Feine Töne
11. März 2026
Feine Töne
Neues Buch von Fritz Klingler
Das mit dem Allerlei liegt ihm. „Ich surfe gern in den verschiedenen Themen, in den großen und kleinen Momenten des Zustands“, erklärt Fritz Klingler, der in Insingen lebt. Am 18. April stellt er im Theater am Burgtor sein neues Buch „Im Allerlei“ vor, begleitet von Carolin Leyh am Klavier.
Klingler ist ein Lyriker, der sowohl Passion als auch Humor kennt. Das macht ihn zugänglich und nimmt den Menschen gleichzeitig die Scheu vor der Königsdisziplin Lyrik. Seine Lesungen sind bestens besucht, die Menschen genießen die wohl gewählten Worte. So mancher Romancier würde sich das wünschen.
„Im Allerlei“ ist das zwölfte Buch von Fritz Klingler. „Etwa alle zwei Jahre ist es wieder so weit“, sagt der Lyriker, dem traditionell mit einem abschließenden Gedicht in ROTOUR (auf Seite 98) das letzte Wort gehört. Gedichte gehören zu seinem Alltag wie die Luft zum Atmen, und so füllen sich die Buchseiten rege. Gut 35 Gedichte, längere und kürzere, sowie zwölf Sonette hat er für das „Allerlei“ ausgewählt.
Vor einigen Jahren hat sich Klingler das Ziel gesetzt, 50 Liebessonette in der Form des Shakespeare-Sonetts (drei Quartette und ein abschließendes Verspaar in einer festen Reimform) zu verfassen. Diesen Anspruch verfolgt er rigide und entlockt der Liebe immer neue Spielarten, wie beispielsweise mit dem Sonett 45: „Ich wach schon auf mit Bitternis im Magen,/ kann nirgendwo noch etwas Gutes finden,/ bin durchgeknallt, mir platzt zu leicht der Kragen/ und weiß nicht mehr was vorne ist und hinten./ Dann wieder ist es Freude die da flattert./ Ein jedes Wort ist liebliches Geraune./ Bin innerlich so angenehm verdattert/ und in mir spielt die himmlische Posaune./ Gefühle steigen hoch und fallen runter./ Im Auf und Ab vergehen all die Tage./ Mal ist es farblos und dann wieder bunter./ Ein Hochgesang und gleich danach die Klage./ Leuchtet die Liebe hier ihr irres Licht?/ Ich such danach und weiß es selber nicht.“
Aber auch den Jahreszeiten widmet er sich mit einem umfassenden Konzept: Obwohl jede Jahreszeit ein eigenes Gedicht hat, bilden die vier Jahreszeiten im Lesefluss eine Einheit. „Ein Quartett im gleichen Format“, so das Credo des Dichters.
Fritz Klingler nimmt die feinen Töne seiner Umwelt bewusst wahr. „Betrachten ist mir das Allerschönste“, sagt er. Das Leben birgt für ihn seine Inspirationen. Da gibt es den „Kaffeeklatsch“, der den Rhythmus des plappernden Wortwechsels einfängt, sowie die kleinen Zwei- oder Vierzeiler, die pointiert die Essenz des Daseins repräsentiern. Sein Ansporn bei allen seinen Werken ist groß.
Der Lyrikabend mit Fritz Klingler verspricht Vielfalt und Tiefgang, aber auch schmunzelnden Humor. Mit an seiner Seite ist traditionell Carolin Leyh am Klavier. Gedichte und Musik sind eng aufeinander abgestimmt und bilden eine Einheit. Das Gedicht „Als das Abendland einschlief“ verbinden Klingler und Leyh daher mit dem Wiegenlied von Brahms. „Die Musik bereitet dabei den Weg für die Gedichte, mal leicht, mal lieblich, mal bewegt“, das ist Fritz Klingler wichtig.
Fritz Klingler liest am 18. April, um 20 Uhr, im Theater am Burgtor in Rothenburg aus seinem neuen Buch „Im Allerlei“. Eintritt frei, Spenden willkommen. Das Buch kann dort für 12 Euro gekauft werden.



