Krisen als Chance wahrnehmen Mrz09


Krisen als Chance wahrnehmen

Stefanie Theuerl hilft Menschen wieder ins Leben zurück

In vertrauensvoller Atmosphäre wendet sich Stefanie Theuerl intensiv ihren Klienten zu. Über 30 Jahre konnte sie unzähligen Menschen aus Krisensituationen heraus helfen. Foto: ul

In vertrauensvoller Atmosphäre wendet sich Stefanie Theuerl intensiv ihren Klienten zu. Über 30 Jahre konnte sie unzähligen Menschen aus Krisensituationen heraus helfen. Foto: ul

Als wäre das Leben nicht schon stressig genug. Jedem und allem gerecht zu werden und sich selbst dabei nicht aus den Augen zu verlieren, das ist ein Balanceakt, der jeden Menschen herausfordert.

Oft stehen dem aber auch noch anerzogene Glaubenssätze wie: „Du kannst das nicht oder Du bist es nicht wert“ entgegen – Worte, die häufig in der Kindheit geprägt wurden. Unterbewusst kratzt das bis ins späte Erwachsenenalter am eigenen Selbstwert, der sich in jungen Jahren nicht in gesunder Weise entwickeln konnte. Zudem macht man in dieser Gesellschaft keine Fehler.

Das Resultat sind Gefühle wie Überforderung, Versagensängste, Unsicherheiten und am Ende sogar das Gefühl, sich verstecken zu müssen – alles Emotionen, die durch die letzten zwei Pandemie-Jahre noch besonders verstärkt wurden.

Familien sind, ob geimpft oder nicht, gespalten. Kinder und Jugendliche können ihre sozialen Kompetenzen nicht stärken und Eltern sind mit Existenzängsten durch Verlust von Arbeitsplätzen behaftet oder können den Alltag im Homeoffice mit gleichzeitiger Kinderbetreuung und mangelndem Freizeitangebot kaum mehr bewältigen.

Sich einzugestehen, dass es ohne professionelle Hilfe nicht mehr geht und den Entschluss zu fassen, sich in eine Therapie zu begeben, ist der erste Schritt auf dem Weg zur eigenen seelischen Gesundheit.

Um sich selbst kümmern

In diesem Falle ist ein Hilfesuchender in der Praxis für Psychotherapie von Stefanie Theuerl am richtigen Platz. Die gebürtige Münchnerin, die in Rothenburg aufgewachsen ist, befasst sich seit 30 Jahren mit der Psyche des Menschen. Ihrer zehnjährigen Ausbildung für „Integrative Therapie“ ging ein Studium als Sozialpädagogin voraus.

Vielfältige Fortbildungen im Bereich Familientherapie als auch Bewegungs- und Körpertherapie haben ihren fachspezifischen Horizont erweitert. „Prägend waren Erfahrungen im LMU-Klinikum in München und der Beratungsstelle für seelische Gesundheit der Diakonie in Rothenburg“, erzählt sie. Die Beratungsstelle am Milchmarkt hat sie fünf Jahre lang geleitet und sogar die Räumlichkeiten selbst eingerichtet.

Mittlerweile hat die fast 60-Jährige ein gutes Auge für jeden Menschen, der zu ihr in die eigenen Praxen kommt, die sie seit vielen Jahren in München und Rothenburg pendelnd unterhält. „Ich habe meine Rothenburger Praxis nie aufgegeben“, betont sie. Jetzt ist sie wieder zurück in ihrer Heimatstadt (im Weidleinsweg 5) und bringt durch ihre langjährigen Erfahrungen mit seelisch aber auch körperlich belasteten Menschen ein weit gefächertes Wissen mit.

Das Geheimnis ihrer therapeutischen Kompetenz liegt im Aufbau einer persönlichen Beziehung zwischen dem Klienten und ihr. „Ich zeige mich jedem genauso wie ich bin, damit sich der Hilfesuchende traut, auch ,Er selbst sein zu dürfen‘ – ein Verhalten, das in der Welt da draußen kaum mehr möglich ist“, wie es die Therapeutin so oft erlebt.

Ziel ihrer Arbeit ist es, dem Klienten einen geschützten Raum zu bieten, der es zulässt, vertrauensvoll Gefühle und Gedanken zu äußern, sollte in der Therapie etwas Unangenehmes angestoßen werden. Das ist nach Meinung der Expertin die Voraussetzung, einen seelischen Heilungsprozess in Gang zu bringen. Eigene Emotionen zu entdecken und auch einmal „Nein“ sagen zu lernen, ist der Beginn eines gesunden Selbstwertes. In der Therapie wird eine wertschätzende Atmosphäre geschaffen, in der es der Hilfesuchende schaffen kann, sich selbst und anderen zu vergeben.

Mit dem Erlernen einer guten Art der Kommunikation wird es möglich, auf sich selbst zu achten und gute Beziehungen im eigenen sozialen Umfeld aufzubauen.

Individuelle Werkzeuge

Schwerpunkte der therapeutischen Arbeit sind bei Stefanie Theuerl akute Kriseninterventionen. Wenn Ausweglosigkeit zu massiver Belastung wird, ist es an der Zeit zu handeln. Dafür braucht es ganz verschiedene Zugangsmethoden bei jedem Klienten. Menschen sind so unterschiedlich in ihrem Wesen und Prägungen. Stefanie Theuerl ist aufgrund ihrer empathischen, ehrlichen und erfahrenen Art in der Lage, sich schnell auf individuell angepasste therapeutische Mittel einzustellen. „Der eine braucht einen physischen Zugang, dem anderen hilft eher eine bildhafte Darstellung der eigenen Lebenskrise“, weiß die versierte Lebensberaterin aus Erfahrung.

Die Arbeit mit Holzfiguren ermöglicht es, sich schwierigen Situationen spielerisch zu nähern. Foto: Privat

Die Arbeit mit Holzfiguren ermöglicht es, sich schwierigen Situationen spielerisch zu nähern. Foto: Privat

Bei der Platzierung von Figuren auf einem Brett können konflikt- oder angstbesetzte Situationen veranschaulicht und bearbeitet werden. In ihrer Praxis bietet Theuerl Einzel- und Paarberatung an oder hilft Menschen bei zwischenmenschlichen Konflikten unter Freunden, Familienmitgliedern oder mit Arbeitskollegen. Der Klient lernt, seine Problemsituation zu verstehen. Dabei ist die Kommunikation die wichtigste Grundlage. Worte können auf ganz unterschiedliche Weise verstanden werden. „Grundlegende Aspekte, sein Gegenüber richtig zu verstehen ist zu lernen, einander richtig zuzuhören und nachzufragen: Wie hast Du das gemeint?“, erklärt Stefanie Theuerl.

Auch die Auseinandersetzung mit Schuld- und Schamgefühlen spielt hier eine wesentliche Rolle auf dem Weg zu seelischer Heilung. Oft ist dieser Prozess verbunden mit einer Auseinandersetzung mit der Familienbiografie. Ein konkretes „Coaching“ in diesen speziellen Problem-Situationen bzw. das Aufzeigen von ganz konkreten Schritten aus der Misere heraus kann auch Teil der Therapie sein.

In Situationen wie Mobbing am Arbeitsplatz, zwischenmenschlichen Problemen mit Kollegen oder der Firmenleitung, aber auch bei Eheproblemen kann eine Begleitung helfen. Dabei gilt es auch eigene unbewusste Verhaltensmuster oder Zusammenhänge aus der Vergangenheit zu beleuchten, indem man sich die Frage stellt: „Warum reagiere ich so?“, denn es gehören immer zwei zu einem Konflikt. Das können Reaktionen sein, die sich in bestimmten Situationen immer wieder automatisch abspielen. Die Themenpalette und Therapieansätze sind schier grenzenlos. Wichtig dabei ist, dass die Klienten ihren Selbstwert entdecken, mit Stress umzugehen lernen und wieder Freude am Leben finden.

Von Therapeut zu Therapeut

Wer so viel Wissen im Umgang mit der Psyche des Menschen hat wie Stefanie Theuerl, kann auch anderen Therapeuten beratend zur Seite stehen. Viele Praxen für Psychotherapie fühlen sich ihrer Verantwortung dem Patienten gegenüber verpflichtet, ihren Wissensstand durch Supervision ständig zu erweitern. Stefanie Theuerl ist ein solcher Mensch, der sich von Anfang der beruflichen Praxis bis heute selbst einer solchen Kontrolle mit Kollegen unterzieht. In der Zusammenarbeit mit Berufskollegen werden konkrete Fallbesprechungen diskutiert und weitreichende Erfahrungen als mögliche Vorgehensweise erarbeitet. Supervision reflektiert eigene Therapieformen und stellt die Qualität professioneller Arbeit durch Austausch sicher.

Ob Klient oder Therapeut, für beide Gruppen ist die Praxis für Psychotherapie und Coaching von Stefanie Theuerl aktiv im Einsatz. Pandemie bedingt werden auch Online-Sitzungen angeboten. ul