Eine Bar auf Tour

1. Oktober 2026

Eine Bar auf Tour

Mittelpunkt von Events

Manchmal braucht es Mut, um sein persönliches Glück zu finden: Christian Weber aus Blaufelden-Emmertsbühl gab einen sicheren Arbeitsplatz auf, um seiner Berufung zu folgen. Er baut mobile Bars und ist damit erfolgreich.

Eigentlich lief alles nach Plan: Nach seiner Ausbildung zum Elektroniker wurde er als Projektleiter und Monteur in die Technikzentralen großer Firmen entsandt. Das machte ihm Spaß. Aber noch mehr erfüllte es ihn, in seiner Freizeit eigene Ideen zu entwickeln und in die Tat umzusetzen. Das lief so gut, dass er kaum noch zur Ruhe kam. „Ich musste mich entscheiden“, erzählt der heute 30-Jährige.

Er wagte den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete die Marke CW Creations. „Riskant ist es, nichts zu riskieren“, sagt er. Herzstück seines Angebots ist die „Fahrbar“, eine vollausgestattete Bar auf Rädern im Almhütten-Stil. Mit dem Auto transportiert er sie zu den unterschiedlichsten Veranstaltungen.

Durch eine spezielle Würfelkonstruktion lässt sich die Fahrbar auf neun Meter Länge ausfahren. Etwa 28 Menschen finden darin Platz. Innen duftet es angenehm nach Holz. Der Emmertsbühler schließt den Strom an. Warmes Licht fällt auf die Szenerie, als würde in wenigen Sekunden die Party beginnen.

Auf den ersten Blick fallen die Theke, der große Kühlschrank und die einladende Sitzgruppe auf (siehe Fotos auf Seite 54). Ein Muster aus Holzscheiben an der Wand unterstreicht die heimelige Atmosphäre. Christian Webers Vater hat es zusammengepuzzelt. Der Diplom-Ingenieur im Ruhestand unterstützt seinen Sohn tatkräftig bei allen Projekten.

Pfiffige Details

Wer sich länger in der Fahrbar aufhält, entdeckt unzählige Details: Lautsprecherboxen in den Ecken, ein integrierter Flaschenöffner und eine Ausschankklappe nach draußen sind nur wenige Beispiele. Die mobile Bar ist ein Meisterwerk der Funktionalität: gemütlich, technisch durchdacht und praxiserprobt. Tagsüber sorgt ein Panoramadach für zusätzliches Licht, im Winter wärmt eine Deckenheizung.

„Das ist meine erste Bar, mein Prototyp“, erklärt Weber stolz. Sie kommt auf Hochzeiten, bei Sektempfängen, Geburtstagen, Weihnachtsmärkten und Firmenevents zum Einsatz. Nähere Infos gibt’s über Instagram unter fahr_b_a_r und auf der Website www.cw-creations.com.

Wie ist die Fahrbar entstanden? Alles begann mit dem traditionellen Wiesenbacher Taubenmarkt. Für das Fest baute er mit Freunden eine Hütte auf. Zu fünft brauchten sie dafür zwei oder drei Stunden. „Das war ein extremer Aufwand für ein einziges Wochenende“, erinnert sich Christian Weber. Da reifte in ihm der Plan, eine Bar zu konstruieren, die in kurzer Zeit startklar ist und alles Erforderliche mitbringt.

Etwas Unerwartetes passierte: Er verletzte sich beim Fußball und musste eine Knieoperation über sich ergehen lassen. Ans Bett gefesselt, schnappte er sich ein Blatt Papier und begann zu zeichnen. Das Ergebnis gefiel ihm – sein Ehrgeiz war geweckt. Nach der Genesung machte er sich an die Umsetzung.

Seit nun drei Jahren vermietet Christian Weber die Fahrbar, je nach Kundenwunsch mit zusätzlichem Equipment wie Gläsern, WC-Wagen und Schnapsomat. Als Eventdienstleister bietet er Catering und Getränke mit an. Seine Mission ist es, dass die Leute einen schönen Abend verbringen, mit guten Gesprächen, kühlen Getränken und leckerem Essen.

In Webers Werkstatt wird mit Holz und Metall getüftelt, ausprobiert, verworfen und verbessert. Nicht nur die Fahrbar ist dort entstanden. Bemerkenswert sind auch seine ausgeklügelten Stehtische. „Stehbars“, nennt er sie. Manche sind ausklappbar, andere mit Schirm oder wärmendem Ofen ausgestattet. Er entwickelte sie bis zur Serienreife, hergestellt werden sie in der Firma eines Freundes. Nach der Fahrbar baute Christian Weber die Almore-Bar. Der Name ist ein Mix aus Alm und Amore, dem italienischen Wort für Liebe. Die Almore-Bar ist noch hochwertiger als die Fahrbar. Sie wird nicht mit dem Auto, sondern mit Abrollcontainer und Hakenlift transportiert und ist dafür gedacht, länger an einem Ort stehen zu bleiben. Bis die erste Almore-Bar fertig war, dauerte es etwa 700 Stunden. Inzwischen baut der Tüftler sie in zirka 450 Stunden. Auf der Muswiese, dem größten Jahrmarkt Hohenlohes, sind sowohl die Fahrbar als auch die Almore-Bar durch seine Kunden vertreten.

Christian Weber ist ein Mensch, dem Gemeinschaft am Herzen liegt. Er ist Mitglied des Ortschaftsrats Wiesenbach und sitzt im Ausschuss des Sportvereins. Der Schlagerfan besucht gerne Veranstaltungen, knüpft und pflegt Kontakte. Einmal jährlich veranstaltet er selbst ein Event: Unter einem großen Apfelbaum versammeln sich bis zu 250 Gäste und feiern die Fahrbar.

Wo sieht er sein Unternehmen in fünf Jahren? „Ich will weitere Bars bauen und meine Luftschlösser in die Realität umsetzen“, lacht er. Sein Traum sind Modulhäuser, mit denen man umziehen kann, wenn sich die Lebenssituation ändert. Nichts von der Stange, sondern Unikate. Die Nachfrage sei groß. Wenn alles gut geht, will er damit in zwei Jahren starten.

Bevor Christian Weber abends das Werkstattlicht löscht, hält er einen Moment inne. Er betrachtet, was er geschafft hat und wie seine Visionen nach und nach Realität werden. „Dann gehe ich zufrieden in den Feierabend und freue mich auf den nächsten Tag.“ sab

Christian Weber setzt Ideen in die Tat um. Ob hochwertig ausgestattete Bars oder ausgeklügelte Stehtische: Seine selbst entwickelten Produkte finden großen Anklang. Foto: Privat
Ein Hingucker mit vielen Funktionen: Die Fahrbar kommt bei geselligen Ereignissen zum Einsatz. Foto: Privat

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