Rollende Legenden
1. Juni 2026
Rollende Legenden
Rallye in Rothenburg
Zweimal gewann das Schmuckstück die älteste Motorsportveranstaltung der Welt – das Veteranen-Rennen von London nach Brighton: Jetzt gibt sich das Oldsmobile Curved Dash in Rothenburg die Ehre. 1902 gebaut ist es das älteste Fahrzeug, das bei der 69. Internationalen Deutschen Schnauferl-Rallye 2026 vom 4. bis 7. Juni an den Start geht.
Gastgeber dieser traditionsreichen und herausragenden Veranstaltung ist die Gründungslandesgruppe Nordbayern des Allgemeinen Schnauferl-Clubs Deutschland e.V. (ASC-D). Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande und Finnland freuen sich, mit ihren historischen Fahrzeugen eine der schönsten Destinationen in Europa erkunden zu dürfen. „In nur acht Wochen waren die verfügbaren 100 Start-Plätze vergeben“, beschreibt der Präsident der Landesgruppe und Vize-Präsident des ASC-D, Jürgen Klatte, die Begeisterung, die Rothenburg als Austragungsort im Kreis der internationalen Liebhaber lebendiger Automobilgeschichte weckt.
Im Jahr 1900 in Nürnberg von einer Gruppe engagierter, der Zukunft und der Moderne verschriebenen Individualisten gegründet, zählt der ASC-D heute bundesweit 1 600 Mitglieder verteilt auf 16 Landesgruppen. 115 Schnauferl-Damen und Schnauferl-Brüder treffen sich in der Gründungslandesgruppe Nordbayern regelmäßig zu den Clubveranstaltungen, um dort in der Regel vor allem über eines zu diskutieren: alte Autos.
Doch in den vergangenen vier Jahren stand zusätzlich die Ausrichtung der renommierten international ausgeschriebenen Schnauferl-Rallye 2026 im Mittelpunkt. „Diese Leuchtturmveranstaltung des ASC-D zeigt Technik von gestern in Aktion“, bringt Jürgen Klatte auf den Punkt. „Wir wollen hier in Rothenburg ein rollendes Museum öffentlich machen und zeigen, dass selbst echte Veteranen auf drei oder vier Rädern gut gepflegt noch immer fahrtüchtig sind.“
Das beweisen die Teams an zwei Tagen auf abwechslungsreichen Strecken in wunderbarer Landschaft mit altersgemäßen Wertungsaufgaben. Start ist jeweils am 5. und 6. Juni zwischen 9 und 11 Uhr am Rothenburger Marktplatz. Die Oldtimer und ihre Besitzer freuen sich dort über viele Besucher, die sich diese rollende Zeitreise nicht entgehen lassen. „Wir sind ansprechbar und beantworten gern alle Fragen“, betont Benjamin W. Babel, Pressesprecher der Landesgruppe und Präsidiumsmitglied. Nichts sei schöner, als ein Leuchten in die Augen der Menschen zu zaubern, die solch museale Gefährte noch nie live auf der Straße gesehen hätten. Autos ohne rechten Außenspiegel, mit denen der Besitzer dennoch perfekt einparken oder sich dabei auf die Hilfe des Beifahrers /der Beifahrerin verlassen kann.
Nostalgie pur
Polierte Messingautos der FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens)-Klasse A/B bis einschließlich Baujahr 1918, denen jeweils eine eigene kürzere Route mit geringeren Steigungen ein entspanntes Fahren garantiert. Rolls-Royce Silver Ghost und Phantom 1, Mercedes-Benz Cabrios aus den 1950ern, Borgward Isabella Coupe, Morris Cowley Bullnose, Auto Union Wanderer, BMW-328 und, und, und. „Nostalgie pur, für die dennoch Sicherheit oberstes Gebot ist und die Straßenverkehrsordnung von heute gilt“, erklärt Wolfgang Reichert, Technischer Referent im Präsidium der Landesgruppe und zuständig für die Streckenverläufe der Rallye. Ein großes Anliegen ist Jürgen Klatte und seinem Team das Thema Klimaneutralität. Um die Oldtimer weiterzufahren, ohne die Umwelt über Gebühr zu belasten, konnten sie die schwedische Firma Aspen als Sponsor gewinnen.
Das Unternehmen reist mit Tankwagen nach Rothenburg, um die Oldtimer mit E-Fuels zu befüllen. Zudem packen alle Teilnehmer ihre betagten Fahrzeuge nur aus, um die Rallye zu bestreiten. Ansonsten stehen sie von einem Sicherungsdienst bewacht im Parkhaus eines Rothenburger Unternehmens, das dieses eigens für die Veranstaltung zur Verfügung stellt.
Die Firmenleitung unterstützt diese einzigartige Veranstaltung ebenso wie die Gastronomen der „Weinstube zur Höll“, die das erste gesetzte Gala-Dinner im Kaisersaal des Rathauses am Samstagabend bewirten und die der „Ratsstube“, die den Fränkischen Abend am Freitag ausrichten. „Doch ohne den massiven Rückhalt für diese Veranstaltung durch den Ex-Oberbürgermeister Dr. Markus Naser, wäre die Durchführung nicht möglich gewesen“, beschreibt Jürgen Klatte die intensive Vorbereitungszeit. Er und seine Mitarbeiter hätten stets ein offenes Ohr gehabt und intensiv bei der Planung geholfen, die auf Grund der aktuellen Baustellen in Rothenburg einige Umwege nehmen musste. „Ohne dieses Engagement hätten wir Technik von gestern Menschen heute nicht nahebringen können“.
Von Donnerstag bis Sonntag sind zudem 30 ehrenamtliche Helfer am Start, die einen reibungslosen Ablauf an den Wertungspunkten, bei der Abfahrt, der Fahrzeug-Präsentation, der technischen Betreuung und dem Shuttle-Service zwischen Team-Hotel „Rappen“ und Parkhaus garantieren. Diese Gemeinschaft spiegelt den Spirit dieser Gründungslandesgruppe und des Allgemeinen Schnauferl-Clubs Deutschland e.V. und entfacht generationsübergreifend Freude an der Leidenschaft für „alte Autos“. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen und können sich melden unter www.oldtimer-asc.de
br




