Klimaanlagen der Zukunft

Firma Kafit aus Rothenburg sorgt Sommer wie Winter für gutes Raumklima Klimatisierte Räume? – Das erinnert eher an heiße Urlaubsländer wie Afrika oder Ägypten. Immer trockenere Sommer mit Temperaturen bis zu 40°C sind in Deutschland aber auch keine Seltenheit mehr. Klimaanlagen erfreuen sich immer stärkerer Beliebtheit. Heute können die multifunktionalen Anlagen Räume kühlen, heizen, aber auch die Atmosphäre von Viren und Bakterien befreien. Die Luftreinheit in Schulen, Büros oder im trauten Heim ist nicht erst seit der Coronakrise ein Thema. Stefan Fischer aus Rothenburg, der seit einem viertel Jahrhundert als ausgebildeter Anlagentechniker unterwegs ist, hat sich mit der Neugründung seiner Firma KAFiT GmbH & Co.KG in Rothenburg der Klimatechnik verschrieben. Mit seiner langjährigen technischen Erfahrung sattelte er vor zwei Jahren auf die Installation von Klimaanlagen und der Konstruktion von Schaltschränken und Klemmkästen für technische Anlagen um. Büro und Werkstatt haben noch in den Räumlichkeiten seines Elternhauses Platz, was sich aufgrund der hohen Nachfrage von Klimageräten wohl noch ändern wird, wie der Fachmann vermutet. „Die meisten Menschen denken erst an schwülen Sommertagen an eine Klimaanlage“, weiß Stefan Fischer aus Erfahrung. Seit dem extremen Sommer im Jahr 2018 boomt das Geschäft mit der Klimatechnik. Liest man heute Berichte über die Anlagentechnik aus dieser Zeit, so ist ständig von Umweltbelastungen durch den hohen CO2-Ausstoß und dem ­extremen Stromverbrauch die Rede. Bequemlichkeit, Luxus und Klimawandel – wie passt das zusammen? Mittlerweile sehr gut, denn die neuen Technologien hochwertiger Klimaanlagen sind heute keinesfalls mehr nur umweltbelastend. Aber wie funktionieren die Klimaanlagen der neuen Generation? Stefan Fischer hat sich auf sogenannte Splitklimageräte (aus zwei Teilen bestehend) spezialisiert, die bauartbedingte Vorteile haben. Geniale Technik Der zur Kühlung notwendige Kompressor mit relativ lautem Geräuschpegel wird an der Außenwand oder auf dem Dach angebracht. Dadurch wird die Lärmbelästigung im Innenraum auf ein Minimum reduziert. Der Kompressor ist bei einem Splitgerät über eine dünne Leitung mit dem Kühlgerät im Raum verbunden. Der Stromverbrauch ist bei einem Splitklimagerät aufgrund der optimierten Technik in etwa nur halb so hoch wie bei einer mobilen Klimaanlage. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel gleichermaßen. Splitklimageräte lassen sich bequem per Fernbedienung vom Sofa aus steuern. Wer die Klimaanlage per Internet regeln möchte, kann ein Gerät mit WLan-Funktion wählen und die Anlage per App bedienen. Das kann beispielsweise von Vorteil sein, wenn das Haus nach einer Urlaubsreise aufgeheizt oder die Raumtemperatur herunter gekühlt werden soll – je nach Bedarf. Aber wie schon gesagt, die heutige Technik ermöglicht neben der Klimatisierung im Sommer auch ein Zuheizen im Winter. „Die Funktion beim Kühlen oder Heizen ist die gleiche, nur in umgekehrter Weise“, so Fischer. Manche Menschen sind sehr empfindlich und reagieren in klimatisierten Räumen oft mit Erkältungssymptomen, wenn sie der kalte Luftstrom trifft. Stefan Fischer reagiert selbst empfindlich darauf. Auch in diesem Falle kann die Anlage individuell eingestellt werden. „Wenn ich zum Beispiel in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa sitze, erkennt mich das Gerät und der direkte Luftstrom wird von mir abgewendet. Ganz so wie ich es eingestellt habe“, erklärt der Techniker die Einstellung der Anlage im eigenen Haus. Um eine konstante Temperatur zu erreichen, wird der Raum so zusagen technisch gerastert, die Temperatur gemessen und gegebenenfalls automatisch angepasst. Dabei wird circa 75 Prozent der benötigten Energie aus der Raum­atmosphäre entnommen und lediglich 25 Prozent des Strombedarfs muss der Anlage zugeführt werden. „Hat man eine Photovoltaikanlage installiert, ist die noch benötigte Stromzufuhr quasi umsonst“, schildert Stefan Fischer weiter. Das Hauptproblem für die Umwelt bei der Raumklimatisierung war bis dato das Kältemittel. Mit der Verordnung zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes vom 1. Januar 2015 sollen die Emissionen fluorierter Treibhausgase (wozu Kältemittel zählen) bis zum Jahr 2030 auf etwa 35 Millionen Tonnen gesenkt werden. Energieeffizient Qualitativ hochwertige Klimaanlagen setzen auf die Kältemittel R32. Diese werden bereits den erforderlichen Ansprüchen der Co2-Emission und der Energieeffizienzklasse A++ bzw. A+++ gerecht. Auch der sichere Betrieb bis zu Außentemperaturen von -25 °C (Heizen) bzw. -5 °C (Kühlen) ist mit diesem Kältemittel gewährleistet. „Das ist...

Rauf auf die Bäume

Rothenburger Kletterwald: Spaß und Herausforderung für die ganze Familie Zuviel zu Hause herum gesessen wegen Corona? Davon können wir alle ein Lied singen. Aber der aufgestaute Bewegungsdrang kann nun im Rothenburger Kletterwald zur Entfaltung kommen. „Wir haben heuer zehnjähriges Jubiläum“, sagt Andrea Sichert stolz. Im Jahr 2011 haben sie und ihr Kompagnon Dirk Pieper die Anlagen mit Blick auf die Stadtkulisse gebaut. Die anfänglich sieben Parcours haben die beiden Outdoor-Spezialisten mittlerweile verdoppelt. „Bei uns im Kletterwald kann die ganze Familie gemeinsam klettern“, erklärt Dirk Pieper. In Begleitung eines mitkletternden Erwachsenen dürfen Kinder ab 5 Jahre auf die Anlage. Koala, Eule, Panda oder Faultier heißen die Touren, die zwischen ein und drei Metern Höhe angesiedelt sind. Mal sind es fünf Elemente, die die Kinder meistern müssen, mal wächst der Spaßfaktor auf 17 Herausforderungen. Die Höhe sei beim Kletterspaß nicht immer maßgeblich, gibt Pieper zu bedenken. Der besondere Kick liegt mitunter in den Hindernissen, die mit Spaß gemeistert werden. „Kreativ herausfordernd“ nennen die beiden Kletterwaldspezialisten die Parcours. Geht es höher hinauf, steigt natürlich auch die Altersgrenze. Der höchste Parcours namens „Gorilla“ fordert mit 17 Elementen und einer Maximalhöhe von 17 m den Kletterern schon einiges ab. Auf einem anderen Parcours düst man an einer 120 m langen Seilbahn durch die Baumwipfel. Ganz neu ist ein Basejump aus 15 m Höhe, bei dem die Kletterfans sicher auf dem Boden landen. Die Herausforderungen sind stets machbar. „Unser ältester Teilnehmer war 83 Jahre“, erzählt Andrea Sichert. Sicherheit steht im Kletterwald Rothenburg an erster Stelle. Einmal im Jahr nimmt der TÜV die Anlage ab. Im Frühjahr und Herbst findet eine Revision statt, je nach Andrang auch zusätzlich im Sommer. „Außerdem machen wir täglich eine Sichtprüfung“, erklärt Dirk Pieper. Mit einem speziellen Gurtsystem sind die Kletterfreunde dann bestens abgesichert. Die Coronavorgaben...

Digitale Unterstützung

„Wirtschaft in Rothenburg“ (WiR) hilft auf dem Weg zum Online Marketing Neue Zeiten bringen neue Herausforderungen mit sich. Und denen sollte man sich stellen. So manches Unternehmen, mancher Einzelhändler oder Dienstleister haben kaum oder wenig Erfahrung beim Online Marketing. Aber das gehört heutzutage einfach dazu. Eine Handvoll wirtschaftsaffiner Vordenker haben nun eine digitale Informationsplattform und einen informativen Facebook-Account ins Leben gerufen, um den Einstieg in die Welt des digitalen Marketings zu erleichtern. „WiR“, Wirtschaft in Rothenburg, nennt sich die Arbeitsgruppe aus IHK, Wirtschaftsförderung der Stadt Rothenburg und des Landkreises Ansbach und dem Stadtmarketing Rothenburg. Eine zügige Umsetzung Initiator des Projekts war Steffen Korinth, Mitglied des IHK Gremiums Rothenburg. Bereits im März vergangenen Jahres hat er die Gründung einer Facebook-Gruppe als Plattform für den Einzelhandel angestoßen. Karin Bucher, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ansbach, und Achim Schneider, Geschäftsführer des Rotabene Medienhauses und ebenso Mitglied im IHK Gremium Rothenburg, konnten für die Idee begeistert werden. Mit Karin Schmidt, Wirtschaftsförderin in Rothenburg, und Ariane Koziollek vom örtlichen Stadtmarketing kamen weitere Experten zum Team. Ganz klar, Corona war der Brandbeschleuniger beim Thema Online-Marketing und die Gruppe hat ihre Ideen zügig umgesetzt. Im Sommer 2020 ging der Facebook-Auftritt an den Start. Hier können seitdem Einzelhändler, Unternehmer, Dienstleiter auf sich aufmerksam machen. Die Reichweite wächst zusehends. „WiR – Wirtschaft in Rothenburg“ zählt mittlerweile über 260 Mitglieder. Aktuelle Ladenöffnungszeiten, die neuesten Bücher oder Modeideen, leckere Essensgerichte zum Abholen, kurzweilige Videospots und interessante Fotos machen die Rothenburger Unternehmen nicht nur in Lockdownzeiten sichtbar. Das war den Unterstützern der heimischen Wirtschaft aber noch nicht genug. Eine Webseite mit fundierten Erklärungen und visuell aufbereiteten Infos sollte die Welt des digitalen Marketings für den Laien verständlich machen. Daher ist auf der Webseite www.wir-rothenburg.de ein Online-Ratgeber entstanden, der nichts auslässt, was unklar war. Vom Affiliate-Marketing bis zum WhatsApp-Business wird alles so griffig erklärt, dass die Welt der neuen Herausforderung damit zum wahren Wunderland mutiert. Mit einzelnen Auswahlfiltern können sich Interessierte die besten Marketinginstrumente je nach individuellen Vorgaben wie geringe Kosten, hohe Reichweite, Imagepflege, Produktverkauf usw. anzeigen lassen. Das Konzept entwickelt und die Texte verfasst hat das fünfköpfige Team im ehrenamtlichen Einsatz. „Dabei sind wir auf viele Begriffe gestoßen, die wir nachschlagen mussten“, so Achim Schneider. Daher gibt es auf der Webseite, die seit März online ist, ein Lexikon, das die meisten Fachbegriffe des digitalen Marketings erklärt. Sowohl Webseite als auch Facebook-Gruppe stehen Interessierten kostenfrei zur Verfügung. Die laufenden Aufwendungen für den Betrieb der Webseite trägt die IHK. Den Initiatoren war wichtig, dass „WiR-Wirtschaft in Rothenburg“ ein Gemeinschaftsprojekt für die Region ist ohne eigennütziges Interesse. „Wir wollen Hilfestellung geben, um selbst aktiv zu werden“, so Ariane Koziollek. Webinar am 16. Juni Interessierte können sich direkt über die Webseite informieren, der Facebook-Gruppe beitreten oder an einem Webinar teilnehmen. Am 16. Juni, um 16 Uhr, startet ein virtuelles Treffen, das von Karin Bucher moderiert wird. Nach einer Einführung von Achim Schneider wird Heidi Treiber (Modehaus Haller) von ihren praktischen Erfahrungen berichten. Die Anmeldung zum Webinar ist online unter www.ihk-nuernberg.de/v/6061 möglich. Ein bis zwei Tage vor der Veranstaltung werden per E-Mail die Zugangsdaten verschickt....

Zuverlässig und professionell

Der Sicherheitsdienst Gundel & Böhm setzt auf Qualität und Deeskalation Sicherheit ist ein hoch geschätztes Gut und die Sicherheitsbranche wächst seit Jahren. Damit einher geht ein Wandel im Image der Branche und bei den Einsatzgebieten. „Deeskalation ist das A und O“, sagt Michael Gundel. „Und wir setzen auf zertifizierte Qualitätsstandards in möglichst vielen Bereichen“, fügt Pascal Böhm an. Michael Gundel und Pascal Böhm haben im Januar 2019 ihr Unternehmen Sicherheitsdienst G & B (SGB) in Lohr gegründet. Mit einer Handvoll freier Mitarbeiter sind sie an den Start gegangen. Mittlerweile haben sie 67 Mitarbeiter, darunter 25 in Vollzeit, und sind ein von der IHK anerkannter Ausbildungsbetrieb. Schrittweise Annäherung Die Firmenzentrale befindet sich auf dem landwirtschaftlichen Hof in Lohr, den die Familie Gundel seit vier Generationen bewirtschaftet. Michael Gundel ist gelernter Landwirtschaftsmeister. Als Junge hat er den Kampfsport für sich entdeckt hat und ist als Jugendlicher darüber zu ersten Einsätzen bei einem Sicherheitsdienst gekommen. „Ich bin in die Branche regelrecht hineingewachsen“, erzählt er. Ähnlich ging es Pascal Böhm, der aus Petersaurach stammt. Der mit einem Staatspreis ausgezeichnete Industriemeister hat ebenfalls nebenher bei einer Sicherheitsfirma gejobbt. Dort haben sich die beiden Unternehmer auch kennengelernt. Pascal Böhm war beim Terroranschlag in Ansbach im Jahr 2016 im Einsatz. Er hatte dabei eine tragende Rolle. Die Bildzeitung betitelte ihn als „Held von Ansbach“. „Die Sensationspresse nach dem Anschlag hat mich enorm gestört“, erzählt er. Das war ein einschneidender Moment in seinem Leben und hat dazu geführt, dass er sich hauptberuflich weg von der Industrie und hin zur Sicherheitsbranche orientiert hat. Michael Gundel und Pascal Böhm stiegen daher 2017 als Assistenten der Geschäftsleitung in die Sicherheitsfirma ein, für die sie zuvor tätig waren. Nach eineinhalb Jahren entschieden sie sich, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Mit einem Businessplan, einem guten Konzept und viel Herzblut sind sie durchgestartet. Das Portfolio von SGB ist breit aufgestellt. „Wir übernehmen sowohl den Werk- und Objektschutz als auch den klassischen Revierdienst“, erklärt Böhm. Dazu gehören Schließdienste bei Unternehmen, die Fenster, Türen, Licht im Blick haben und sich vergewissern, dass keine unerlaubten Personen im Gebäude sind. Baustellen- und Außen- oder Präventionskontrollen am Wochenende gehören auch dazu. „Wir arbeiten mit einem Onlinewächterkontrollsystem“, erklärt Michael Gundel. Der mit dem Auftraggeber abgesprochene Kontrollgang ist mit digitalen Punkten gekennzeichnet, die vom Mitarbeiter abgescannt werden und online abrufbar sind. „Das gibt Transparenz für den Kunden“, erklärt Pascal Böhm. Ebenso gehört die Alarmverfolgung zum Angebot des Unternehmens. „Der Alarm läuft bei einer Serviceleitstelle auf, mit der wir kooperieren“, so Böhm. In maximal 30 Minuten ist einer ihrer Mitarbeiter zur Kontrolle am entsprechenden Objekt, meist sind das Lebensmittelläden oder Discounter. „Wir haben Alarmverfolgungsverträge mit 25 Objekten im Raum Rothenburg“, so Gundel. Seit gut einem Jahr sorgt die Lohrer Sicherheitsfirma auch für den reibungslosen Ablauf im Jobcenter und im Landratsamt in Würzburg. Dazu gehören Rundgänge, Pförtnerdienste inklusive Einsatz von Scannern und die Kontrolle der Zugangsberechtigung. „Behörden engagieren für diese Aufgabe externe Dienstleiter und es ist schon eine Auszeichnung, dass ein so junges Unternehmen die Ausschreibung für sich entscheiden konnte“, macht Frank Flörchinger deutlich, der die beiden Geschäftsführer seit November 2019 im Controlling und Projektmanagement unterstützt. Ein weiteres Einsatzgebiet des Sicherheitsdienstes G & B ist das Bezirkskrankenhaus in Ansbach. „Unsere Leute sind auf mehreren Stationen im Einsatz“, sagt Michael Gundel. „Das Bezirkskrankenhaus hat im Rahmen der Ausschreibung ein individuelles Konzept von uns gefordert“, fügt Frank Flörchinger an. Bis zu zehn Mitarbeiter von SGB sind täglich vor Ort. Fingerspitzengefühl ist sowohl bei einem sensiblen Einsatz wie dem in Ansbach als auch prinzipiell im Hinblick auf Deeskalation in der Sicherheitsbranche wichtig. Böhm, Gundel und Flörchinger setzen daher auf eine umfassende Schulung und qualitative Ausbildung ihrer Mitarbeiter. Die Stärken der Mitarbeiter „Man muss bei uns schon wissen, wann und wie man eingreifen kann“, so Pascal Böhm. „Wir streben daher an, dass unsere Mitarbeiter alle eine Sachkundeprüfung haben“, fügt Michael Gundel an. Üblicherweise reicht eine einfache Unterrichtung, um in der Branche arbeiten zu können. Die Sachkundeprüfung geht noch einen Schritt weiter und...

Geben und Nehmen Jun01

Geben und Nehmen

Barbara Mohl lebt für Indien Die Sehnsucht nach der indischen Kultur und der gelassenen Lebensart der Menschen ist der Rothenburgerin Barbara Mohl durch eine Schulfreundin ins Herz gelegt worden. Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist sie in Erlangen. „Nichts war meiner Freundin Indra wichtiger, als mir ihr Heimatland zu zeigen“, erinnert sich Barbara Mohl heute noch. Die beiden machten sich nach ihrem Schulabschluss für sieben Monate auf in das südostasiatische Land. Die Art der Menschen, die mit ihrer Sanftmut so viel zu geben vermochten, beeindruckte die junge Frau sehr. Es war eine selbstverständliche Nächstenliebe, die sich die Inder entgegenbrachten. Mitte der 70er-Jahre zog es Barbara Mohl mit einer Gruppe Gleichgesinnter auf der Suche nach dem Sinn des Lebens erneut nach Indien. Hugo Maier, ein deutscher Arzt, engagierte sich zu diesem Zeitpunkt für die Ärmsten der Armen. Er leistete damals medizinische Hilfe und setzte sich für die Ausbildung der Menschen ein. Das war noch bevor Barbara Mohl nach einem Studium für Deutsch als Fremdsprache am damaligen Goetheinstitut in Rothenburg unterrichtete und ihren Mann Wolfgang Mohl kennen gelernt hatte. Durch den „Freundeskreis Indien e. V.“, der aus den Hilfsaktionen des deutschen Arztes entstanden war, fanden seit 1986 mehr als 300 Frauen in Südindien eine Ausbildung und Arbeit im traditionellen Kunsthandwerk, unabhängig von Religionszugehörigkeit und sozialer Kaste. Traditionell wird von südindischen Frauen erwartet, dass sie bereits in jungen Jahren die Last der Familie tragen. Soziale Faktoren hindern die meisten Frauen daran, überhaupt eine Berufsausbildung in Betracht zu ziehen. Ihr Mangel an Grundbildung, die Auswirkungen des Mitgiftsystems und die Anforderungen des Familienlebens beschränken ihre Möglichkeiten häufig auf schlecht bezahlte, harte körperliche Arbeit und ein sehr schwieriges Leben. Zugehörigkeit zum Fairen Handel Durch die Unterstützung des Arbeitskreises werden ihnen schulische Bildung wie auch Berufsausbildungen und finanzielle Sicherheit zuteil. In...

Wellness in Marmor Jun01

Wellness in Marmor

Das Schwimmbad im Wildbad Wer früher was auf sich hielt, der ging zum Baden und Kuren ins Rothenburger Wildbad. Seit den 1980er Jahren gehört das gesamte Wildbadensemble nun der Evangelischen Kirche und wird als Tagungsstätte mit facettenreichen Seminar-, Kunst- und Kulturangeboten betrieben. Von der Ausstattung der einstigen Badeanstalt ist nur noch das Schwimmbad erhalten – und auch das ist im Alltag nicht sichtbar. Eine unscheinbare Luke im Boden des heute als Turnhalle bezeichneten Gebäudes führt hinab in die einstige Wasserwelt des Wildbads. Die sieben Marmorstufen, die den Badegästen einen entspannten Einstieg boten, sind zwar alle noch vorhanden, aber wer heutzutage ins Schwimmbecken einsteigen will, der muss per Leiter durch die Luke klettern. Vom Schwimmbadambiente ist im ersten Moment nicht viel zu sehen. Durch gemauerte Säulen, auf denen Eisenstreben liegen, wurde die nötige Statik geschaffen, um einen Boden über dem Becken einzuziehen. Die Wände im Schwimmbecken wirken bei der Notbeleuchtung anhand einer tragbaren Lampe eher unscheinbar – sind jedoch ebenso wie die Treppenstufen aus reinstem Marmor, der gut 1,5 cm dick ist. Der Boden des Wasserbeckens besteht aus hellen Fließen, wahrscheinlich die gleichen, die die Wände der Turnhalle darüber etwa eineinhalb Meter hoch zieren. Der Leiter der Tagungsstätte, Dr. Wolfgang Schuhmacher, misst das Schwimmbecken mit Meter großen Schritten aus. Etwa 4,5 mal 9 Meter dürfte das Becken groß sein. Der Beckenboden ist abschüssig konstruiert und an der tiefsten Stelle kann Schumacher trotz der eingezogenen Decke bequem aufrecht stehen. An der Stirnseite des Wasserbeckens prangt ein gusseiserner Löwenkopf. In seinem aufgerissenen Maul ist deutlich eine große Öffnung zu sehen, aus der einst das Wasser in das Schwimmbecken sprudelte. Das Schwimmbad wurde von dem Orthopäden Friedrich Hessing erbaut, der das Ensemble 1894 von der Stadt kaufte und zur Kuranlage umbaute. Eine Bedingung des Kaufvertrags war, dass die...

Lust mal zu türmen? Jun01

Lust mal zu türmen?

Rothenburg anders erleben Die Türme Rothenburgs sind weltbekannt. Über 40 dieser imposanten Bauwerke prägen die markanten Punkte der Rothenburger Stadtmauer. Das gesamte Stadtgebiet kann weitgehend auf der Mauer direkt umrundet werden. Und dort, wo es keinen Weg hoch auf der Befestigungsanlage gibt, sorgen idyllische Fußwege neben der Anlage für Entzückung bei den Besuchern. Unabhängig von Coronainzidenzwerten oder Wettervorhersagen hat Rothenburg somit eine Dauerattraktion, die jederzeit bereit für Besucher ist. Im Jahr 2017 wurde daher der „Rothenburger Turmweg“ aus der Taufe gehoben. Mit 22 informativen Stationen kann, wer will, Rothenburg mal ganz anders erleben. Der Turmweg ist als Rundweg angelegt und kann somit an allen Stationen begonnen werden. Die numerisch festgelegte erste Station ist aber das Rödertor, das eines von sechs Toranlagen ist, mit denen der Zutritt in die Stadt geregelt wurde. Mit dem Röderturm, der im Sommer zeitweise begehbar ist und eine tolle Aussicht über die Stadt bietet, und der vorgelagerten Bastei, die von den Autofahrern mitunter Weitsicht verlangt, ist die Anlage ein klassisches Beispiel einer Befestigungsanlage. So schön die Türme heute anzusehen sind, dereinst sollten sie für die Sicherheit der Bewohner sorgen. Nachdem im 13. Jahrhundert die Stadtväter damit begonnen hatten, den inneren Bering mit Türmen und später einer Mauer dazwischen zu sichern, benötigte die zusehends wachsende Stadt im 14. Jahrhundert wieder mehr Platz. Ein weiterer „Bewachungsgürtel“ mit neuen Türmen mussten her. So entstand nach und nach der äußere Bering mit sechs Toranlagen mit Türmen und mindestens 20 Mauertürmen – seit 2017 nun als Turmweg erschlossen. Der Rothenburger Turmweg umfasst etwa eine Länge von 2,5 km rund um die Altstadt. An 22 Stationen befinden sich informative Schilder – in Deutsch und Englisch. Egal ob Weiberturm, Strafturm, Sauturm oder Pulverturm, die Beschreibungen sind kurzweilig und mit kleinen Anekdoten oder unerwarteten Infos zu Leben und...

Es geht was Jun01

Es geht was

Liebe Leser, Corona hat selbst aus den Mutigsten unter uns mitunter verzagte Pessimisten gemacht. Aber nun ist Schluss damit. Hoffentlich. Es sieht zumindest danach aus. Einen handfesten Optimismus traut sich zwar noch keiner zu, aber wir möchten mit ROTOUR schon mal den Weg in diese Richtung ebnen. Wenn die Junisonne die Welt in sommerhelles Licht taucht, dann will der Mensch etwas erleben. Völlig zu recht. Wir hätten da als Vorschlag die Kultur in Wehlmäusel. Matthias Beck kämpft unermüdlich für ein intelligentes und kurzweiliges Angebot an Kleinkunst. Im Juni will er es wieder anpacken und erzählt im Interview, was dreimal Lockdown für ihn bedeutet haben. Ähnlich optimistisch starten wir eine kleine Museumsreihe. In der Juni-, Juli- und Augustausgabe stellen wir Ihnen jeweils ein privates Museum in der näheren Umgebung vor, das auf seine Art einzigartig ist. Den Anfang macht das Pinsel- und Bürstenmuseum in Bechhofen, das einzige in Deutschland. Naturgemäß stehen wir als Regionalmagazin in engem Kontakt mit den lokalen Veranstaltern und geben unser Bestes, sie mit aktuellen Tipps zur Freizeitgestaltung zu versorgen. Sicher ist, dass die schon im Frühjahr geplante Wanderwoche stattfindet und auch das Toppler Theater startet am 23. Juni in die Freilufttheatersaison. Die Zeichen stehen auf Neuanfang. Das freut nicht nur die unternehmungslustige Seele, sondern auch all die Einzelhändler und Dienstleister, die ausgeharrt haben. Jetzt geht endlich wieder was. Also los. Ihre Andrea...

Juni Jun01

Juni

Das Inhaltsverzeichnis des ROTOUR-Heftes für März/April Kultur Editorial: Gute Aussichten Auf dem Turmweg die Stadt erleben Ein verborgenes Schwimmbad Die Kleinkunst in Wehlmäusel startet Veranstalter Matthias Beck im Interview Ein guter Tausch: Indienhilfe Veranstaltungen 345 Treppen auf Zeit laufen  Onlineführung im Kreißsaal  Verdi und Vivaldi-Konzerte im Wildbad Ausgehtermine Rund um die Frankenhöhe Wohin im Hohenloher Land Wirtschaft Gundel & Böhm sorgen für Sicherheit Neue Tagespflege in Wörnitz Becks Gartenschmiede: Schönes im Garten Wie geht Online-Marketing? „WiR“ informiert Familienspaß im Kletterwald Kafit Klimatechnik Der Reinraum der Marienapotheke Information Rundgang durch die Jahrhunderte A walk through centuries Karte Rothenburg und Umgebung TITELBILD: Blick vom Spitaltorturm, Foto: am Service Wohin ausgehen in Rothenburg? Sehenswürdigkeiten in deutsch/englisch Informationen von A bis Z Freizeitideen Impressum Gesellschaft Personalia: Marianne Christ Schnappschuss: betuchte Kirche  Der Genuss der grünen Köpfe Neue Helfer-App verbindet Menschen Helmut Haberkamm ehrt Bob Dylon Lyrik von Fritz Klingler: Das...

Futsal-Profi

Philipp Pless – die Nummer Eins im deutschen Tor Brasilien, Spanien und Portugal, diese Länder sind verrückt nach Fußball. Allerdings sind alle „kleinen Ronaldos“ nicht am „Futsaltraining“ vorbeigekommen. Diese Fußballvariante in der Halle hat ihren Ursprung in Südamerika und ist in den südlichen Gefilden ein Muss für jeden Juniorkicker. Aufgrund des deutlich kleineren Spielfeldes und das daraus resultierende reaktionsschnelle Spielniveau, werden alle wichtigen Fähigkeiten eines Fußballers schon früh trainiert. Wie viele Jungs träumte auch Philipp Pless aus Rothenburg von einer Fußballerkarriere – allerdings schon mit vier Jahren, als er von Trainer Andreas Haas vom TSV Rothenburg als Torhütertalent entdeckt wurde. Der Kleine zeigte keinerlei Angst vor dem Ball. Die Karriere nahm ihren Lauf. Nach der Fußballjugend in Rothenburg folgte der Wechsel zum VFR Aalen. Philipp Pless wurde unter die Fittiche von Thomas Traub, Torwart-Trainer des damaligen Zweitligisten, genommen und schaffte es 2010 in den Profikader des Vereins. „Traub wurde so etwas wie ein Ziehvater und Freund, dem ich viel zu verdanken habe“, so der Profisportler. Auch im FC Heidenheim, in der Oberliga des FV Ravensburg und des TSV Essingen arbeitete sich der nebenberufliche Erzieher immer immer weiter hoch. Der eigentliche Durchbruch in seiner Fußballlaufbahn blieb ihm auch aufgrund verschiedener Verletzungen verwehrt. Heute sieht Pless die vermeintlichen Hindernisse als glücklichen Zufall, denn die Frage, wie die Zukunft aussehen soll, beantwortete sich schneller als gedacht. Einmal im Jahr messen sich die stärksten Mannschaften beim Futsal-Länderpokal in Duisburg „Ein Freund fragte mich, ob ich Interesse hätte mitzuspielen“, sagt Pless. Er hatte gerade Lust, einmal eine andere Art Fußball auszuprobieren. Sofort fing der damals 26-Jährige Feuer für den Futsal-Sport mit nur fünf Spielern pro Team auf jeder Seite. Nach dem erfolgreichen Länderpokalspiel beschloss der flinke Torhüter bei den „Brothers Keepers“ aus Stuttgart in der Verbandsliga mitzuspielen – der...

Staubig und spaßig

Die erste Dirty-Dust-Rallye von Sonja und Raimond Schopf Jede Idee hat ihr erstes Mal. So auch die DDR-Rallye. DDR steht hier für Dirty-Dust-Rallye: Ein staubiges und durchaus spaßiges Vergnügen, das die beiden Insinger Sonja und Raimond Schopf planen und organisieren. Bereits vier Mal haben sie selbst an diversen Rallyes teilgenommen, darunter auch eine nach Marokko. Das können wir auch, dachten sich die beiden, und haben im letzten Jahr beschlossen, ein eigenes Rallye-Format zu etablieren: die Dirty-Dust-Rallye. Am 11. September startet die Jungfernfahrt, die in sieben Tagen durch sieben Länder führt. Sonja und Raimond Schopf sind begeisterte Low-Budget-Rallye-Fans. „Der Spaß steht bei uns immer im Vordergrund“, erklärt Sonja Schopf, die als IT- und Marketingbeauftragte bei der Central-Garage Korn arbeitet. Ihr Mann ist Industriemechaniker bei der Firma Siniat in Hartershofen. Das „Autoschrauben“ hat er sich autodidaktisch beigebracht. Alte Autos bevorzugt Und davon sollte man schon ein bisschen Ahnung haben, wenn man bei der DDR-Rallye startet. Da es sich um eine Low-Budget-Rallye handelt, sollen vorzugsweise alte Fahrzeuge teilnehmen. Sonja und Raimond Schopf haben ihre Erfahrungen mit drei etwa 30 Jahre alten Autos gemacht: einem Corsa A, einem Kadett E (mit dem sie in Marokko waren) und aktuell fahren sie mit einem Audi 100. „Mit einem neuen Auto ist so eine Rallye nicht zu empfehlen“, sagt Sonja Schopf mit einem Schmunzeln. Denn wer Spaß will, der muss weg von den gut ausgebauten Straßen. Etwa vier Mal hat das Ehepaar die geplante Strecke der Dirty-Dust-Rallye vorab abgefahren. „Die Offroadstrecken kann man nicht bei Google Maps auskundschaften“, so Raimond Schopf. Sandpisten, Schotterpisten, sich hochschraubende Serpentinen und schmale Straßen mit schwindelerregendem Ausblick sind darunter. Die Schopfs haben alte Weltkriegsbunker, Wasserfälle und idyllische Bergflüsse dabei entdeckt. Die Abstecher zu diesen besonderen Orten gehören auf der Tour natürlich dazu. Der Start der Dirty-Dust-Rallye ist...

Das schönste Ehrenamt

Rudolf Ebert war 36 Jahre lang der erste Bürgermeister in Insingen Er kennt sie alle: Rudolf Schwemmbauer, Georg Ehnes, Carl-Dieter Spranger, Hans Maurer, Ingo Friedrich – alles Politiker, die Mittelfranken einst den Aufschwung gebracht haben. Rudolf Ebert ist einer von ihnen, mit einem kleinen Unterschied: Er hat sich ganz bewusst für die Basis entschieden. Er hätte 1974 als Bezirkstags-Kandidat der CSU in der Politik überregional Einfluss gewinnen können, aber er hat sich für die Kommunalpolitik und im Besonderen für Insingen entschieden. „Ich bin froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe“, sagt er heute. Arbeit nach Feierabend Rudolf Ebert war 36 Jahre lang erster Bürgermeister von Insingen, davor vier Jahre Gemeinderat und zwei Jahre zweiter Bürgermeister. Insgesamt 42 Jahre hat er sich ehrenamtlich für die Kommunalpolitik eingesetzt. In manchen Jahren habe er bis zu 40 Wochenstunden, in manchen sogar bis zu 50 Wochenstunden dafür aufgebracht, erzählt er. Nebenher versteht sich, denn Rudolf Ebert ist hauptberuflich Landwirt gewesen. „Ich bin in Leidenberg auf einem Einzelhof aufgewachsen“, sagt Ebert. Im Jahr 1942 geboren, musste er täglich knapp drei Kilometer mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Der Vater ist 1946 in russischer Gefangenschaft gestorben und seine Mutter hat den Hof über die Runden gebracht. Dass Rudolf Ebert auch Landwirt wird, stand einfach fest. „Die ersten 25 Jahre meines Lebens habe ich mit Schule, Berufsausbildung und Fußball verbracht“, erzählt er. Mit 13 Jahren hat er in der Jugendmannschaft in Insingen mit dem Kicken begonnen. „Im Sport lernt man Gemeinschaft und füreinander da zu sein“, weiß er. Der Weg in die Politik Im Jahr 1968 hat Rudolf Ebert die Landwirtschaftliche Meisterprüfung abgelegt. Das war die Zeit des Vietnamkriegs, der Prager Frühling wurde niedergewalzt, die 68er-Studentenbewegung hielt Deutschland auf Trab, die Mehrwehrsteuer wurde eingeführt. „Die jungen Leute gingen damals auf die Straße“, so Ebert. Georg Ehnes (CSU), stellvertretender Landrat in Rothenburg, sprach ihn zu dieser Zeit an, denn die Politik brauchte junge Leute. „Im September 1968 haben wir dann die Junge Union Rothenburg Stadt und Landkreis gegründet“, erinnert sich Ebert. Er war bis 1972 erster Vorsitzender und danach in der Vorstandschaft des Kreisverbands Ansbach aktiv. Als Delegierter hat er die Politik der Jungen Union und der CSU auf Bezirks- und Landesebene hautnah miterlebt. Seit 1969 ist Rudolf Ebert CSU-Mitglied. Von Beginn an hat er an den Diskussionen um die Gemeinde- und Kreisreform teilgenommen. Er ist so in die Politik hineingewachsen. „Mittelfranken war damals das Armenhaus Bayerns“, erzählt er. Die Gemeindegebietsreform, die in den Jahren 1971 bis 1978 durchgeführt wurde, hatte das Ziel, leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise zu schaffen. „Rothenburg als freie Reichsstadt hat das sicherlich schwer getroffen“, weiß er. Als im Jahr 1978 die Wahl zum ersten Bürgermeister in Insingen anstand, musste sich Ebert entscheiden. Auf der einen Seite war da der landwirtschaftliche Betrieb und die Familie mit drei kleinen Kindern, auf der anderen Seite waren seine Visionen und Ideen. „Wenn man seine Vorstellungen umsetzen will, dann muss man ein Amt übernehmen“, stellt er fest. Visionen als Motivation Also hat er in seinem Betrieb, ein anerkannter Lehrbetrieb, ab April 1978 stets einen Lehrling zur Unterstützung eingestellt, bis im Jahr 1986 sein Sohn eingestiegen ist. Außerdem haben ihn seine Frau, die 2008 verstorben ist, und seine Eltern immer unterstützt. Seine Visionen hatten es von Beginn an in sich. „Insingen war damals sehr landwirtschaftlich geprägt und ich wollte eine leistungsfähige Großgemeinde“, erinnert er sich. Im Detail waren das 25 ha Gewerbefläche, 18 ha Wohnfläche, 5 ha Mischgebiet und im Altort eine Dorferneuerung. Um es vorweg zu nehmen: Er hat das alles und mehr umgesetzt. Aber nochmal zurück zu den Anfängen. Ebert sah einen Flächennutzungsplan als eine seiner wichtigsten Aufgaben zu Beginn der Amtszeit an. „Das ist eine bedeutende Weichenstellung für die Zukunft einer Gemeinde“, so der ehemalige Bürgermeister. Will man junge Leute im Dorf halten, braucht man Wohngebiete, Arbeitsplätze, Schulen, Kindergarten – und den nötigen Biss, die Überzeugungsarbeit in den eigenen Reihen und bei Behörden und Ämtern zu leisten. Beschlüsse...