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Nun wären die Aktiven des Künstlerbundeskeine Profis, wenn ihnen da nichts Besonderes eingefallen wäre. „Wir machen ein Memory“, war die spontane Idee von Künstlerbund-Vorsitzendem Peter Nedwal. Jeder kennt das Gesellschaftsspiel schon aus Kinderzeiten. Von den verdeckt liegenden Karten dürfen jeweils zwei Karten aufgedeckt werden, mit dem Ziel, die zusammengehörenden Paare zu erkennen.
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| Der Künstler Peter Nedwal bei einer früheren Ausstellung in der ehemaligen Fleischhalle. | Das Gedächtnis ist gefragt, und gleichzeitig wird die künstlerische Wahrnehmung geschult. Nicht mit Hunderten von Worten kann man auch nur annähernd beschreiben, was Kunst für den Menschen bedeuten kann. Nimmt man allerdings die folgenden beiden Seiten zur Hand und schneidet die zweimal 15 Memorykarten aus, dann lässt sich Kunst plötzlich erleben. In den Silhouetten auf dunklem Grund finden sich Werke, Fotografien oder verfremdete Darstellungen der aktiven Künstler des Künstlerbundes.
Das jeweils 16. Quadrat enthält die Auflösung, welcher Künstler sich mit seinem Kunstwerk in den einzelnen Schattenrissen wiederfindet. Nun, nichts wie an die Scheere. Machen Sie sich auf, die Kunst zu erleben.Gebeutelt von der sich abzeichnenden Weltwirtschaftskrise haben im Jahr 1923 Rothenburger Künstler aus der Not heraus einen gemeinsamen Bund gegründet, den Künstlerbund. Bekannte Namen wie Arthur Wasse, Wilhelm Schacht oder Peter Philippi zählten zu den Gründungsmitgliedern.
Die Idee, gemeinsam auf sich aufmerksam zu machen, haben die Rothenburger Künstler (bis auf eine aufgezwungene Unterbrechung während des Nationalsozialismus) bis heute mit zwei jährlichen Ausstellungen weitergeführt. Zu seinen Glanzzeiten, in den 50er bis 70er Jahren, war der Künstlerbund sogar eine finanzielle Stütze der Stadt.
Die Menschen waren ausgehungert nach Unterhaltung, Kunst, Leben und strömten zahlreich in die Ausstellungen des Künstlerbundes. Finanziert durch Eintrittsgelder und Provisionen konnte der Künstlerbund daher den Wiederaufbau der Altstadt mit rund 30 000 Reichsmark unterstützen.
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| Die Kunst kennt viele Formen und Sprachen. | Allein 20 000 Reichsmark flossen in den Wiederaufbau des Röderbogens. Seitdem steht den Künstlern, als Dank der Stadt, für ihre Ausstellung die Fleischhalle am Marktplatz zur Verfügung. Traditionell beginnen die Werkschauen am Gründonnerstag und zum ersten Advent.
Professionelle Ausbildung
Heute zählt der Verein rund 150 Mitglieder, wovon ungefähr 15 aktiv ausstellen. Der Künstlerbund hat immer Wert darauf gelegt, seine Mitglieder aus professionellen Reihen zu akquirieren und dabei auf ein breites Spektrum zu achten. Freie Künstler, Kunsterzieher, Architekten, Bildhauer, Maler und Töpfer finden sich in dem Verein.
Von Zeichnungen und Radierungen über Ölgemälde, Skulpturen, Architekturmodelle und Collagen reicht die künstlerische Vielfalt. Eine Aufnahme-Jury entscheidet über die Aufnahme neuer Mitglieder und auch über die Auswahl derausgestellten Kunstwerke. |
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