Der neue Feind
1. Juni 2026
Der neue Feind
Die Asiatische Hornisse bedroht heimische Bienen
Wir alle haben ein gemeinsames Problem: die Asiatische Hornisse. Sie breitet sich seit einigen Jahren zunehmend in Deutschland aus und stellt eine ernsthafte Bedrohung für heimische Insekten, insbesondere für Honigbienen, dar. Ursprünglich stammt sie aus Asien. In Deutschland wurde sie erstmals 2014 nachgewiesen.
„In Mittelfranken ist die Asiatische Hornisse seit zwei Jahren bekannt“, erklärt Marcel Budaker, 1. Vorsitzender des Zeidlervereins Rothenburg. In Flachslanden, Neustadt a.d. Aisch und in Lichtel wurden bereits Nester gesichtet und entfernt. Gemeinsam mit dem Imkerverein Gebsattel will Budaker auf die Problematik aufmerksam machen und die Asiatische Hornisse bekämpfen.
Das Gefährliche an der Asiatischen Hornisse ist vor allem ihr Jagdverhalten: Sie spezialisiert sich auf Honigbienen. „Die Asiatischen Hornissen stehen vor dem Bienenstock und fangen die Tiere im Flug weg“, so Theresa Dietterle, 2. Vorsitzende im Imkerverein Gebsattel.
„Zur Aufzucht der Brut in einem Nest benötigt die Asiatische Hornisse mehrere Kilogramm Insektenbiomasse“, so Marcel Budaker. Ganze Bienenvölker werden geschwächt oder sogar vollständig zerstört. Hinzu kommt, dass sich die Asiatische Hornisse massiv vermehrt (in einem Hauptnest entstehen mehrere Hundert Königinnen) und in unseren Breiten kaum natürliche Feinde hat.
Die Imkervereine Rothenburg und Gebsattel haben sich daher zusammengetan und insgesamt sieben Mitglieder zu Nestentfernern ausgebildet. Diese Ausbildung ist notwendig, da die Entfernung der Nester sowohl Fachwissen als auch spezielle Schutzausrüstung erfordert.
Die Arbeit der Nestentferner ist nicht ungefährlich. Asiatische Hornissen verteidigen ihre Nester aggressiv, insbesondere wenn sie sich bedroht fühlen. Die Nestentferner benötigen besondere Schutzanzüge. Zusätzlich werden spezielle Werkzeuge eingesetzt: Über Lanzen wird Aktivkohle in die Nester eingeblasen. Diese führt zum Absterben der Asiatischen Hornissen. Die toten Tiere und Nester werden im Anschluss verbrannt.
Die Kosten dafür sind hoch. „Die Ausrüstung für die sieben Nestentferner hat etwa 8 500 Euro gekostet“, so Budaker. Für ihn ist klar: „Wir werden die Asiatische Hornisse nicht mehr wegbekommen. Aber wenn wir sie nicht bekämpfen, wird Imkerei nicht mehr möglich sein.“
Auch wenn die Imker zuerst in Kontakt mit der Asiatischen Hornisse kommen, ist es dennoch ein weiterreichendes Problem. Obst- und Weinbauern sind betroffen, die Asiatische Hornisse baut Nester in Hochsitzen von Jägern, in Hecken oder Schuppen. „In Nordrhein-Westfalen wurde ein Nest unter der Rutsche im Schwimmbad entdeckt“, so der Imker. Schon eine leichte Erschütterung reicht aus, und die Asiatische Hornisse schwärmt aus und greift an.
Außerdem kann sie auch im Winter aktiv sein und wurde schon auf dem Weihnachtsmarkt in Heidelberg am Glühweinstand gesichtet. „Das Problem geht uns alle an“, erklärt Theresa Dietterle.
In Unterfranken ist die Situation schon kritisch und mitunter werden mehrere Nester am Tag entfernt. „Wir sind noch vor der Welle“, sagt Budaker und will zur Aufmerksamkeit und Mitarbeit sensibilisieren.
Wer eine Asiatische Hornisse sichtet, soll aber nicht an das Tier herangehen, sondern ein Foto machen und dieses unter www.beewarned.de hochladen. Von dort werden registrierte Nestsucher und -entferner informiert.
Der Kampf gegen die Asiatische Hornisse steht erst am Anfang und die Imkervereine Rothenburg und Gebsattel werben um Unterstützung, sowohl durch Spenden als auch durch persönlichen Einsatz. „Wir suchen noch Nestsucher, die wir dafür schulen“, so Budaker. Interessierte können sich per Mail melden (zvr@gmx.de). am





