Systemsteuerungstechnik 4.O Jan10


Systemsteuerungstechnik 4.O

Firma KaSperr GmbH – vom „SmartHome“ bis zur Industrieautomation

Daniel Sperr und Adrian Kreher (li.) sind mit ihrer Kompetenz in der ganzen Welt gefragt. Foto: Privat

Daniel Sperr und Adrian Kreher (li.) sind mit ihrer Kompetenz in der ganzen Welt gefragt. Foto: Privat

Es ist schon eine gute Sache, wenn die Heizung in kalten Wintern automatisch gesteuert wird oder die Rollos an heißen Sommertagen zur rechten Zeit heruntergelassen werden. Das geht über zentrale Steuerungsanlagen.

Ob automatisierte Haustechnik, auch „SmartHome“-Technik oder Steuersysteme für Industrieanlagen, die Firma KaSperr GmbH in Neusitz ist diesbezüglich ein Senkrechtstarter.

Sie haben schon als Klassenkameraden in der Berufsschule von einer gemeinsamen Firma geträumt. Die Ausbildung zum „Elektrotechniker für Betriebstechnik“ machten Daniel Sperr aus Neusitz und Adrian Kreher aus Frankenhardt in unterschiedlichen Betrieben.

Die befreundeten jungen Männer hatten ihren Fokus auf eine gemeinsame berufliche Selbstständigkeit nie aus den Augen verloren. Um fachlich möglichst breit aufgestellt zu sein, wählte Daniel Sperr die Meisterlaufbahn im Bereich Elektrotechnik und sein künftiger Firmenkompagnon ließ sich zum Elektrotechniker fortbilden. „Auf diese Weise sind wir für Aufträge im Elektriker-Handwerk, im privaten Bereich und für die Industrietechnik gut gerüstet“, so Sperr.

Das ist jetzt schon einige Jahre her. Am 1. April 2016 wagten die beiden den Sprung ins kalte Wasser. Der neugebaute Firmensitz in Neusitz wurde im letzten Jahr fertiggestellt. In den Bereichen „SmartHome“-Technik oder Steuersysteme für industrielle Reinigungsanlagen fassten sie schnell Fuß und sind heute fachkompetente Partner für Privatkunden im Bereich Haustechnik und für Unternehmen auf der ganzen Welt.

In mehr als 70 Ländern (darunter Simbabwe, Vietnam, Australien und europäische Staaten) ist die Firma KaSperr GmbH unterwegs. „Wir stellen unter anderem Steuersysteme und Schaltkästen für Hygieneschleusen und Waschanlagen für wiederverwendbare Euro-Boxen im Lebensmittelbereich her“, so Sperr. Darunter sind aber auch Reinigungssysteme wie für den 600 Liter Container eines bekannten deutschen Herstellers für Backmischungen.

Die automatische Steuerung aller haustechnischen Bereiche wie Fenster-Rollladen, energieeffiziente Heizungs-, Lüftungs- und Lichtanlagen gehören ebenfalls zum Angebotsportfolio der Firma. Um die Energieeffizienz eines Wohnhauses zu verbessern, ist auch eine nachträgliche Installation von System-gesteuerter Haustechnik möglich.

Guter Service

Die Inbetriebnahme und der Wartungsservice der Steuerungssysteme ist auch Aufgabe der Jungunternehmer. Bei der Inbetriebnahme lassen sich über sogenannte „Touch Panel“ Grundeinstellungen wie das Licht- und Energiemanagement im Haus oder Waschzyklen, die Wassertemperatur und Wassermenge von industriellen Reinigungsanlagen festlegen und steuern. Im Falle einer Störung hat sich die KaSperr GmbH auf sehr kundenfreundliche Lösungen eingestellt.

Aufgrund der großen Entfernung der Unternehmen, teilweise bis auf die andere Seite der Weltkugel, stellen die beiden Elektrotechniker sicher, dass der Kunde möglichst autark agieren kann, was die Behebung von technischen Störungen, die Wartung oder Funktionsänderungen über das „Touch Panel“ angeht. Gerade in der Lebensmittelindustrie sollte eine Reparatur schnell vonstattengehen. „Deshalb muss die Systemsteuerung einfach aufgebaut und Ersatzteile schnell zu beschaffen sein“, sagt Kreher. Dafür arbeiten sie mit einem der weltgrößten deutschen Zulieferer zusammen, um das gewährleisten zu können.

Zum Glück gibt es heutzutage auch die Möglichkeit, Fernwartungen online durchzuführen. Ein Elektriker des Kunden vor Ort erhält im Falle einer Störungsmeldung über Onlinekontakt Anweisungen zur Instandsetzung.

Die Systemsteuerung der Waschanlage für Euroboxen wird in Simbabwe installiert und schafft es, 2 500 Kisten pro Stunde zu reinigen. Foto: Privat

Die Systemsteuerung der Waschanlage für Euroboxen wird in Simbabwe installiert und schafft es, 2 500 Kisten pro Stunde zu reinigen. Foto: Privat

„Manche Systeme beim Kunden lassen sich auch über eine computergesteuerte Netzwerktechnik (auch ‚Human-Interface-Schnittstelle‘ genannt) von unserem Computer aus steuern und gegebenenfalls Störungsdiagnosen erstellen und beheben“, erklären die beiden Fachleute.

Für die in Iphofen ansässige „Knauf Gips KG“ übernimmt die Firma KaSperr die elektrische Hardware-Planung aller Standorte weltweit und tritt bei Problemen vor Ort in Aktion. „Wir suchen nach ständiger Optimierung der Produktionsabläufe durch Anpassung der Steuerungsmechanismen und Systemerweiterungen“, so die Unternehmer. Über die gute Zusammenarbeit mit der fränkischen Firma bekommt die Firma Empfehlungen zu neuen Kunden, wie zu Lebensmittelproduzenten mit Mehrwegverpackungen. Gerade in diesem Bereich ist der Einsatz von effektiver Systemsteuerung für Waschanlagen gefragt – eine gute Marktnische also, in die sich die Firma KaSperr GmbH eingearbeitet hat. Der immer größer werdende Trend zu Mehrwegbehältnissen bedingt eine immer größer werdende Nachfrage nach Reinigungsanlagen.

Die permanente Weiterentwicklung in der Elektrotechnik, insbesondere im IT-Bereich, stellt die Kompetenzen der Freunde immer wieder vor neue Herausforderungen. Doch sie bleiben „up to date“, wie man im Englischen zu sagen pflegt.

Sowohl in der Haustechnik als auch in der Industrietechnologie kennen sich Daniel Sperr und Adrian Kreher gleichermaßen aus. Sie stehen immer im ständigen Austausch und entscheiden gemeinsam die weitere Vorgehensweise für den aktuellen Auftrag. Mittlerweile ist die Auftragszahl so weit gestiegen, dass sie neben drei Vollzeitkräften noch drei weitere Teilzeit-Mitarbeiter einstellen mussten.

Den weltweiten Lieferengpässen, die auch durch die Corona-Pandemie verursacht wurden, sehen Daniel Sperr und Adrian Kreher eher gelassen entgegen. „Wir sind froh, dass wir in ein gut gefülltes Lager investiert haben“, erzählen sie erleichtert. ul