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„Und was macht ihr jetzt?“, ertönt es aus der Sprechanlage. Die drei setzen sich auf das Sofa, vor ihnen liegt ein schwarzer Dummy, alias der Verletzte, ein kurzer Wortwechsel und dann auf zum Rückzug.

„Im Einsatz muss die Gruppe auch selbst entscheiden, was zu tun ist“, erklärt der Einsatzleiter. Es ist Montagabend, und die Män­ner der freiwilligen Feuerwehr Rothenburg haben sich zur Atemschutz­geräte-Übung getroffen.

Zwei Gruppen mit jeweils drei Feuerwehr-
männern machen sich auf, den selbst gebauten Parcours im Obergeschoss des Gebäudes der Freiwilligen Feuerwehr zu durchlaufen. Sperrholzplatten mit Seilschlingen, enge Röhren und jede Menge Hindernisse machen den Weg zum ausrangierten Sofa zum Kraftakt. Auch ohne Feuer.

Kommandant Jürgen Holstein (Mitte) vor Ort.

Rund 20 Kilogramm  Ausrüstung schleppen die Männer in der Dunkelheit mit. Der Einsatzleiter ist per Funk immer dabei, koordiniert die Gruppen. Nach rund 20 Minuten sind die Männer wieder in der großen Halle mit den 13 feuer­roten Autos angelangt, schweißgebadet und erst mal außer Atem.

Üben, üben, üben.

Die insgesamt 60 aktiven Einsatzkräfte der Rothenburger Feuerwehr (darunter befinden sich auch fünf Frauen) schinden sich für Gemeinschaft. Ihr Einsatz ist ehrenamtlich, ihr Engagement rettet Leben.

Über das Jahr gesehen finden alle 14 Tage Übungsprogramme mit umfangreicher technischer Aus­rüs­tung statt. „Die Feuerwehrleute üben nicht fahrzeugbezogen, sondern ausbildungsbezogen“, erklärt Jürgen Holstein, Kommandant der Rothenburger Feuerwehr. „Jeder soll hier alles können und auf dem aktuellen Stand sein.“   

Ein beim Brand mit der Wärmekamera.

Geht ein Notruf bei der Rothenburger Feuerwehr ein, so werden alle 60 Feuerwehrmänner an ihrem Piepser aktiviert. „Tagsüber können sich rund 25 freiwillige Helfer auf den Weg machen, nachts sind es etwas mehr“, erklärt Zugführer Hermann Junker. Die freiwilligen Feuerwehrleute haben tagsüber alle ihre Jobs und können nur bedingt von einer Sekunde auf die andere die Arbeitsstelle verlassen. 

Der Fuhrpark der Feuerwehr ist mit 13 Fahrzeugen ebenso breit gefächert aufgestellt, wie die Männer und Frauen technisch umfassend ausgebildet sind.

Technische Einweisung bei der Mischung des Löschschaumes.

Das Einsatzgebiet der Freiwilligen Feuerwehr geht grob umrissen von Schillingsfürst bis ins Taubertal und umfasst Einsätze vom klassischen Hausbrand über Gefahrgutunfälle, Autounfälle, technische Hilfeleistung (zum Beispiel bei vollgelaufenen Kellern)  und Fahrbahnabsperrungen bis hin zur Rettung der Katze vom Hausdach.

Der klassische Brand nimmt in der Gesamtzahl der Einsätze (im Jahr 2009 wurde die Feuerwehr rund 100 Mal alarmiert) einen eher ­geringen Stellenwert ein. Geübt wer­den jedoch in regelmäßigen Abständen alle Szenarien. „Denn
im Ernstfall muss alles wie am Schnürchen
klappen“, weiß Jürgen Holstein.

Ein Lächeln nach getaner Arbeit.

Stete Erneuerung und die Gewinnung Jugendlicher für ein ehrenamtliches Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr gehören   auch unabdingbar zu den Aufgaben der Aktiven. Ab einem Alter von 13 Jahren können  Jungen und Mädchen mit einer feuerwehrbezogenen Ausbildung beginnen.

Ab 16 wechseln sie dann in die große Wehr, allerdings mit Einsatzbeschränkungen.Für den Ernstfall heißt es, erst einmal den stockfinsteren Parcours mit Atemmaske und Sauerstoffflaschen zu durchlaufen und danach mit Schweißperlen auf der Stirn den Kumpels noch locker auf die Schulter zu klopfen.

Heiße Typen

Was macht eigentlich ein Feuerwehrmann, wenn es nicht brennt?

Es ist stockfinster. Rhythmisch rasselnde Atemzüge und verzerrte Stimmen wie aus einer Star Wars Episode sind die einzigen Geräusche.
Drei Männer kriechen am Boden entlang, zerren ein Seil hinter sich her. Sie suchen einen Verletzten.

Plötzlich ertönt ein Pfeifton, wird immer intensiver, geht durch Mark und Bein. Die Luft in den Sauerstoffflaschen geht zu Ende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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