Eigene Interessen vertreten

12. Januar 2026

Eigene Interessen vertreten

Die fünf Beiräte Rothenburgs wählen im Frühjahr ihre neuen Mitglieder

Demokratie muss gelebt werden, und gerade Kommunen geben Menschen die Möglichkeit, diese mitzugestalten. Vor zehn Jahren hat Rothenburg die bürgerschaftliche Partizipation in eigenen Beiräten eingeführt. Fünf Beiräte, der Migrations-, Inklusions-, Familien-, Jugend- und Seniorenbeirat sowie der daraus zusammen gesetzte Gemeinschaftsbeirat, arbeiten in Eigenverantwortung. Aktuell sind 49 Bürger in den Beiräten aktiv.

Im Frühjahr werden nun die neuen Mitglieder bestimmt und voraussichtlich im Mai durch einen Stadtratsbeschluss legitimiert. Bewerben können sich Personen mit Hauptwohnsitz in Rothenburg oder Vertreter von Organisationen, Kirchen, Sportvereinen usw. „So bringt jeder seine persönlichen Kompetenzen mit", sagt Uta Rudolph, Vorsitzende des Gemeinschaftsbeirats.

Auf den folgenden Seiten stellen wir die Arbeit und Projekte der fünf Beiräte vor und weisen auf die jeweils nächste Sitzung hin. Interessierte sind sehr willkommen, können sich dort informieren und Kontakte knüpfen.

„Es müssen sich mehr Menschen engagieren", ist Uta Rudolph wichtig. Seit zehn Jahren ist sie selbst dabei und auch im Familienbeirat aktiv. Viele der Familienbeiratsmitglieder hatten damals kleine Kinder, inzwischen sind diese groß. Jetzt müssten neue, junge Eltern die Geschicke des Familienbeirats in die Hände nehmen, so ihr Credo.

Die einzelnen Beiräte bestehen aus mindestens sieben und maximal 18 Mitgliedern. „Wird die Mindestzahl nicht erreicht, gibt es diesen Beirat nicht mehr", so Rudolph. Gewählt wird für zwei Jahre, also eine überschaubare Zeit für das ehrenamtliche Engagement.

Die Beiräte treffen sich regelmäßig, geben Impulse und regen Projekte an. Zweimal im Jahr kommt außerdem der Gemeinschaftsbeirat zusammen, der sich aus je zwei Mitgliedern der Einzelbeiräte und neun nicht stimmberechtigten Mitgliedern (Oberbürgermeister, Stadträte und Stadtverwaltung) zusammensetzt.

Der Gemeinschaftsbeirat ist mit einem jährlichen Budget von 10 000 Euro ausgestattet. Die Beiräte tragen im Gemeinschaftsbeirat umgesetzte Projekte und geplante Aktivitäten vor. Stellen sie einen Antrag auf finanzielle Unterstützung, dann wird mehrheitlich darüber entschieden.

Konstruktives Miteinander

„Der Austausch mit der Stadt läuft sehr konstruktiv", sagt Uta Rudolph. Jedem Beirat steht ein beratendes Mitglied aus dem Stadtrat zur Seite (das aber nicht stimmberechtigt ist). Die Stadtratsvertreter fungieren als Bindeglied zum politischen Stadtgeschehen.

Oberbürgermeister Dr. Markus Naser ist vom Aktivitätsportfolio der Beiräte begeistert. „Die Beiräte sind von unschätzbarem Wert für unsere Stadt und die Bürger können sich so direkt an der Stadtpolitik beteiligen", stellt er fest. Die Anliegen der Beiräte werden gehört.

„Wir haben Einfluss – überparteilich und überkonfessionell", so die Vorsitzende des Gemeinschaftsbeirats, „das ist gelebte Demokratie." am

Familienbeirat

Der Familienbeirat setzt sich dafür ein, dass Familien in Rothenburg gute Lebensbedingungen vorfinden. Neben der Beratungsfunktion rund um den geplanten Kindergarten im Neubaugebiet Himmelweiher war der Familienbeirat (gemeinsam mit dem Seniorenbeirat)auch bei der Initiierung des Mehrgenerationenparcours aktiv, der nun endlich gebaut wird.

Spielplätze sind Orte der Begegnung, nicht nur für Kinder. Gemeinsam mit einer Bürgerinitiative setzte sich der Familienbeirat für die Aufwertung des Spielplatzes in der Schillerstraße ein und konnte mit Unterstützung des Gemeinschaftsbeirats mehrere Spielgeräte anschaffen.

Seit November 2024 wird das Projekt eines Wimmelbuchs über Rothenburg verfolgt. Für die Finanzierung konnten lokale Sponsoren gefunden werden.

Da es in Rothenburg nur einen Kinderarzt gibt, hat sich auf Initiative des Familienbeirats eine Arbeitsgruppe unter Einbindung ortsansässiger Ärzte und der Wirtschaftsförderung der Stadt gebildet. Ziel ist es, die Ansiedlung eines weiteren Kinderarztes/Kinderärztin und eines Facharztes/Fachärztin für Frauenheilkunde in der Stadt zu fördern. Die Homepage der Stadt wurde angepasst und mit finanzieller Unterstützung des Gemeinschaftsbeirats wurde eine Anzeige geschaltet.

Auch beim Sommerferienprogramm und beim Fest der Vielfalt ist der Familienbeirat mit Aktionen beteiligt.

Da einige langjährige Mitglieder des Familienbeirats im kommenden Jahr ausscheiden, werden mindestens fünf neue Teilnehmer gesucht, damit es auch weiterhin einen Familienbeirat in der Stadt Rothenburg gibt. am

Die nächsten Treffen des Familienbeirats finden am 11. Februar und am 11. März, jeweils 20 Uhr, im Gasthaus „Glocke" statt.

Inklusionsbeirat

Der Inklusionsbeirat setzt sich für eine Gesellschaft ohne Barrieren ein, an der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben können. Das große Herzensprojekt des Beirats ist ein Inklusionscafé. Das steht schon länger auf der Agenda und Diakoneo, Diakonie u.a. wurden als Unterstützer gewonnen. Die Mitglieder haben ähnliche Cafés besucht. Aktuell sucht der Beirat eine geeignete, barrierefreie Örtlichkeit. Der Inklusionsbeirat hat sich bei den Veranstaltungen „Rothenburg ist bunt" (mit einer Lesung) und beim Fest der Vielfalt (mit Spielen und Infos zu „Bewegung trotz Einschränkung") engagiert. Außerdem hat der Beirat zum barrierefreien Spaziergang eingeladen, im Juni 2024 eine Fotoausstellung zum Thema „Menschen mit Behinderung" realisiert und an der Herbstmesse einen Infostand in Kooperation mit dem VDK und der EUTB initiiert. 2024 gab es Inklusionstage an den Schulen. am

Die nächsten Treffen finden am 20. Januar und 17. März, jeweils um 19 Uhr, im Wohnheim Diakoneo, Erlbacher Str. 78, statt.

Migrationsbeirat

In Rothenburg leben Angehörige von 80 Nationen. Der Migrationsbeirat unterstützt die Integration, setzt sich für ein respektvolles Miteinander ein und sensibilisiert die Gesellschaft im Hinblick auf Diskriminierung und Rassismus. Im November hat der Beirat gemeinsam mit Pfarrer Dr. Oliver Gußmann einen Begegnungsausflug in die St.-Jakobs-Kirche und zur Moschee mit anschließendem Gedankenaustausch initiiert. Im März organisiert der Migrationsbeirat die Wochen gegen Rassismus und im September die Interkulturelle Woche und nimmt alle zwei Jahre am Fest der Vielfalt teil. Es fanden u.a. Kundgebungen für Vielfalt und Menschenrechte sowie gegen Rassismus statt. Ausstellungen mit afghanisch-europäischer Textilkunst sowie zum Thema „Zweite Heimat Franken" wurden realisiert und es gab einen Abend mit Kabarettist Fatih Cevikkollu. Der Beirat organisiert Sprachförderung für Erwachsene und Kleinkinder. am

Das nächste Treffen findet am 23. Januar, um 19 Uhr, in der Rödergasse 20 statt.

Seniorenbeirat

Gute Unterhaltung, Bewegung und Informationen sind die Schwerpunkte des Seniorenbeirats mit aktuell zehn Mitgliedern im Alter 60+. Die Aktiven stellen einiges auf die Beine: Wöchentlich treffen sich die Schafkopf-Spieler im Gasthaus „Schranne" und die Tischtennis-Spieler beim TSV in der Sporthalle der Realschule. Im zweiwöchentlichen Turnus finden Freizeit-Kegeln sowie ein gemeinsamer Mittagstisch in verschiedenen Rothenburger Gasthäusern statt. Zum aktiven Leben des Seniorenbeirats gehören auch Ausflüge. 2025 ging es auf Einladung von MdL Schalk in den Münchner Landtag und zu einer Vorstellung des Dinkelsbühler Freilichttheaters mit vorheriger Stadtführung. Viermal im Jahr 2025 lud der Beirat zum Frühstückstreffen. Es gibt Smartphone-Schulungen, Erste-Hilfe-Kurse und Vorträge, z.B. von der Polizei über die Gefahren für Senioren im Straßenverkehr. am

Die nächsten Treffen finden am 14. Januar, um 16. 30 Uhr, im Hallenbad-Restaurant, um am 11. März, um 16 Uhr, in der „Glocke" statt.

Jugendbeirat

Der Jugendbeirat hat 2024 die Jugend-Zukunftswerkstatt initiiert. Daraus sind mehrere Projekte entstanden, die engagiert verfolgt werden. Ein Dirt- bzw. Bikepark war eines der am häufigsten genannten Themen. Eine Projektgruppe wurde gegründet, inzwischen gibt es ein Grundstück und die Finanzierung ist angelaufen. Der Jugendbeirat führte wegen fehlender Bolzplätze Gespräche mit dem Oberbürgermeister und an der Laiblestraße wurde ein neuer Bolzplatz eingerichtet. Ziel ist es weiterhin, Orte zu schaffen, an denen Jugendliche spontan und ohne Vereinsbindung Fußball spielen können. Um den Skateplatz zu verbessern, wurde eine QR-Code-Umfrage direkt vor Ort durchgeführt und mittlerweile ist eine bessere Beleuchtung umgesetzt. Aktuell lädt der Jugendbeirat am 24. Januar, um 19 Uhr, zur Podiumsdiskussion „Round Table – OB-Wahl" ein, um Politik für Jugendliche greifbarer zu machen. am

Das nächste Treffen findet am 30. Januar, um 17 Uhr, im Jugendzentrum Rothenburg statt.

In Rothenburg engagieren sich aktuell 49 Bürger in Beiräten. Einige davon sind auf dem Foto zu sehen. Nun wird das Ehrenamt neu gewählt. Foto: am

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