Blütezeit
1. September 2026
Blütezeit
Reichsstadttage in Rothenburg
Bürgerfrauen und Gaukler ziehen durch die Gassen, Marketenderinnen stimmen Lieder an, im Burggarten donnern die Kanonen und Ritter lagern vor der Stadtmauer – in Rothenburg ist Reichsstadt-Zeit. Vom 4. bis 6. September verwandelt sich die Altstadt bei den Reichsstadt-Festtagen in eine große historische Bühne. Hunderte von Mitwirkenden lassen die Geschichte Rothenburgs lebendig werden.
Rothenburgs Aufstieg zur Reichsstadt begann im Mittelalter. Bereits im 12. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt. 1274 bestätigt König Rudolf von Habsburg Rothenburg ein umfangreiches Freiheitsprivileg. Damit unterstand die Stadt unmittelbar dem König beziehungsweise Kaiser und nicht einem regionalen Fürsten oder Bischof.
Reichsstädte waren etwas Besonderes im Heiligen Römischen Reich. Sie waren weitgehend selbstständige Gemeinwesen – kleine politische Welten mit eigenem Rat, eigener Verwaltung und eigenen Rechten. Ihre direkte Verbindung zum Kaiser schützte sie vor dem Zugriff benachbarter Adelshäuser. Für Rothenburg bedeutete das einen enormen Spielraum: Die Stadt konnte ihre Geschicke selbst bestimmen, Handel treiben, Land erwerben und ihr eigenes Herrschaftsgebiet ausbauen. Mit der sogenannten Landwehr entstand rund um Rothenburg ein beträchtliches Territorium, das die Stadt wirtschaftlich unabhängig machte. Fast fünf Jahrhunderte lang blieb Rothenburg reichsunmittelbar. Diese Sonderstellung endete erst Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der napoleonischen Neuordnung.
Und genau diese besondere Vergangenheit wird bei den Reichsstadt-Festtagen zum Leben erweckt. Dabei geht es nicht nur um eine einzige Epoche. Rothenburg blättert gewissermaßen selbst durch sein Geschichtsbuch.
Besonders stimmungsvoll wird es am Freitagabend. Die historischen Gruppen ziehen bei Fackelschein von der Doppelbrücke im Taubertal durch die nächtliche Altstadt bis zum Marktplatz und werden dort einzeln vorgestellt. Danach gibt es eine stimmungsvolle Feuer- und Lichtshow.
Das detaillierte Programm der Reichsstadttage finden Sie ab Seite 30. am



