So schmeckt Heimat
12. Januar 2026
So schmeckt Heimat
„Die Bäckerei in Bauernhand" – Regionalität und Tradition aus Hohenlohe
Tür auf, und schon ist man mitten drin. Brot, Brötchen, Gebäck, Kuchen und leckere Snacks liegen schon morgens um 7 Uhr bereit. „Die Bäckerei in Bauernhand" in der Rödergasse hat im Juli vergangenen Jahres ihre Türe geöffnet.
„Besonders beliebt sind die Crusti und das Kornbrötchen", erklären die drei Mitarbeiterinnen. „Brezen, Baguette, Laugenecken und einiges mehr backen wir im Laden stets frisch", fügt Verkaufsleiterin Yvonne Kawula-Adryan an. An einem der beiden Kaffeetische kann man gleich davon probieren. Außerdem gibt es in den Sommermonaten auch eine Außenbestuhlung am Brunnen gegenüber.
„Wir freuen uns, dass wir von den Rothenburgern und den Gästen der Stadt mit offenen Armen aufgenommen worden sind", sagt Gerd Kastler, der seit 2025 Geschäftsführer der LBV ist. „Die Bäckerei in Bauernhand" ist eine Sparte der Agrargenossenschaft Landwirtschaftliche Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft (LBV) mit Sitz in Schrozberg.
Im Jahr 1913 schlossen sich Hohenloher Landwirte zur gemeinsamen Vermarktung der Ernte zusammen und gründeten die LBV. Zur Ernte kam schnell der Handel mit Bedarfsartikeln für die Landwirtschaft und 1923 wurde die Bäckerei gegründet.
„LBV steht für Nahversorgung", so Gerd Kastler. Die Bäckereisparte wuchs, 2016 wurde ein neues Produktionsgebäude errichtet und 2021 der Name „Die Bäckerei aus Bauernhand" eingeführt. Die LBV hat inklusive der fünf zugehörigen Edekamärkte weit über 600 Mitarbeiter. Rund 350 davon sind allein in der Bäckerei beschäftigt.
Das Sortiment ist von qualitativ hochwertiger Vielfalt. Wo es passt, werden regionale Produkte eingesetzt. Der Ansatz der Bäckerei ist es, den benötigten Weizen, Dinkel und Roggen so weit wie möglich von den Landwirten der Region und aus deren Vermahlung zu beziehen. Die Versorger sind allesamt langfristige Lieferanten und Beziehungen sind gewachsen.
Großes Netz an Filialen
Die unterschiedlichen Produktionsbereiche der Bäckerei wie Konditorei, Feinbäckerei und die Sparte Brote werden von Bäckermeistern geleitet. „Alle 14 Tage gibt es eine Sortimentsbesprechung", erzählt der Geschäftsführer.
Saisonale Produkte wie vor Weihnachten der Langenburger Schlossstollen, im Sommer leckere Grillbaguettes oder besondere Aktionen zur Osterzeit werden hier beschlossen. Unter den über 20 Brotsorten, die „Die Bäckerei in Bauernhand" im Wechsel anbietet, gehört auch das Feuerwehrbrot 112. Die Verbundenheit mit der Region wird hier mit jedem Bissen gelebt, denn eine gewisse Summe aus dem Verkauf des Feuerwehrbrots wird an Feuerwehren aus der Region gespendet.
Das Netz der „Bäckerei in Bauerhand" spannt sich mittlerweile weit über Franken-Hohenlohe. Im Umkreis von etwa 40 Kilometern um Schrozberg gibt es 28 Filialen, die jeweils zweimal am Tag beliefert werden. Bereits mit der ersten Tour werden die belegten Snacks an die Filialen geliefert, sodass man schon auf dem Weg zur Arbeit sein kleines Mittagessen besorgen kann.
Neben hochwertiger Qualität und Regionalität setzt die LBV auch auf Frische. Brezen und Brötchen backen die Filialen vor Ort je nach Bedarf, damit sie immer frisch sind. Das gesamte Sortiment wird in der Backstube in Schrozberg in traditioneller Handarbeit hergestellt. Auch die Croissants werden liebevoll von Hand gerollt und geformt.
Unter den 28 Standorten der „Bäckerei in Bauernhand" sind auch drei Filialen mit großen Cafés (etwa 100 Sitzplätze) in Bad Mergentheim, Weikersheim und Öhringen, die sieben Tage die Woche geöffnet haben.
Nahversorgung heißt für die LBV auch, strukturschwache Ortschaften zu versorgen. Daher hat die Bäckerei fünf Backmobile, die mit verschiedenen Touren kleinere Ortschaften in Hohenlohe anfahren. Der aktuelle Tourenplan ist in der eigenen Hohenloher Bäckerei-App abrufbar, die man über die Webseite www.hohenloherbauerngenossenschaft.de herunterladen kann. Die App hat aber noch mehr zu bieten. „Wir wollen nah am Kunden sein", sagt Gerd Kastler „und die App wird von unserer Marketingabteilung gepflegt." Informationen zu Veranstaltungen und Neuheiten gehören ebenso dazu wie Treuepunkte, Prämien und der wöchentliche Gratiskaffee. „Wir haben mittlerweile über 11 500 Nutzer", so Kastler.
Zukunft der Landwirtschaft
Wichtig ist dem Geschäftsführer der Fokus auf die regionale Wertschöpfung, sowohl auf der Seite der Kunden wie auch der Erzeuger. „Die Kaufkraft wird hier generiert", so sein Credo.
Dafür engagiert sich die LBV auch stets in neuen Projekten, die den Produktionsstandort Hohenlohe auch in Zukunft sichern sollen. Die Genossenschaftsmitglieder bauen Sonderkulturen wie Blaumohn und Lein an. Seit einigen Jahren ist die Kichererbse erfolgreich auf Hohenloher Böden eingezogen.
Aktuell gibt es in Zusammenarbeit mit einer Universität Projekte zum Anbau von Belugalinsen und Kidneybohnen. Unter dem Namen „Regiopakt" sollen die Wertschöpfungsketten der Zukunft auch vermehrt Proteine regional erzeugen. am




