als psychologische Beraterin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet hat, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Hund und Herr gehören für sie zusammen. Ein Hund beobachtet den Menschen ganz genau. Macht der Hund nicht, was er soll, dann stimmt die Kommunikation nicht. Also bringt Regine Winter mit „Reinjas Hundeschule“, die nach ihrer ersten Hündin benannt ist, beide zusammen – mit Spaß und ohne Zwänge. Erlauben es die...

Ein Mehrwert aus Punkten

Der 3D-Laserscan erweitert das Portfolio des Konstruktionsbüros Bayer Es geht um Punktwolken, Hunderte von Millionen Laserpunkte, die weit mehr können als das menschliche Auge jemals vermag – wenn sie entsprechend aufbereitet werden. Christian Bayer und Marco Hänschen haben das entsprechende Wissen dafür. Die Punktwolken zu generieren ist kein Hexenwerk, den speziellen Mehrwert für Architekten, Unternehmer, Denkmalschützer oder auch den bodenständigen Landwirt daraus zu extrahieren schon eher. Christian Bayer ist einer der beiden Geschäftsführer des Konstruktionsbüros Bayer in Wörnitz. Seit 1999 ist das Unternehmen mit aktuell rund 40 Mitarbeitern im Maschinenbau und für die Automobilindustrie tätig. Fundiertes Wissen Die Kernthemen eines modernen Konstruktionsbüros wie Planung, Robotik und Simulation, Konstruktion, Dokumentation und Realisierung werden alle abgedeckt. Seit 2019 hat das Unternehmen sein Portfolio um den 3D-Laserscan erweitert. Marco Hänschen, Leiter Engineering, sieht gemeinsam mit Christian Bayer darin eine wachsende Nachfrage. Einziges Problem: Was man mit den Punktwolken alles anstellen kann, ist beim Nutzer noch nicht so recht angekommen. Die 3D-Laserscanner selbst, einst eine unerschwingliche Technik, sind mittlerweile handliche und überraschend kleine Geräte. Kaum größer als eine professionelle Digitalkamera sind sie auf einem Stativ überall einsetzbar. Die Vermessung scheint unspektakulär: Über einen 360° drehbaren Spiegel projiziert der Scanner Laserpunkte in den Raum. Pro Messung werden dabei zwischen 20 und 40 Millionen Laserpunkte generiert. Ja nach Auftrag und Raumspektrum werden mehrere Laserscans vorgenommen und danach zusammengefügt. Die Profis verteilen dafür weiße Kugeln im Raum. „Jeder 3D-Laserscan projiziert Punkte auf die Kugel. Über den errechneten Referenzpunkt werden die Aufnahmen dann zusammengefügt“, erklärt Christian Bayer. So entsteht aus mehreren Punktwolken ein dreidimensionales Gebilde. Marco Hänschen zeigt an seinem Computer den fertigen 3D-Laserscan einer historischen Scheune. Diese soll nach Denkmalschutzauflagen zum Wohngebäude umgebaut werden. Ein Aufmaß gab es nicht, ebenso keine Pläne. Also hat das Konstruktionsbüro Bayer das Gebäude gescannt. Hänschen zoomt in die Punktwolke hinein. Jederzeit kann er ein Aufmaß nehmen von einem Fenster oder einem Mauerstück. Er kann an jeder beliebigen Stelle einen Schnitt durch das Gebäude machen. Da mehrere Scans zu einem großen Ganzen verrechnet werden, zeigen sich architektonische Besonderheiten, die das Auge nicht erfassen könnte (wie beispielsweise die Neigung von Zwischendecken). Ein 3D-Laserscan ist in schwarz/weiß und in Farbe möglich. Ebenso kann der Scanner zusätzlich zur Punktmessung Fotos machen, die in den Datensatz integriert werden können. Die Bildgebung steht im Konstruktionsbüro Bayer aber nicht im Vordergrund, sondern ist vielmehr das i-Tüpfelchen des Leistungsspektrums. Die Ingenieure und Techniker sehen ihr Alleinstellungsmerkmal in der Verschmelzung der Messergebnisse aus dem 3D-Laserscan mit ihrer langjährigen Konstruktionserfahrung. Die Punktwolken allein nutzen den Architekten oder Bauherrn wenig. „Wir können die Daten objektspezifisch aufbereiten“, so Hänschen. Im Bereich der Bestandserfassung generiert das Konstruktionsbüro aus den Punktwolken Lagepläne, Grundrisse und Schnitte. Für die Baubranche immer wichtiger wird die Gebäudedatenmodellierung (BIM). Auf Basis des 3D-Laserscans werden die relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. „Wir ermöglichen den Architekten intelligente Modelle, auf deren Komponenten jederzeit zugegriffen werden kann“, erklärt Christian Bayer. Dabei legt das Unternehmen Wert darauf, dass alle in der Architektur üblichen Systeme mit ihren Daten bedient werden können. Was in der Baubranche langsam ankommt, ist in der industriellen Fertigung längst Alltag. „Wir entwickeln große Anlagen, um Fahrzeugkarossen herzustellen“, erklärt Geschäftsführer Christian Bayer. Stehen Anlagen schon länger, wurden umgebaut oder sollen erweitert werden, und es sind keine detaillierten Pläne des Ist-Zustands vorhanden, kommt der 3D-Laserscan zum Einsatz. Je nach Wunsch simuliert das Konstruktionsbüro, aufbauend auf den Punktwolken und mit CAD-Programmen, dann Produktionsabläufe oder Erweiterungsmöglichkeiten. Das ist nicht nur für große Fertigungsstraßen interessant, sondern auch für mittelständische Unternehmen oder einen Landwirt. Ein Auftrag führte das Wörnitzer Unternehmen direkt in den Kuhstall. Der Landwirt wollte Gewissheit, ob der neue Melkroboter in den Stall passt. Und auch wenn das Licht dort etwas schummrig ist, die moderne Technik hat damit keine Probleme: Ein Laserstrahl findet immer sein Ziel, auch im Dunklen....

Ruhe finden Jan14

Ruhe finden

Auf dem Glaubensweg in die Vergangenheit In den ersten Monaten des Jahres ruht die Landschaft – aber auch der Mensch soll in der Stille der Wintermonate neue Kraft für das kommende Jahr schöpfen. In einer Zeit, in der geliebte Kulturveranstaltungen, Konzerte, Wellness oder gar Skiurlaube schlichtweg ausfallen, bedeutet das für viele eine ungewohnte Umstellung in ihrer Freizeitgestaltung. Das beste, was man tun kann, ist einmal in seiner eigenen Umgebung auf Entdeckungsreise zu gehen. Gerade im Umland von Rothenburg können auch Einheimische völlig überrascht feststellen, welch historische Vielfalt die eigene Heimat zu bieten hat. Eine etwas ausgefallene Idee kam während der Flurbereinigung von 1979 bis 1996 im Raum der Rothenburger Landwehr (18 Dörfer, die die Stadt Rothenburg zu Bauernkriegszeiten verteidigte) auf. Statt der herkömmlichen Grenzsteinlegung wurden die normalerweise wie ein Findling anmutenden Marksteine, die im Rahmen der Umstrukturierung das Land neu einteilen sollten, etwas kreativer gestaltet. Es entstanden vier Skulpturen aus fränkischem Muschelkalk durch die Hände des Bildhauers Ottmar Kleindienst aus Ochsenfurt. Die heute noch bis zu drei Meter hoch gen Himmel ragenden Monumente verbinden sich zu dem sogenannten Glaubensweg: Die Station I „Geschaffen“ (Mensch und die Schöpfung), Station II „Leiden“ (das Leiden Jesu), Station III „Erlösung“ (der Tod Jesu am Kreuz) und die Station IV „Versöhnung“ sollen den Menschen dem Glauben und Gott-Vater näher bringen. Der Weg verbindet seither die drei Kommunen Adelshofen, Ohrenbach und Uffenheim sowie vier Kirchengemeinden. Der über 16,5 Kilometer lange Pilgerpfad führt von Reichardsroth, Gailshofen, Ohrenbach, Oberscheckenbach nach Groß- und Kleinharbach. Der Weg lädt dazu ein, sich bewusst zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg zu machen, um die schöne Landschaft mit ihren historischen Hintergründen zu genießen oder über die vier Glaubensstationen noch einmal in die Stille zu gehen und darüber zu meditieren. Der Glaubensweg brachte über zehn...