Spektakel im Ring
1. Oktober 2026
Spektakel im Ring
Wrestling ist zurück: gewagte Stunts und jede Menge Show in Feuchtwangen
Fäuste fliegen, Menschen werden durch die Luft geschleudert, im Ring geht es ordentlich zur Sache: Wrestling hat in den 1990er-Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Namen wie Hulk Hogan oder Bret Hart sind vielen bis heute ein Begriff. „Ich war damals ein großer Fan“, erzählt Rico Riedel. Heute sorgt er dafür, dass der spektakuläre Show-Sport wieder nach Mittelfranken kommt. Am 31. Oktober steigt in der Stadthalle Kasten in Feuchtwangen eine große Wrestling-Live-Show.
Nach dem Boom der 90er-Jahre verschwand Wrestling in Deutschland weitgehend von der Bildfläche. Um 2015 gab es erste Initiativen, den Sport wieder populärer zu machen.
Neugründung der Liga
Dann kam Corona. 2022 gründete Christian Affronti schließlich die Wrestling-Liga IWI – Independent Wrestling Innovation. Der eingetragene Verein veranstaltet regelmäßig Live-Shows im gesamten deutschsprachigen Raum.
Bekannt ist IWI unter anderem durch Auftritte bei Veranstaltungen wie der Comic Con. „Wir haben mit vier Shows im Jahr begonnen und veranstalten mittlerweile rund 16 Events in ganz Deutschland – und im kommenden Jahr auch in Österreich“, erzählt Riedel. Er ist Medienverantwortlicher bei der Wrestling-Liga und Betreiber des WrestlingKanal.com. Hauptberuflich arbeitet er als Koch. Bis vor zwei Jahren lebte er in Rothenburg, mittlerweile ist Feuchtwangen sein Zuhause. Bereits zweimal hat er gut besuchte Wrestling-Shows nach Dinkelsbühl geholt.
Wrestling wird häufig mit roher Gewalt gleichgesetzt. Tatsächlich ist der Sport nicht ungefährlich, Verletzungen gehören zum Risiko. Blaue Flecken sind dabei oft noch das kleinere Übel. Doch Wrestling ist weit mehr als ein reiner Kampfsport: Es verbindet Athletik und spektakuläre Stunts mit Entertainment, Schauspiel und einer gehörigen Portion Show.
Eine Veranstaltung dauert rund drei Stunden, bis zu 25 Wrestler sind daran beteiligt. Viele von ihnen sind Vereinsmitglieder, die Gemeinschaft ist entsprechend wichtig. „Wir halten schwer zusammen“, sagt Riedel. Die Wrestler werden zwar für die Shows gebucht, bekommen aber meist nur eine kleine Gage und Spritgeld. „Vom Wrestling kann niemand leben.“ Für die meisten ist es ein aufwändiges Hobby. Auch beim Aufbau des Rings packen alle gemeinsam mit an. Im Alltag arbeiten die Wrestler beispielsweise als Krankenpfleger oder Polizisten.
Wer in den Ring steigt, braucht eine solide sportliche Ausbildung. Denn hinter den spektakulären Aktionen steckt jahrelanges Training. Gleichzeitig schlüpfen die Wrestler in unterschiedliche Rollen: Es gibt Helden und Bösewichte, Rivalitäten werden aufgebaut und Kämpfe dramaturgisch inszeniert. Auch Frauen gehören längst zum Wrestling. „Wir haben in der Liga etwa 20 Prozent weibliche Wrestler“, erzählt Riedel.
Einige Stunden vor der Show, wenn feststeht, wer gegen wen antritt, gehen die Beteiligten ihre Auftritte noch einmal gemeinsam durch. Bestimmte Elemente sind abgesprochen, anderes entsteht spontan. Mal stehen sich zwei Wrestler gegenüber, mal geht es bei sogenannten Rumbles mit mehreren Akteuren im Ring deutlich turbulenter zu.
Show in Feuchtwangen
„Unsere Shows werden alle moderiert“, erklärt Riedel. Die Wrestler werden einzeln angekündigt, bevor es in den Ring geht. Kommentator Tobias Köhnlein – Krimispielentwickler und Buchautor – führt durch das Geschehen und sorgt dafür, dass auch Zuschauer, die mit Wrestling bislang wenig Berührung hatten, den Überblick behalten. Zwischen 200 und 400 Besucher kommen inzwischen zu den IWI-Veranstaltungen.
In Feuchtwangen steht am 31. Oktober alles unter dem Motto Halloween. Bei sechs bis acht einzelnen Shows treten entsprechend schaurige Charaktere auf. Unter www.iwiwrestling.de können Tickets gebucht werden. am




